09/05/2025
Die deutsche Sprachlandschaft ist reich und vielfältig, geprägt von zahlreichen Dialekten und Regionalsprachen. Eine dieser besonderen Perlen ist das Plattdeutsche, auch Niederdeutsch genannt. Es ist weit mehr als nur ein Dialekt; es ist eine eigenständige Sprache mit einer tief verwurzelten Geschichte und Kultur, die in vielen Regionen Norddeutschlands bis heute gepflegt wird. Von der Küste bis ins Binnenland, in ländlichen Gebieten und sogar in einigen Städten, hört man noch immer die melodischen Klänge des Plattdeutschen, das Geschichten vergangener Zeiten erzählt und die Identität seiner Sprecher prägt.

In diesem Artikel werden wir uns genauer mit dem Plattdeutschen befassen. Wir lüften das Geheimnis, wie eine Steinwand auf Plattdeutsch heißt, tauchen ein in die Welt der Sprichwörter und Redewendungen und beleuchten die Bedeutung dieser Sprache in der heutigen Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam diese sprachliche Reise antreten und die Besonderheiten des Plattdeutschen entdecken.
- Wat is een „Müer“ op Platt? – Die Steinwand und mehr
- De Vördeele vun’t Plattdüütsch Verstahn – Warum Plattdeutsch wichtig ist
- Plattdeutsche Sprichwörter: Weisheit und Witz in kurzen Sätzen
- 1. Äten un Drinken (Essen und Trinken)
- 2. Wäder (Wetter)
- 3. Wat mit Dierte (Was mit Tieren)
- 4. För Meckerbüdels (Was zum Meckern)
- 5. Olt un Jung (Alt und Jung)
- 6. Woans geiht di dat? (Gefühle und Eigenschaften)
- 7. Arbeid un Penunsen (Arbeit und Geld)
- 8. Mihr plietschen Schnack (Noch mehr Redensarten, Redewendungen und Sprichwörter)
- Plattdeutsche Wörterkunde: Eine Reise durch den Wortschatz
- Häufig gestellte Fragen zum Plattdeutschen
- Schlusswort: Een Spraak to bewaren
Wat is een „Müer“ op Platt? – Die Steinwand und mehr
Beginnen wir mit einer konkreten Frage: Wie nennt man eine Steinwand auf Plattdeutsch? Die Antwort ist so einfach wie klangvoll: Eine Steinwand oder Mauer heißt auf Plattdeutsch „Müer“. Dieser Begriff ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich die Sprache eng an das tägliche Leben und die handwerklichen Tätigkeiten anlehnt. Der Maurer, der diese Wände errichtet, wird passenderweise als „Müerker“ oder „Müerman“ bezeichnet, und sein Meister ist der „Müermester“. Sie „müert“ das „Müerwiärk“ (Mauerwerk) auf ein Fundament, die „Grundmüer“.
Das Wort „Müer“ steht exemplarisch für die direkte und oft bildliche Ausdrucksweise des Plattdeutschen. Es ist nicht nur ein Wort, sondern trägt die Geschichte der Bauweise und des Handwerks in sich. Es zeigt, wie die Sprache über Generationen hinweg die Erfahrungen und das Wissen der Menschen bewahrt hat. Eine „Müer“ ist also mehr als nur eine Wand; sie ist ein Stück gelebte Tradition und Beständigkeit.
De Vördeele vun’t Plattdüütsch Verstahn – Warum Plattdeutsch wichtig ist
Auch wenn es keinen „Plattdeutsch Übersetzer“ im Sinne eines standardisierten Software-Tools gibt, das alle Nuancen perfekt erfasst, so ist das Verständnis und die Fähigkeit zur Übersetzung vom Plattdeutschen ins Hochdeutsche von unschätzbarem Wert. Die Vorteile liegen weniger im kommerziellen Bereich, sondern vielmehr im kulturellen, sozialen und persönlichen Bereich:
- Kulturerhalt: Plattdeutsch ist ein immaterielles Kulturerbe. Das Verständnis und die Förderung der Sprache tragen dazu bei, Traditionen, Geschichten, Lieder und Bräuche zu bewahren, die eng mit ihr verbunden sind.
- Regionale Identität: Für viele Menschen in Norddeutschland ist Plattdeutsch ein wichtiger Teil ihrer Identität und ihrer Heimatverbundenheit. Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die regionale Zugehörigkeit.
- Zugang zu historischen Quellen: Viele alte Dokumente, Schriften, Gedichte und Lieder sind in Plattdeutsch verfasst. Ein Verständnis der Sprache ermöglicht den direkten Zugang zu diesen wertvollen historischen Quellen.
- Kommunikation und Verständnis: In einigen ländlichen Gebieten wird Plattdeutsch immer noch aktiv gesprochen. Wer es versteht, kann sich besser in die lokale Gemeinschaft integrieren und ein tieferes Verständnis für die Denkweise und den Humor der Menschen entwickeln.
- Geistige Flexibilität: Das Erlernen oder Verstehen einer weiteren Sprache oder Sprachvarietät fördert die kognitiven Fähigkeiten und erweitert den Horizont.
- Humor und Ausdruck: Plattdeutsch ist bekannt für seinen trockenen Humor und seine bildhaften Ausdrücke. Viele Witze und Sprichwörter entfalten ihre volle Wirkung nur in der Originalsprache.
Ein „Plattdeutsch Übersetzer“ ist also nicht nur eine Person oder ein Werkzeug, das Wörter umwandelt, sondern vielmehr ein Brückenbauer zwischen zwei Welten – der hochdeutschen Gegenwart und der plattdeutschen Vergangenheit und ihren lebendigen Traditionen.
Plattdeutsche Sprichwörter: Weisheit und Witz in kurzen Sätzen
Plattdeutsche Sprichwörter sind ein Schatz an Lebensweisheit, Humor und Beobachtungsgabe. Sie sind oft kurz, prägnant und stecken voller Charakter. Hier eine Auswahl, die Ihnen einen Einblick in die plattdeutsche Seele gibt:
1. Äten un Drinken (Essen und Trinken)
- „Äten un Drinken höllt Lief un Seel tausamen.“ (Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.) – Ein Grundsatz für ein gutes Leben.
- „Ik seih di, dat freut mi. Ik sup di tau, dat dau!“ (Ich sehe dich, das freut mich. Ich proste dir zu, das tu!) – Ein klassischer Trinkspruch.
- „Ät, wat gor is. Drink, wat klor is. Sech, wat wohr is.“ (Iss, was gar ist. Trink, was klar ist. Sag, was wahr ist.) – Eine einfache Lebensphilosophie.
- „Nich lang schnacken, Kopp in'n Nacken.“ (Nicht lange reden, Kopf in den Nacken.) – Eine Aufforderung zum schnellen Trinken, oft bei Schnaps.
- „Na denn man Prost, wecker nicks hett, dee hoost!“ (Na dann mal Prost, wer nichts hat, der hustet.) – Ein humorvoller Trinkspruch.
- „Wat de Buer nich kennt, dat frät hei nich.“ (Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht.) – Ausdruck von Skepsis gegenüber Neuem.
- „Nich Buk noch Back hebben.“ (Vorne und hinten nichts haben.) – Plattdeutsch für sehr dünn oder mager sein.
2. Wäder (Wetter)
- „Wenn't Buddels rägent, rägent noch drei Daach.“ (Wenn es Bläschen regnet, regnet es noch drei Tage.) – Eine alte Bauernregel.
- „Schient de Sünn up`n natten Steen, gifft dat glieks wedder een` (Schuer).“ (Scheint die Sonne auf einen nassen Stein, gibt es gleich wieder ein'n (Schauer).) – Wetterbeobachtung.
- „Abendrot - gaut Wäderbot, Morgenrot - bringt Water in'n Sot.“ (Abendrot - Schönwetterbote, Morgenrot - mit Regen droht.) – Bekannte Wetterregel.
- „Hüt is ok 'n Wäder, dor kann ik twei ut maken.“ (Heute ist auch ein Wetter, da kann ich zwei draus machen.) – Ausdruck der Unzufriedenheit mit dem Wetter.
- „Mi sitt dat Wäder in de Knaken.“ (Mir sitzt das Wetter in den Knochen.) – Wenn man Wetterveränderungen spürt.
3. Wat mit Dierte (Was mit Tieren)
- „Wo de Adebor buucht up't Hus, treckt Gottesfräden in't Hus.“ (Wo der Storch auf dem Haus brütet, zieht Gottesfrieden ins Haus.) – Der Storch als Glücksbringer.
- „Adebor, du gauder, bring’ mi ’n lütten Brauder.“ (Storch, du guter, bring mir einen kleinen Bruder.) – Ein Kinderreim.
- „Wecker rieden will, de möt ierst rup up’t Pierd.“ (Wer reiten will, muss erst aufs Pferd rauf.) – Man muss die Grundlagen lernen.
- „Dor bitt keen Mus een Faden von af.“ (Da beißt die Maus keinen Faden ab.) – Da gibt es nichts zu ändern.
- „Hummeln in’n Nors hebben.“ (Hummeln im Hintern haben.) – Sehr unruhig sein.
- „Ein ward so olt as ’ne Kauh un lihrt noch ümmer wat dortau.“ (Man wird so alt wie eine Kuh und lernt noch immer was dazu.) – Man lernt nie aus.
4. För Meckerbüdels (Was zum Meckern)
- „Du kannst mi an'ne Büx rüken.“ (Du kannst mir an der Hose riechen.) – Eine derbere Art zu sagen: Du kannst mich mal.
- „Ik heff de Näs vull.“ (Ich habe die Nase voll.) – Ich habe genug.
- „Mak de Dör von buten tau!“ (Mach die Tür von außen zu!) – Geh raus!
- „Di hett woll de Buck stött.“ (Dich hat wohl der Bock gestoßen.) – Du bist so launisch.
- „Gah mi von’n Acker.“ (Geh mir vom Acker./ Lass mich in Ruhe.) – Eine deutliche Aufforderung.
5. Olt un Jung (Alt und Jung)
- „Je öller, je döller.“ (Je älter, je toller.) – Wie im Hochdeutschen.
- „Hei hett denn Ollen sien'n Breif funnen.“ (Er hat den Brief des Alten gefunden.) – Er gleicht seinem Vater in allem.
6. Woans geiht di dat? (Gefühle und Eigenschaften)
- „De hett dicht bi't Water buucht.“ (Die/der ist nah am Wasser gebaut.) – Jemand weint sehr leicht.
- „Mi bäwern de Büxen.“ (Mir zittern die Hosen.) – Ich habe Angst.
- „Dat Hart sitt mi in't Hosenbein.“ (Das Herz ist mir in die Hose gerutscht.) – Ich habe große Angst.
- „Twüschen Bom und Bork stahn.“ (Zwischen Baum und Borke stehen.) – Sich nicht entscheiden können.
7. Arbeid un Penunsen (Arbeit und Geld)
- „Man möt ierst krupen, ihrer man löppt.“ (Man muss erst kriechen, bevor man läuft.) – Man ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
- „De Dag för Dag sien Arbeid deit, un ümmer up`n Posten steiht, un deit dat good un deit dat giern, de dörf sick ok mal amüsieren.“ (Wer Tag für Tag seine Arbeit macht und immer auf dem Posten steht. Und macht das gut und macht das gern, der darf sich auch mal amüsieren.) – Eine Ode an den fleißigen Arbeiter.
- „Köp di 'n Buck, denn brukst nich tau melken.“ (Kauf dir einen Bock, dann musst du nicht melken.) – Ironischer Ratschlag zur Faulheit.
8. Mihr plietschen Schnack (Noch mehr Redensarten, Redewendungen und Sprichwörter)
- „'N bäten Grütt/Grütz ünner de Mütz is väl nütz. Œwer 'n gaudes Hart ünner dei West is dat best.“ (Ein bisschen Grütze (Verstand) unter der Mütze ist viel nütz. Aber ein gutes Herz unter der Weste, ist das Beste.) – Verstand ist gut, Herz ist besser.
- „Dor is Hoppen un Molt verluren.“ (Da ist Hopfen und Malz verloren.) – Da ist nichts mehr zu retten.
- „Man kann sik dreigen as man will, de Achtersiet is ümmer hinnen.“ (Man kann sich drehen, wie man will, die Hinterseite ist immer hinten.) – Manche Dinge sind unveränderlich.
- „Hei lücht, dat sik de Balken bögen.“ (Er lügt, dass sich die Balken biegen.) – Er lügt ganz gewaltig.
- „Lever drög Brot in’n Fräden, as Kauken un Braden in Striet.“ (Lieber trocken Brot im Frieden, als Kuchen und Braten im Streit.) – Frieden ist wichtiger als Reichtum.
Plattdeutsche Wörterkunde: Eine Reise durch den Wortschatz
Das Plattdeutsche bietet eine Fülle an interessanten Wörtern, die oft mehrere Bedeutungen haben oder spezifische regionale Konnotationen tragen. Hier ein kleiner Einblick in die Vielfalt:
„Lok“: Dieses Wort hat im Plattdeutschen gleich mehrere Bedeutungen. Es kann ein Loch, eine Grube oder eine Höhle bezeichnen. Man spricht von „Niërsenlöcker“ (Nasenlöcher) oder einem „Füer- of Böötlok“ (Feuerloch eines Ofens). Es kann aber auch ein Verlies oder Gefängnis meinen. Die Vielfalt der Bedeutungen zeigt die pragmatische Natur der Sprache.
„Hiärt“: Das „Hiärt“ ist unser Herz. Es hat „Hiärtenskamern“ (Herzkammern) und schlägt in „Hiärtsliäge in de Minuut“ (Herzschlägen pro Minute). „Hiärtklabastern“ beschreibt Herzrasen. Es ist ein zentrales Wort, nicht nur anatomisch, sondern auch im übertragenen Sinne für Gefühle und Mut.
„Tied“: „Tied“ bedeutet Zeit. Es gibt unzählige Ausdrücke rund um die Zeit: „iärstertieds“ (zunächst), „ännertieds“ (früher), oder „Tied tüsken de Jaore“ (die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr). Das Wort „Tied“ ist ein Fundament für viele Redewendungen und Zeitangaben.
„Kop“: Der „Kop“ ist der Kopf. Doch wie im Hochdeutschen wird er oft übertragen verwendet. Ein „Flaskop“ ist ein Blondschopf. Wenn man etwas „bi’n Kop krigs“, nimmt man es in Angriff. Ist „de Kop draw“, so ist etwas begonnen. Das Wort zeigt, wie körperliche Begriffe für abstrakte Ideen genutzt werden.
„Baum“: Im Plattdeutschen wie im Hochdeutschen bezeichnet „Baum“ den Baum. Aber auch die „Baumwulle“ (Baumwolle) ist ein wichtiger Begriff, aus deren „Baumwulfröchte“ (Baumwollfrüchte) Garne gesponnen werden für „Baumwuldook“ (Baumwolltuch).

„Water“: „Water“ ist Wasser. Es gibt „Bölkwater“ oder „Kriëmelwater“ (Mineralwasser mit Kohlensäure), „Bruuswater“ (Limonade) und „Kraanwater“ (Leitungswasser). Die verschiedenen Bezeichnungen spiegeln die Bedeutung des Wassers im Alltag wider.
„Füer“: „Füer“ ist Feuer. Besonders in der kalten Jahreszeit sehnt man sich nach „een Füer“ oder dem „Häädfüer“ (Feuer am offenen Kamin). Es steht für Wärme und Gemütlichkeit.
„Braud“: „Braud“ ist Brot, ein Grundnahrungsmittel. Die Sehnsucht nach „düütsk Braud“ (deutschem Brot) nach einem Auslandsaufenthalt zeigt seine kulturelle Bedeutung. Eine „Schiwe Braud“ (Scheibe Brot) ist ein alltäglicher Begriff.
„Koffi“: Der „Koffi“ ist der Kaffee. Er wird aus „röstete Koffibaunen“ (gerösteten Kaffeebohnen) gemacht, die mit einem „Koffimüëlken“ (Kaffeemühle) zu „Koffimiäl“ (Kaffeepulver) gemahlen werden. Ein Genussmittel, das fest im plattdeutschen Alltag verankert ist.
„Arbaid“: „Arbaid“ ist Arbeit. Es gibt „Koparbaid“ (Denkarbeit), aber auch „Straofarbaid“ (Strafarbeit) und „Dwangsarbaid“ (Zwangsarbeit). Das Wort spiegelt die verschiedenen Facetten der menschlichen Tätigkeit wider.
„Wind“: „Wind“ ist Wind. Die Mehrzahl ist „Winne“. Das Wort ist universell, aber die plattdeutsche Aussprache verleiht ihm einen eigenen Charakter.
„Dier“: „Dier“ ist das Tier, in der Mehrzahl „Diers“ auch das Vieh. Das „Dierriek“ (Tierreich) ist voller Lebewesen, vom „Pantuffeldierken“ (Pantoffeltierchen) bis zum großen Vieh.
„Holske“: Die „Holske“ ist der Holzschuh. „Holsken“ gibt es seit dem 12. Jahrhundert, und der „Hölscher“ war der Holzschuhmacher. Ein Wort, das an alte Handwerkskünste erinnert.
„Snuut“: Eine „Snuut“ oder „Snute“ ist die Schnauze, oft von Tieren. Ein „Snüütken“ ist ein kleines Schnäuzchen. Manchmal wird es auch im übertragenen Sinne für den Mund von Menschen verwendet.

„Disk“: Der „Disk“ ist der Tisch. „Diske“ haben „Diskbene“ (Tischbeine). Ein zentrales Möbelstück im Haushalt.
„Dook“: „Dook“ bedeutet Gewebe, Stoff oder Tuch. Es wird von „Wiäwers“ (Weber) hergestellt. „Dookmakers“ stellten feine Wolltücher her.
„Maond“: „Maond“ ist sowohl der Mond als auch der Monat. Die Verbindung zwischen Himmelskörper und Zeiteinheit ist in vielen Sprachen vorhanden.
„Isen“: „Isen“ ist Eisen. Aus „Isensteen“ (Eisenerz) wird „Rauisen“ (Roheisen) gewonnen. Viele Werkzeuge wie „Pruokelisen“ (Stochereisen) waren aus Eisen.
„Gaorn“: „Gaorn“ hat zwei Bedeutungen: Garn und Garten. Das „Gaorn“ als Garn entsteht durch Spinnen von Fasern. Als Garten ist es ein Ort der Natur.
„Ai“: Das „Ai“ ist das Ei. Es spielt eine große Rolle bei der Fortpflanzung von Tieren („Vuëgelaiers“ - Vogeleier) und in der Ernährung.
„Gräs“: „Gräs“ ist Gras. Es gibt „Sööt- un Suergriäser“ (Süß- und Sauergräser). Es wächst nach dem Winter wieder und ist ein Zeichen des Frühlings.
„Holt“: „Holt“ ist Holz. Es gibt „Brand-, Briän- of Füerholt“ (Brennholz) und „Prickel- of Topholt“ (Anfeuerholz). Das „Langholt“ ist der Stamm, das „Knüëpelholt“ ist das Astholz. Holz ist ein vielseitiger Rohstoff.
„Papeer“: „Papeer“ ist Papier. Ein „Papeerblad“ (einzelnes Blatt) wurde vom „Papeermaker“ (Papiermacher) hergestellt. Papier ist ein wichtiges Medium für Kommunikation und Aufzeichnung.

„Kring“: „Kring“ ist der Kreis, Ring oder Reif, aber auch eine Gruppe von Personen. Es gibt „vöschaidene Kringe“ (verschiedene Ringe).
„kaupen“: „kaupen“ ist kaufen. „Inkaipers“ (Einkäufer) handeln mit „Vökaipers“ (Verkäufern) um „Inkapsprise“ (Einkaufspreise).
„Krüüs“: „Krüüs“ hat mehrere Bedeutungen, darunter Kreuz oder sich kreuzen. „Krüüsken maken“ bedeutet abstimmen oder wählen.
Plattdeutsch und Hochdeutsch im Vergleich
Um die Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Plattdeutsch und Hochdeutsch besser zu verdeutlichen, hier eine kleine vergleichende Tabelle mit Wörtern aus dem Text:
| Hochdeutsch | Plattdeutsch | Bedeutung |
|---|---|---|
| Mauer | Müer | Steinwand, Mauer |
| Herz | Hiärt | Herz |
| Zeit | Tied | Zeit |
| Kopf | Kop | Kopf |
| Baum | Baum | Baum |
| Wasser | Water | Wasser |
| Feuer | Füer | Feuer |
| Brot | Braud | Brot |
| Kaffee | Koffi | Kaffee |
| Arbeit | Arbaid | Arbeit |
| Tier | Dier | Tier, Vieh |
| Holzschuh | Holske | Holzschuh |
| Tisch | Disk | Tisch |
Häufig gestellte Fragen zum Plattdeutschen
Was ist Plattdeutsch genau?
Plattdeutsch, auch Niederdeutsch genannt, ist eine eigenständige westgermanische Sprache, die sich parallel zum Hochdeutschen entwickelt hat. Es ist keine regionale Variante des Hochdeutschen, sondern eine eigene Sprache mit eigener Grammatik, eigenem Wortschatz und eigenen Dialekten. Es wurde historisch in weiten Teilen Norddeutschlands und den angrenzenden Niederlanden gesprochen.
Wo wird Plattdeutsch heute noch gesprochen?
Plattdeutsch wird heute noch in vielen Regionen Norddeutschlands gesprochen, insbesondere in ländlichen Gebieten von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Teilen Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Nordrhein-Westfalens und im Norden der Niederlande. Die Sprecherzahl nimmt ab, aber es gibt viele Initiativen zur Erhaltung und Förderung der Sprache in Schulen, Theatern und Medien.
Ist Plattdeutsch eine Sprache oder ein Dialekt?
Aus linguistischer Sicht ist Plattdeutsch eine eigenständige Sprache. Es gehört zum westgermanischen Zweig der indogermanischen Sprachen und hat sich aus dem Altsächsischen entwickelt. Die Unterscheidung zwischen Sprache und Dialekt ist oft politisch und sozial geprägt. Plattdeutsch erfüllt jedoch die Kriterien einer eigenständigen Sprache, da es eine eigene historische Entwicklung, eine eigene Grammatik und einen eigenen Wortschatz aufweist, der sich deutlich vom Hochdeutschen unterscheidet.
Warum sollte man Plattdeutsch lernen oder erhalten?
Das Erlernen oder die Erhaltung des Plattdeutschen ist aus mehreren Gründen wichtig: Es bewahrt ein reiches kulturelles Erbe, das Lieder, Geschichten, Traditionen und eine einzigartige Denkweise umfasst. Es stärkt die regionale Identität und das Gemeinschaftsgefühl. Darüber hinaus bietet es einen einzigartigen Zugang zu historischen Dokumenten und ermöglicht ein tieferes Verständnis der norddeutschen Geschichte und Mentalität. Es ist ein lebendiges Zeugnis der sprachlichen Vielfalt.
Gibt es einen standardisierten Plattdeutsch-Übersetzer?
Nein, es gibt keinen allgemein anerkannten, standardisierten Plattdeutsch-Übersetzer im Sinne einer Software oder eines einzigen Wörterbuchs, das alle Varianten abdeckt. Plattdeutsch ist eine Sprache mit vielen regionalen Dialekten (z.B. Münsterländer Platt, Ostfriesisch Platt, Nordniedersächsisch Platt), die sich teilweise erheblich voneinander unterscheiden können. Während es Online-Wörterbücher und einige Übersetzungsansätze gibt, ist eine präzise und nuancierte Übersetzung oft nur durch Muttersprachler oder spezialisierte Sprachwissenschaftler möglich, die den jeweiligen regionalen Kontext kennen.
Schlusswort: Een Spraak to bewaren
Das Plattdeutsche ist ein wertvolles Gut, das es zu bewahren und zu pflegen gilt. Es ist eine Sprache, die Geschichten erzählt, Herzen verbindet und die Seele einer ganzen Region widerspiegelt. Ob durch das Erlernen einiger Wörter, das Zuhören bei plattdeutschen Veranstaltungen oder das Entdecken alter Sprichwörter – jede Beschäftigung mit dieser Sprache trägt dazu bei, dass sie lebendig bleibt und auch zukünftige Generationen von ihrem Reichtum profitieren können. Es ist eine Sprache, die es verdient, gehört und verstanden zu werden.
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