27/01/2025
Als Jesus Christus vor rund 2000 Jahren auf der Erde wandelte, rief Er eine besondere Gruppe von Männern in seine unmittelbare Nachfolge. Es waren zwölf an der Zahl, ganz normale Menschen mit ihren individuellen Geschichten, Hoffnungen, Zweifeln und oft auch ausgeprägten Schwächen. Doch der Herr Jesus kannte ihr Innerstes und wusste genau, wen Er berief. Er sah nicht nur, was sie waren, sondern auch, was sie durch Ihn werden konnten. Diese kurzen Einblicke in das Leben der zwölf Jünger sollen uns helfen, sie besser kennenzulernen und wertvolle Lektionen für unsere eigene, persönliche Nachfolge Christi mitzunehmen. Denn die Frage, die sich uns stellt, ist dieselbe, die Er damals an sie richtete: Sind wir bereit, Ihm zu folgen?
Die Zwölf im Überblick: Wer waren sie?
Die Identifizierung und das detaillierte Wissen über jeden einzelnen der zwölf Jünger ist nicht immer einfach. Während von einigen viel berichtet wird, bleiben andere fast im Verborgenen. Doch ein sorgfältiger Vergleich der Evangelien und der Apostelgeschichte ermöglicht es uns, einige faszinierende Details über diese Männer zu entdecken, die das Privileg hatten, Jesus Christus hautnah zu erleben. Die Namen der zwölf Apostel finden sich in Matthäus 10,2-4, Markus 3,13-19, Lukas 6,12-16 und Apostelgeschichte 1,13. Es waren größtenteils einfache Leute, wie Apostelgeschichte 4,13 bezeugt, mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Berufen. Von Fischern über Zöllner bis hin zu ehemaligen Zeloten – die Gruppe war so vielfältig wie das Leben selbst. Das Entscheidende war jedoch nicht ihre Herkunft oder ihre Fähigkeiten, sondern die Tatsache, dass der Herr sie berief, sie befähigte und zubereitete, damit sie in seiner Kraft ihren Dienst ausüben konnten. Dies ist ein zeitloses Prinzip, das auch heute noch gilt: Der Herr möchte jeden von uns mit unseren einzigartigen Eigenschaften und Fähigkeiten gebrauchen und uns lehren, Ihm in Treue zu folgen, trotz all unserer Unterschiede.

Die ursprüngliche Zielgruppe des Dienstes der Jünger war das irdische Volk Gottes, Israel, wie Matthäus 10,5-6 zeigt. Doch nach der Auferstehung des Herrn erweiterte sich ihr Auftrag ins Universelle: „Geht hin in die ganze Welt und predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium“ (Markus 16,15). In Apostelgeschichte 2, nach dem Kommen des Heiligen Geistes, wurden die Jünger der Versammlung Gottes hinzugefügt. In der Zukunft erwartet sie eine besondere Belohnung für ihren treuen Dienst und ihr Ausharren mit dem Herrn während seines Erdenlebens, wie Lukas 22,28-30 und Offenbarung 21,14 verheißen.
Ein Blick auf die prominentesten Jünger
Simon Petrus: Der Fels und seine Lektionen
Simon Petrus ist zweifellos der bekannteste unter den Zwölf. Er erhielt vom Herrn einen neuen Namen, Petrus (griechisch) oder Kephas (aramäisch), was beides „Stein“ oder „Fels“ bedeutet (Johannes 1,42). Sein Name steht in allen Aufzählungen der Jünger an erster Stelle, ein Zeichen seiner herausragenden Rolle. Petrus war ein Mann mit einer brennenden Liebe zu seinem Herrn, ein Mann der Tat, der oft als Erster das Wort ergriff und impulsiv handelte. Doch er war auch ein Mann, der sich selbst überschätzte und seinen Herrn im Hof des Hohenpriesters dreimal verleugnete. Er musste auf schmerzliche Weise lernen, dass in ihm selbst nichts Gutes wohnte (vgl. Römer 7,18). Doch die Geschichte des Petrus ist eine Geschichte der Wiederherstellung. Der Meister führte ihn zum Ziel und vertraute ihm einen verantwortungsvollen Auftrag an der Herde Gottes an (Johannes 21). Diesen Auftrag und seinen apostolischen Dienst an den Juden (Galater 2,7) erfüllte er bis zu seinem Tod in großer Treue. Seine beiden Briefe im Neuen Testament sind ein eindrucksvolles Zeugnis seines gereiften Glaubens und seiner tiefen Einsicht.
Jakobus und Johannes: Die Söhne des Donners
Diese beiden Brüder, Söhne des Fischers Zebedäus (Markus 1,19-20), gehörten zum inneren Kreis der Jünger. Ihre Mutter war wahrscheinlich Salome (Matthäus 27,56; Markus 15,40). Jakobus ist der einzige Jünger, dessen Märtyrertod im Neuen Testament explizit berichtet wird (Apostelgeschichte 12,1-2). Johannes, der Schreiber des nach ihm benannten Evangeliums, bezeichnet sich darin oft als „der Jünger, den Jesus liebte“. Dies bedeutet nicht, dass er ein bevorzugter Jünger war – der Herr liebt jeden mit gleicher Liebe – sondern dass Johannes sich der Liebe seines Herrn in besonderer Weise bewusst war und sie tief genoss. Johannes zeichnete sich durch eine tiefe Hingabe an seinen Herrn aus. Er war auch auf Golgatha in der Nähe seines Herrn und erhielt dort von Ihm die Fürsorge für seine Mutter anvertraut (Johannes 19,26-27). Neben dem Evangelium schrieb Johannes drei Briefe und später in der Verbannung auf der Insel Patmos die Offenbarung (Offenbarung 1,9-11). Sein Dienst erstreckte sich bis zum Ende des ersten Jahrhunderts. Johannes wird in den Evangelien und der Apostelgeschichte oft zusammen mit Petrus erwähnt, was ihre enge Verbindung und ihren gemeinsamen Dienst unterstreicht (z. B. Johannes 20,1-10; Apostelgeschichte 3,1.4; 4,19).
Jakobus und Johannes erhielten vom Herrn den Beinamen „Söhne des Donners“. Dieser Name spielte möglicherweise auf ihr natürliches Temperament an, das sich beispielsweise in Lukas 9,54-56 zeigte, als sie Feuer auf ein samaritisches Dorf herabrufen wollten. Doch dieser Beiname passte auch zu ihrem Eifer und ihrem unerschrockenen Mut, den sie zu Beginn der Apostelgeschichte bei der Verkündigung des Evangeliums zeigten.
Andreas und Philippus: Die Brückenbauer zum Herrn
Andreas war der Bruder von Simon Petrus (Matthäus 10,2; Lukas 6,14). Er war ursprünglich ein Jünger Johannes des Täufers. Als er jedoch Johannes über den Herrn Jesus als das Lamm Gottes reden hörte, verließ er Johannes, um fortan dem Herrn nachzufolgen (Johannes 1,35-40). Andreas zeichnet sich dadurch aus, dass er andere zu Jesus führte: Zuerst seinen eigenen Bruder Simon Petrus (Johannes 1,41-42), dann den kleinen Jungen mit den Broten und Fischen (Johannes 6,7-9) und später die Griechen, die Jesus sehen wollten (Johannes 12,20-22). Er ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie wir andere zu Christus bringen können.
Philippus stammte wie Andreas und Petrus aus Bethsaida in Galiläa (Johannes 1,44; 12,21). Er wird in allen Aufzählungen der Jünger an der Spitze der zweiten Vierergruppe genannt. Er war der erste Jünger, den der Herr Jesus in seine Nachfolge rief (Johannes 1,43). Auch Philippus war ein Mittler, der andere zum Herrn führte, wie Nathanael (Johannes 1,45) und ebenfalls die Griechen (Johannes 12,20-22). Die Geschichten von Andreas und Philippus lehren uns die immense Bedeutung des persönlichen Zeugnisses und der Einladung, andere zum Heiland zu führen. Sind wir auch so beeindruckt von unserem Heiland, der sich selbst für uns hingegeben hat (Epheser 5,2), dass wir Ihn anderen vorstellen wollen?
Jünger des Glaubens und der Skepsis: Nathanael, Matthäus und Thomas
Bartholomäus (Nathanael): Vom Zweifel zum Bekenntnis
Es wird angenommen, dass Bartholomäus eine Art Familienname dieses Jüngers war und sein Vorname Nathanael. Johannes erwähnt Bartholomäus in seinem Evangelium nicht namentlich, schließt aber Nathanael ein, wenn er in Kapitel 21,2 einige Jünger benennt. Nathanael stammte aus Kana in Galiläa (Johannes 21,2). Als er durch Philippus zum ersten Mal von Jesus hörte, reagierte er skeptisch: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ (Johannes 1,46). Doch seine Skepsis wich schnell einem tiefen Bekenntnis. Kurz darauf bekannte er den Herrn vor dessen öffentlichem Dienst als „Sohn Gottes und König Israels“ (Johannes 1,49). Von ihm konnte der Herr Jesus sagen: „Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist“ (Johannes 1,47). Eine solche Aufrichtigkeit ist ein kostbares Gut. Nathanaels Geschichte ermutigt uns, unsere Zweifel zu äußern, aber bereit zu sein, uns durch die Wahrheit überzeugen zu lassen.
Matthäus: Der Zöllner als Evangelist
Matthäus, auch Levi genannt (vgl. Matthäus 9,9 mit Lukas 5,27), war der Sohn des Alphäus. Er war ein Zöllner, ein Beruf, der in jener Zeit verachtet wurde, da Zöllner oft als Kollaborateure mit den römischen Besatzern und als Betrüger galten. Doch als der Herr Jesus ihn in seine Nachfolge rief, gehorchte Matthäus mit großer Bereitwilligkeit. Er gab seine einträgliche Stellung als Zöllner sofort auf und bereitete dem Herrn ein großes Mahl in seinem Haus (Lukas 5,27-32). Seine Veränderung war so grundlegend und deutlich sichtbar, dass viele seiner ehemaligen Gefährten dem Herrn ebenfalls nachfolgten (Markus 2,15). Matthäus, der zuvor im Dienst des römischen Kaisers stand, stellte sich nun ganz in den Dienst des wahren Königs Israels. Er hat das nach ihm benannte Evangelium geschrieben, das den Herrn Jesus besonders als den verheißenen Messias, den König Israels, vorstellt und somit eine Brücke zwischen dem Alten und dem Neuen Testament schlägt. Sind wir auch solch ein Zeugnis in unserer Umgebung, das andere zu Christus zieht?
Thomas (Didymus/Zwilling): Was die ersten Evangelien nicht erzählen
Die Frage, was Thomas in den ersten drei Evangelien – Matthäus, Markus und Lukas – geschrieben hat, ist schnell beantwortet: Außer seiner Berufung in die Nachfolge des Herrn wird von Thomas in diesen synoptischen Evangelien nichts weiter berichtet. Es ist Johannes, der Evangelist, der uns detailliertere Einblicke in den Charakter und die Erfahrungen dieses Jüngers gibt. Johannes erwähnt ihn an verschiedenen Stellen (Kapitel 11,16; 14,5; 20,24-29) und schreibt, dass er auch „Didymus“ oder „Zwilling“ genannt wurde.
Thomas ist uns vor allem durch seinen Unglauben bei der Erscheinung des Herrn nach seiner Auferstehung in Johannes 20,24-29 bekannt. Er hatte gefehlt, als der Auferstandene zum ersten Mal in die Mitte der Jünger kam, und hatte dabei viel verpasst. Dies ist eine ernste Mahnung an uns: Sind wir da, wenn der Herr in den Zusammenkünften als Versammlung „in der Mitte“ ist? Doch Thomas’ Geschichte endet nicht im Zweifel. Sein großartiger Ausspruch „Mein Herr und mein Gott!“ bei der gleichen Gelegenheit zeigt dann, wie sehr ihn diese Begegnung mit seinem auferstandenen Herrn beeindruckt und seinen Glauben transformiert hatte. Aus diesem Bekenntnis spricht nicht nur die Anerkennung der Gottheit Jesu, sondern auch eine tiefe, persönliche Beziehung.
Von Thomas können wir noch mehr lernen. Die Begebenheit in Johannes 11,7-16 zeigt seinen Mut und seine Loyalität. Als der Herr zu seinen Jüngern sagte: „Lasst uns wieder nach Judäa gehen“ (Vers 7), reagierten die Jünger sehr zurückhaltend und ängstlich (Vers 8), da sie dort Feindseligkeit und Gefahr erwarteten. Der eher pessimistisch veranlagte Thomas sah das Schlimmste voraus – den Tod vonseiten der feindlichen Juden. Aber seine Liebe und Anhänglichkeit gegenüber dem Herrn war so groß, dass er bereit war zu gehen, selbst wenn diese Reise sie alle das Leben kosten sollte. Er sagte: „Lasst uns auch hingehen, damit wir mit ihm sterben!“ (Vers 16). Diese Haltung offenbart eine tiefe, wenn auch manchmal von Sorgen begleitete, Treue. Thomas lehrt uns, dass selbst in Momenten der Furcht oder des Zweifels die Liebe zu Christus uns zu außergewöhnlichem Mut befähigen kann.
Die weniger bekannten, aber treuen Jünger
Jakobus, Sohn des Alphäus: Treue im Stillen
Die Tatsache, dass vier verschiedene Personen im Neuen Testament Jakobus heißen, macht es nicht einfach, die einzelnen Personen genau zu identifizieren. Wir lesen von Jakobus, dem Sohn des Zebedäus (dem Bruder des Johannes), von Jakobus, dem Bruder des Herrn (Galater 1,19), von Jakobus dem Kleinen (Markus 15,40) und eben von dem Jünger Jakobus, dem Sohn des Alphäus. Die einzigen Stellen, die mit Sicherheit von diesem Jünger reden, sind Matthäus 10,3, Markus 3,18, Lukas 6,15 und Apostelgeschichte 1,13. Aus diesen Erwähnungen geht auch hervor, dass Jakobus der Vater oder Bruder des Jüngers Judas war (Judas, nicht Iskariot). Er führt in allen Aufzählungen der Jünger die dritte Vierergruppe von Namen an. Über ihn wird wenig berichtet, doch seine Aufnahme in den Kreis der Zwölf und seine Erwähnung in den Apostellisten zeugen von seiner Treue. Er war ein Mann ohne „große Presse“, dessen Dienst vielleicht im Stillen, aber nicht weniger wertvoll war. Genügt uns das auch in unserer eigenen Nachfolge – treu zu sein, auch wenn unser Dienst nicht im Rampenlicht steht?
Thaddäus: Der Lernende Jünger
Aus Matthäus 10,3 ist zu erkennen, dass Lebbäus den Beinamen Thaddäus hatte. Lukas nennt ihn in seinem Evangelium und in der Apostelgeschichte Judas, den Bruder (oder Sohn) des Jakobus. Von diesem Jünger mit den drei Namen wird uns bis auf eine Frage in Johannes 14,22 nichts weiter berichtet. Dort fragt er den Herrn: „Herr, was ist geschehen, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?“ Diese Frage zeigt Judas als einen Lernenden, der den Herrn Jesus um tiefere Einsicht bittet. Der Herr erteilt ihm daraufhin wertvollen Unterricht über den Heiligen Geist und die Bedeutung der Liebe und des Gehorsams zu Gott. Jeder Jünger sollte bei seinem Meister gerne „in die Schule gehen“ und bereit sein, Fragen zu stellen, um tiefer in die Wahrheit einzutauchen.
Simon der Kananäer (Zelot): Vom Radikalen zum Nachfolger
Simon wird von Matthäus und Markus mit der Hinzufügung „der Kananäer“ und von Lukas als „Zelotes“ gekennzeichnet. „Kananäer“ ist der aramäische und „Zelotes“ der griechische Name für eine radikale jüdische Sekte, die den Römern feindlich gesinnt war und gewaltsamen Widerstand leistete. Der Name bedeutet „Eiferer“. Seine Berufung durch den Herrn zeigt, wie unterschiedlich die Zusammenstellung der Jünger war. Ein ehemaliger Zelot neben einem ehemaligen Zöllner – zwei Männer aus diametral entgegengesetzten politischen Lagern, vereint in der Nachfolge Christi! Dies verdeutlicht die transformative Kraft des Evangeliums. Simon musste seine politischen Überzeugungen und seinen radikalen Eifer dem Herrn unterordnen und umwandeln lassen. Sind wir bereit, unsere Charaktereigenschaften oder Überzeugungen vom Herrn benutzen und, wenn nötig, ändern zu lassen, damit Er uns gebrauchen kann? Simon jedenfalls hat diese Sekte verlassen, um dem Herrn dienen zu können, was eine enorme persönliche Umstellung bedeutet haben muss.
Die tragische Ausnahme: Judas Iskariot
Judas Iskariot: Eine ernste Warnung
Dieser Name wird immer am Schluss der Aufzählungen erwähnt. Und immer, wenn von Judas gesprochen wird, findet sich ein Hinweis darauf, dass er den Herrn überlieferte. Er stammte vermutlich aus Kerijoth, einer Stadt im Land Juda (Josua 15,25), was durch den Zusatz „Iskariot“ angedeutet wird. Damit wäre er wohl der einzige Jünger, der nicht aus Galiläa, sondern aus Judäa stammte. Judas war ein Dieb und verwaltete die Kasse der Jünger (Johannes 12,6). Wir können nur staunen, wie vollkommen und gnädig der Herr mit Judas umgegangen ist. Keiner der anderen Jünger hatte den wahren Charakter Judas erkannt, bis der Herr ihn bei seiner Verhaftung als Verräter offenbar machte (Lukas 22,48). Judas befand sich dreieinhalb Jahre in der unmittelbaren Nähe des Herrn und der anderen Jünger. Er machte alles mit und war nach außen hin nicht von einem echten Jünger zu unterscheiden. Aber bei ihm war alles nur Fassade. Er hatte kein Leben aus Gott und ging ewig verloren!
Das ist eine ernste Warnung an jeden, der noch kein echter Jünger, sondern nur ein Mitläufer ist. Denke daran: Es reicht nicht, sonntags in die Zusammenkünfte der Gläubigen zu gehen, im Chor mitzusingen oder die Jugendstunde zu besuchen. Wenn du keine persönliche Bekehrung erlebst und keine echte Beziehung zu Christus hast, gehst du ewig verloren! Judas’ tragisches Ende unterstreicht die Notwendigkeit einer inneren, herzlichen Annahme Christi, die über bloße äußerliche Teilnahme hinausgeht.
Die Jünger im Kurzporträt: Wer war wer?
Um einen besseren Überblick über die Vielfalt und die spezifischen Merkmale der zwölf Jünger zu erhalten, bietet die folgende Tabelle eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Informationen:
| Jünger | Charakteristik/Besonderheit | Bekannt durch | Lektion für uns |
|---|---|---|---|
| Simon Petrus | Impulsiv, leidenschaftlich, führend | Verleugnung, Wiederherstellung, Fels der Gemeinde | Gottes Gnade nach Fehlern; Dienst trotz Schwäche |
| Jakobus (Sohn des Zebedäus) | "Sohn des Donners", eifrig, mutig | Erster Märtyrer unter den Aposteln | Bereitschaft zum Opfer; Eifer für die Wahrheit |
| Johannes | "Jünger, den Jesus liebte", tiefgründig, treu | Evangelium, Offenbarung; war bei Kreuzigung | Bedeutung der Gottesliebe; bleibende Treue |
| Andreas | Bescheiden, bringt andere zu Jesus | Führt Petrus zu Jesus; bringt den Jungen mit Broten | Die Wichtigkeit des persönlichen Zeugnisses |
| Philippus | Direkt von Jesus berufen, Mittler | Führt Nathanael und Griechen zu Jesus | Bereitschaft, andere zu Christus zu führen |
| Bartholomäus (Nathanael) | Anfängliche Skepsis, Aufrichtigkeit | "Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?" | Aufrichtigkeit vor Gott; Überwindung von Vorurteilen |
| Matthäus (Levi) | Ehemaliger Zöllner, Gehorsam | Gab alles auf, schrieb Evangelium | Radikale Bekehrung; Dienst an der Wahrheit |
| Thomas (Didymus) | Zweifelnd, aber loyal und tiefgläubig | "Ungläubiger Thomas", "Mein Herr und mein Gott!" | Umgang mit Zweifeln; tiefe persönliche Begegnung mit Christus |
| Jakobus (Sohn des Alphäus) | Treu, im Hintergrund dienend | Wenig bekannt, doch Teil des Zwölferkreises | Treue im Stillen; Dienst ohne Anerkennungssucht |
| Thaddäus (Lebbäus/Judas) | Lernbereit, fragend | Frage über Offenbarung an die Welt | Die Wichtigkeit, Fragen zu stellen und zu lernen |
| Simon der Kananäer | Ehemaliger Zelot, radikal | Vereint mit Matthäus (Zöllner) in Nachfolge | Die transformative Kraft des Evangeliums; Einheit in Christus |
| Judas Iskariot | Verwalter, Dieb, Verräter | Verriet Jesus; tragisches Ende | Warnung vor äußerlicher Frömmigkeit ohne Herzensbeziehung |
Häufig gestellte Fragen zu den Jüngern Jesu
F&A: Tieferes Verständnis der Jünger
- Waren alle Jünger Jesu aus Galiläa?
- Nein, die meisten Jünger stammten aus Galiläa, einer Region im Norden Israels. Judas Iskariot, dessen Name auf seine Herkunft aus Kerijoth in Judäa hindeutet (Iskariot = Mann aus Karioth), war wahrscheinlich der einzige Jünger, der nicht aus Galiläa stammte. Dies unterstreicht die geografische Vielfalt innerhalb der Gruppe.
- Was bedeutet der Begriff „synoptische Evangelien“?
- „Synoptisch“ bedeutet wörtlich „übersichtlich zusammengestellt“ oder „zusammenschauend“. Die Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas werden als synoptische Evangelien bezeichnet, weil sie viele ähnliche Berichte, Reihenfolgen und Formulierungen über das Leben und Wirken Jesu enthalten. Sie können oft nebeneinandergelegt und verglichen werden, um eine umfassende Übersicht zu erhalten. Das Johannesevangelium unterscheidet sich in seinem Stil und seiner Struktur erheblich von den Synoptikern, da es bestimmte Ereignisse und Lehrreden detaillierter behandelt und nicht fortlaufend berichtet.
- Warum haben manche Jünger mehrere Namen?
- Das Phänomen mehrerer Namen für einen Jünger ist nicht ungewöhnlich und hat verschiedene Gründe. Es konnte sich um einen Vornamen und einen Beinamen handeln, wie bei Simon Petrus (Simon und Petrus/Kephas). Manchmal wurde ein Jünger auch mit seinem Familiennamen oder einem zusätzlichen Namen genannt, der seine Herkunft oder eine besondere Eigenschaft beschrieb (z.B. Bartholomäus/Nathanael oder Judas/Thaddäus/Lebbäus). Dies war in der antiken Welt üblich und hilft uns heute, die Identität der Personen in verschiedenen biblischen Texten zu verbinden.
- Was können wir heute von den Jüngern Jesu lernen?
- Die Geschichten der Jünger sind reich an Lektionen für jeden Gläubigen. Wir lernen von ihrer Bereitschaft zur sofortigen Nachfolge, ihrer Treue trotz Schwächen, ihrer Lernfähigkeit und ihrer Transformation durch den Herrn. Sie zeigen uns, dass der Herr gewöhnliche Menschen gebraucht, um außergewöhnliche Dinge zu tun. Ihre Fehler erinnern uns an unsere eigene Unvollkommenheit und die Notwendigkeit der Gnade, während ihre Wiederherstellung uns Hoffnung gibt. Vor allem aber lehren sie uns die Wichtigkeit einer echten, persönlichen Beziehung zu Jesus Christus, die über bloße äußerliche Zugehörigkeit hinausgeht.
Die zwölf Jünger waren eine bemerkenswerte Gruppe von Männern, die den Herrn Jesus während seines öffentlichen Dienstes hier auf der Erde begleiteten. Sie ließen alles zurück, um Ihm, dem Verachteten, nachzufolgen. Ihre Geschichten sind ein Spiegelbild menschlicher Schwäche und göttlicher Gnade, von Zweifeln und tiefem Glauben, von Fehlern und wunderbarer Wiederherstellung. Heute ist der Herr Jesus als verherlichter Mensch im Himmel, doch sein Ruf zur Nachfolge hallt immer noch wider.
Auch heute sucht Er Menschen, die bereit sind, Ihm konsequent zu folgen. „Folge du mir nach!“ (Johannes 21,22) – das ist der Ruf, den Er an jeden der Seinen richtet. Sind wir bereit, Ihm, der hier auf der Erde immer noch der Verworfene und Verachtete ist, als aufrichtige Jünger nachzufolgen? Mögen die Lebenswege dieser zwölf Männer uns dazu inspirieren, unser eigenes Herz zu prüfen und uns noch tiefer dem Herrn hinzugeben, der uns berufen hat.
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