Wann wurde das erste Evangelium erzählt?

Evangelium: Enges Kreuz, weites Reich?

05/06/2022

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Die Definition des Evangeliums ist ein Thema, das in evangelikalen Kreisen lebhaft diskutiert wird. Geht es ausschließlich um die Vergebung von Sünden durch den Glauben an den gekreuzigten Christus, oder umfasst die „Gute Nachricht“ noch viel mehr? Diese Frage hat oft zu hitzigen Debatten geführt, bei denen sich die eine Seite des „Reduktionismus“ bezichtigt sah, während die andere eine „Verwässerung“ der Botschaft befürchtete. Es scheint, als würden die verschiedenen Ansichten oft aneinander vorbeireden, obwohl beide im Kern biblische Wahrheiten vertreten.

Was ist das Evangelium im weiteren Sinn?
Im weiteren Sinn bezeichnet das Wort „Evangelium” die gute Nachricht von Jesus und seinem Wirken. Im engeren Sinn bezieht es sich insbesondere auf den Sühnetod und die Auferstehung Jesu und den Ruf an alle Menschen, umzukehren und an ihn zu glauben (vgl. Apg 10; Röm 1–16; 1Kor 1; 1Kor 15).

In diesem Artikel möchten wir diese scheinbare Verwirrung auflösen, indem wir die unterschiedlichen, aber gleichermaßen biblischen Fragen untersuchen, die mit dem Begriff „Evangelium“ verbunden sind. Wir werden aufzeigen, dass das Neue Testament das Wort „Evangelium“ in zwei verschiedenen, aber eng miteinander verbundenen Bedeutungen verwendet, die beide essentiell für ein vollständiges Verständnis des christlichen Glaubens sind.

Inhaltsverzeichnis

Die Kernfrage: Evangelium eng oder weit gefasst?

Die Spannung entsteht oft, weil zwei unterschiedliche Fragen mit demselben Begriff beantwortet werden. Betrachten wir die beiden Hauptpositionen, die wir zur besseren Unterscheidung als „Position A“ und „Position B“ bezeichnen wollen:

  • Position A: Das Evangelium ist die gute Nachricht, dass Gott Sünder durch den stellvertretenden Tod Jesu mit sich selbst versöhnt. Dies beantwortet die Frage: „An welche Botschaft muss ein Mensch glauben, damit er gerettet wird?“
  • Position B: Das Evangelium ist die gute Nachricht, dass Gott die ganze Welt durch Christus erneuern und wiederherstellen wird. Dies beantwortet die Frage: „Was ist die gesamte gute Botschaft, die das Christentum bietet?“

Wichtig ist zu verstehen, dass keine dieser Fragen falsch ist oder biblischer als die andere. Die Bibel stellt und beantwortet beide. Die Verwirrung entsteht, wenn Befürworter von A die Frage „Was ist das Evangelium?“ so verstehen, dass sie nach der Botschaft zur Rettung fragen, während Befürworter von B die gleiche Frage so interpretieren, dass sie nach der gesamten Heilsgeschichte Gottes fragen. Dies führt zu Missverständnissen:

  • Wenn man Frage 1 (Wie werde ich gerettet?) nur mit der neuen Schöpfung beantwortet, wirkt die Antwort zu allgemein und ignoriert das Kreuz.
  • Wenn man Frage 2 (Was bietet das Christentum als gute Nachricht?) nur mit dem Sühnetod Christi beantwortet und andere Verheißungen ausschließt, wirkt die Antwort zu eng und verkennt die Fülle der biblischen Botschaft.

Um dies zu verdeutlichen, können wir die beiden Perspektiven in einer Tabelle gegenüberstellen:

Frage zum EvangeliumFokus der AntwortKern der Botschaft
An welche Botschaft muss ein Mensch glauben, damit er gerettet wird?Der Weg zur persönlichen ErrettungVergebung der Sünden durch Jesus Christus
Was ist die gesamte gute Botschaft, die das Christentum bietet?Gottes umfassender Plan mit der WeltWiederherstellung und Erneuerung der gesamten Schöpfung

Lassen Sie uns nun die biblische Verwendung des Begriffs „Evangelium“ in beiden Sinnen genauer betrachten.

Das Evangelium vom Kreuz: Die Botschaft im engeren Sinne

Die Bibel verwendet das Wort „Evangelium“ (griechisch: euangelion, „gute Nachricht“) an vielen Stellen, um spezifisch die Vergebung der Sünden durch den stellvertretenden Sühnetod und die Auferstehung Christi zu bezeichnen. Hier liegt der Fokus klar auf der persönlichen Errettung und der Versöhnung des Menschen mit Gott.

Biblische Beispiele für das Evangelium im engeren Sinne:

  • Apostelgeschichte 10,36.43: Petrus verkündet das Evangelium des „Friedens durch Jesus Christus“. Er präzisiert, dass dies die gute Nachricht ist, „dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfängt.“ Hier wird das Evangelium direkt mit der Sündenvergebung verknüpft.
  • Römer 1,16–17: Paulus schreibt: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt… denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben.“ Das Evangelium ist hier die Kraft Gottes zur Errettung, die Gerechtigkeit Gottes offenbart, welche durch Glauben zur Vergebung der Sünden (Rechtfertigung) führt. Sein Hauptanliegen im Römerbrief ist, wie Menschen durch Glauben gerechtfertigt werden.
  • 1. Korinther 1,17–18: Paulus betont, dass er gesandt wurde, „das Evangelium zu verkündigen, [und zwar] nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird. Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.“ Das Evangelium ist hier unmissverständlich mit dem „Wort vom Kreuz“ identifiziert, dem zentralen Ereignis der Erlösung.
  • 1. Korinther 15,1–5: Dies ist eine der klarsten Definitionen des Evangeliums im Neuen Testament. Paulus erinnert die Korinther an das Evangelium, durch das sie gerettet werden: „dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, und dass er begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften.“ Die Erscheinungen des Auferstandenen dienen hier als Beweis für die historische Realität der Auferstehung, die ein integraler Bestandteil des Evangeliums ist. Das Herzstück ist Christi Tod und Auferstehung für unsere Sünden.

Diese Passagen zeigen deutlich, dass die biblischen Autoren den Begriff „Evangelium“ oft spezifisch auf die Botschaft der Sündenvergebung und der Errettung durch den Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus beziehen. Dies ist die Botschaft, die ein Mensch annehmen muss, um gerettet zu werden.

Das Evangelium vom Reich: Die Botschaft im weiteren Sinne

Parallel zur engen Bedeutung verwendet die Bibel „Evangelium“ auch in einem umfassenderen Sinn, der alle Verheißungen Gottes in Christus einschließt. Dies umfasst nicht nur die Sündenvergebung, sondern auch die Auferstehung, die Versöhnung mit Gott und untereinander, die Heiligung, die Verherrlichung, das kommende Reich Gottes, den neuen Himmel und die neue Erde. Dies ist die gesamte gute Nachricht.

Biblische Beispiele für das Evangelium im weiteren Sinne:

  • Matthäus 4,23: „Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk.“ Dies ist die erste Erwähnung des Evangeliums im Matthäusevangelium. Es wird als „Evangelium vom Reich“ identifiziert und in Verbindung mit Jesu Predigt von der Nähe des Himmelreichs und dem Aufruf zur Buße gebracht (V. 17). Die Botschaft ist, dass das Reich Gottes angebrochen ist und man durch Buße Teil davon werden kann.
  • Markus 1,14–15: Ähnlich bei Markus: „Nachdem aber Johannes gefangen genommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!” Auch hier ist das Evangelium untrennbar mit dem Anbruch des Reiches und dem Aufruf zur Buße und zum Glauben verbunden. Es ist die gute Nachricht von Gottes anbrechender Herrschaft.
  • Lukas 4,18: Jesus beginnt seinen öffentlichen Dienst mit einem Zitat aus Jesaja 61: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen.“ Die „frohe Botschaft“ hier bezieht sich auf die umfassende Wiederherstellung und Aufrichtung von Gottes Reich und seiner gerechten Herrschaft, die in Jesu Dienst sichtbar wird.
  • Apostelgeschichte 13,32: Paulus verkündet in Antiochia das Evangelium: „Und wir verkündigen euch das Evangelium, dass Gott die den Vätern zuteilgewordene Verheißung an uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus erweckte.” Während Vers 38 die Vergebung der Sünden durch Jesus betont, macht Vers 32 klar, dass das Evangelium die Erfüllung *aller* Verheißungen Gottes an die Väter in der Auferstehung Jesu umfasst. Diese Verheißungen sind weitreichender als nur die Sündenvergebung.

Diese Beispiele zeigen, dass das Evangelium im weiteren Sinne eine umfassende Botschaft von Gottes wiederherstellendem Plan für die gesamte Schöpfung ist, dessen Höhepunkt in der Aufrichtung seines Reiches und der Erneuerung der Welt liegt.

Die untrennbare Verbindung: Kreuz als Zugang zum Reich

Wie hängen nun diese beiden Bedeutungen des Evangeliums zusammen? Bei sorgfältiger Betrachtung des Neuen Testaments wird klar, dass das Evangelium im weiteren Sinne zwangsläufig das Evangelium im engeren Sinne einschließt. Das Evangelium vom Kreuz ist nicht nur ein beliebiger Bestandteil des Evangelium vom Reich; es ist vielmehr der Zugang, die Quelle, ja, sogar der Same des Evangeliums vom Reich.

Die Segnungen des Reiches – die neue Schöpfung, die volle Versöhnung, die Verherrlichung – können nur empfangen werden, wenn die Sünden eines Menschen durch Christi Tod vergeben sind. Das Kreuz ist der entscheidende Punkt, von dem aus alles andere entspringt. Darum ist es vollkommen angemessen, dass die biblischen Autoren diese Quelle als „das Evangelium“ bezeichnen, genauso wie das ganze Paket der Verheißungen.

Wenn Jesus in Matthäus und Markus das „Evangelium vom Reich“ verkündet, tut er das nicht, indem er nur sagt: „Das Reich Gottes ist nahe.“ Er fügt hinzu: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ Dies ist der entscheidende Unterschied zwischen dem echten Evangelium und keiner guten Nachricht. Wenn wir die Aufrichtung von Gottes Reich und die neue Schöpfung verkünden, ohne zu erklären, wie Menschen dort hineinkommen – nämlich durch Umkehr und Glauben an Christus und seinen stellvertretenden Sühnetod, wodurch ihre Sünden vergeben werden –, dann ist das nicht das Evangelium. Es wäre sogar eine schlechte Nachricht, weil den Menschen die Hoffnung vorenthalten wird, Teil dieser neuen Schöpfung zu sein.

Das Neue Testament bezeichnet die konkrete, eng gefasste Botschaft der Sündenvergebung durch Christus explizit als „das Evangelium“. Paulus und Petrus hatten keine Probleme damit, ihre Verkündigung der Sündenvergebung als „das Evangelium“ zu bezeichnen, auch wenn sie nicht jedes Mal den gesamten Plan der Welterneuerung ausführten. Dies unterstreicht die zentrale und unverzichtbare Rolle des Kreuzes.

Anders ausgedrückt: Wir nennen die zwischenmenschliche Versöhnung nicht „das Evangelium“. Wir nennen auch den neuen Himmel und die neue Erde nicht „das Evangelium“. Aber wir nennen die Vergebung durch den Sühnetod „das Evangelium“, weil sie der unumgängliche Zugang zu allem anderen ist. Das Kreuz ist das Herzstück, der Schlüssel, der alle Türen des Reiches öffnet.

Praktische Auswirkungen auf Glaube und Leben

Das Verständnis dieser doppelten Bedeutung und ihrer Verbindung hat weitreichende Konsequenzen für unseren Glauben, unsere Mission und unser tägliches Leben:

  1. Das Evangelium ist mehr als nur die Verkündigung des Reiches: Es ist die Verkündigung des kommenden Reiches mitsamt der Erklärung, wie man dort hineinkommt. Ohne den Weg der Buße und des Glaubens ist die Botschaft unvollständig.
  2. Das Evangelium vom Kreuz ist das Evangelium: Es ist falsch zu behaupten, das Evangelium vom Kreuz sei nicht das vollständige Evangelium. Für die Frage der persönlichen Errettung ist es die vollständige Botschaft. Jesus, Paulus und Petrus bestätigen dies.
  3. Das Evangelium vom Reich ist kein „Evangelium Plus“: Ebenso ist es falsch, das Evangelium vom Reich als etwas Zusätzliches oder gar Ablenkendes zu sehen. Es ist die umfassende gute Botschaft, die das Christentum bietet, wenn die Frage nach dem Gesamtpaket gestellt wird.
  4. Christsein erfordert die enge Pforte: Ein Mensch ist nicht deshalb Christ, weil er gute Taten vollbringt oder dem Vorbild Jesu folgt. Christsein bedeutet, durch die enge Pforte von Sühne, Glaube und Umkehr zu gehen. Ohne die Vergebung der Schuld durch Christus ist man kein Teilhaber am Segen des Reiches, egal wie „gut“ man sich verhält. Viele, die sagen „Ich folge Jesus nach“ oder „Ich lebe für das Reich Gottes“, sind es nicht wirklich, wenn sie nicht Buße getan und an den gekreuzigten Jesus geglaubt haben.
  5. „Arbeit am Reich Gottes“ nur im Namen des Königs: Die Arbeit von Nichtchristen für soziale Gerechtigkeit oder Versöhnung mag gut sein, aber sie ist keine „Arbeit am Reich Gottes“, wenn sie nicht im Namen des Königs Jesus Christus geschieht. Gute Werke sind nur dann Teil des Reiches, wenn sie aus der Quelle des Evangeliums vom Kreuz entspringen und dem König gehören.
  6. Sozialer Dienst muss auf das Kreuz hinweisen: Jede Form des sozialen Dienstes der Gemeinde oder einzelner Christen sollte letztlich auf die enge Pforte des Evangeliums vom Kreuz hindeuten. Wenn ein Begegnungszentrum renoviert wird, muss der Kern der Botschaft sein, dass der Glaube an Christus die einzige Möglichkeit ist, Teil des kommenden, vollkommenen Reiches zu sein. Die Verkündigung des Reiches ohne den Weg dorthin ist keine vollständige Evangeliumsverkündigung.
  7. Die wahre Erstaunlichkeit des Evangeliums: Die „Emerging Church“ mag das Evangelium als erstaunlich und überraschend darstellen, übersieht aber oft das wahrhaft Erstaunliche: Dass der messianische König stirbt, um sein Volk zu retten. Dass der göttliche Sohn und der leidende Knecht ein und derselbe sind. Das ist die tiefe, erstaunliche Verbindung zwischen dem Evangelium vom Reich und dem Evangelium vom Kreuz: Jesus ist der gekreuzigte König.
  8. Schwerpunkt der Evangelisation: Der Schwerpunkt unserer Evangelisation, Mission und Gemeindearbeit muss auf dem Evangelium vom Kreuz liegen – als Quelle und Zugang zum weiteren Evangelium vom Reich. Denn ohne diesen Zugang sind alle anderen Segnungen unerreichbar. Das alles übergreifende Gebot Gottes an jeden Menschen heute ist: „Tut Buße und glaubt.“ Dies ist die primäre Aufforderung, die im Evangelium selbst enthalten ist, und somit unser Hauptfokus.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist das Evangelium nur für die Errettung des Einzelnen da?
Nein. Obwohl das Evangelium im engeren Sinne auf die persönliche Vergebung der Sünden und Errettung abzielt, umfasst das Evangelium im weiteren Sinne Gottes umfassenden Plan zur Wiederherstellung und Erneuerung der gesamten Schöpfung.
Kann man das Evangelium vom Reich ohne das Evangelium vom Kreuz verkünden?
Man kann die Existenz eines kommenden Reiches und einer neuen Schöpfung verkünden, aber es ist nicht das vollständige Evangelium. Das wahre Evangelium vom Reich beinhaltet immer auch die Erklärung, wie man durch den Glauben an den gekreuzigten Christus und Buße Teil dieses Reiches werden kann.
Ist soziale Gerechtigkeit ein Teil des Evangeliums?
Soziale Gerechtigkeit ist eine wichtige Auswirkung und ein Ausdruck des christlichen Glaubens, der aus dem Evangelium erwächst. Sie ist jedoch nicht das Evangelium selbst. Das Evangelium ist die gute Nachricht von dem, was Gott in Christus getan hat, um Sünder zu retten und sein Reich aufzurichten. Soziale Gerechtigkeit ist ein Dienst im Namen des Königs, der aus der Annahme des Evangeliums resultiert und auf das Evangelium hinweisen sollte.
Warum betonen einige Kreise nur das Kreuz und andere nur das Reich?
Diese Betonungen ergeben sich oft aus unterschiedlichen Interpretationen der Frage „Was ist das Evangelium?“. Die einen fragen nach dem Weg zur persönlichen Rettung, die anderen nach dem gesamten biblischen Narrativ. Beide Aspekte sind biblisch, aber ihre Verbindung und Hierarchie müssen klar verstanden werden.
Was bedeutet es, dass das Kreuz der „Zugang“ zum Reich ist?
Es bedeutet, dass die Vergebung der Sünden durch den stellvertretenden Sühnetod und die Auferstehung Jesu die unerlässliche Voraussetzung dafür ist, dass ein Mensch in das Reich Gottes eintreten und an seinen weitreichenden Segnungen teilhaben kann. Ohne die Versöhnung am Kreuz bleibt der Zugang zum Reich verschlossen.

Fazit

Die Debatte über die Definition des Evangeliums ist wichtig, aber sie kann durch ein präzises Verständnis der biblischen Terminologie entschärft werden. Das Neue Testament verwendet „Evangelium“ in einem engeren Sinn (dem Evangelium vom Kreuz, das die Vergebung der Sünden durch Christus betrifft) und in einem weiteren Sinn (dem Evangelium vom Reich, das Gottes umfassenden Plan der Wiederherstellung der Schöpfung umfasst).

Der Schlüssel liegt darin zu erkennen, dass das Evangelium vom Kreuz der unumgängliche Zugang und die Quelle des Evangeliums vom Reich ist. Ohne die Botschaft von Christi Tod und Auferstehung für unsere Sünden ist die Rede vom Reich eine Botschaft ohne Hoffnung auf Eintritt. Unsere primäre Aufgabe als Christen ist es, die Menschen zu diesem Zugang zu führen, denn das universelle Gebot Gottes lautet: „Tut Buße und glaubt.“ Nur so können sie Teil der umfassenden Guten Nachricht werden, die das Christentum der Welt bietet.

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