Was tun wenn man das Gebet aus Faulheit vernachlässigt?

Gebet vernachlässigt? Wege zur Umkehr

07/08/2022

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Das Gebet ist im Islam weit mehr als nur eine rituelle Handlung; es ist das Fundament, die direkte Verbindung zwischen dem Gläubigen und seinem Schöpfer, Allah. Als zweite Säule des Islam nach dem Glaubensbekenntnis (Shahada) nimmt es eine überragende Stellung ein. Es ist die tägliche Reinigung der Seele, die Quelle inneren Friedens und die Manifestation der Unterwerfung unter den Willen Allahs. Doch was geschieht, wenn diese heilige Pflicht aus Faulheit vernachlässigt wird? Eine Frage, die viele Gläubige beschäftigt und die weitreichende theologische sowie praktische Implikationen hat. Dieser Artikel beleuchtet die ernsten Konsequenzen der Gebetsvernachlässigung und bietet einen klaren Wegweiser für diejenigen, die ihren Glauben erneuern und die Lücke zwischen sich und ihrem Herrn schließen möchten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Gebet und einem Unglaube?
Somit sind die zwei Begrenzungen unterschiedlich und die eine hat mit der anderen nichts zu tun. 2. Das Gebet ist eine der Säulen des Islams. So erfordert die Beschreibung desjenigen, der es unterlässt, dass er ungläubig sei, dass damit der Unglaube gemeint ist, der einen aus dem Islam ausschließt.

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

Inhaltsverzeichnis

Die Erhabene Stellung des Gebets im Islam

Die Bedeutung des Gebets kann kaum überbetont werden. Es ist der Pfeiler, auf dem der Islam ruht. Der Prophet Muhammad (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte in einem Hadith, überliefert von Dschâbir (möge Allâh mit ihm zufrieden sein): „Zwischen einem Mann und dem Kufr (Leugnen des Islâms) ist das Unterlassen des Gebets.“ Dieser Hadith unterstreicht die gravierende Natur des Gebetsvernachlässigung. Das Gebet ist nicht nur eine individuelle Pflicht, sondern auch ein Zeichen der Zugehörigkeit zur muslimischen Gemeinschaft. Es ist ein täglicher Akt der Erinnerung an Allah, der uns hilft, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und uns von weltlichen Ablenkungen zu lösen. Durch das Gebet erfährt der Gläubige Trost, Führung und eine unerschütterliche Stärke, die ihm hilft, die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Ein weiterer Hadith, überliefert von Buraida, verstärkt diese Botschaft: „Der Bund zwischen uns und ihnen (den anderen Menschen) ist das Gebet. Wer es unterlässt, der hat Kufr begangen“ (Ahmad und vier weitere Hadîth-Quellen). Diese Aussagen zeigen deutlich, dass das Gebet eine Trennlinie zieht zwischen dem Gläubigen und dem Ungläubigen. Das Gebet ist somit nicht nur ein Ausdruck des Glaubens, sondern auch ein Schutzschild gegen den Abfall vom Glauben.

Die Schwerwiegenden Folgen der Gebetsvernachlässigung

Die Gelehrten des Islam sind sich einig, dass derjenige, der die Pflicht zum Gebet leugnet, ein Abtrünniger (Murtadd) ist, da die Belege in dieser Hinsicht eindeutig sind. Doch was ist mit demjenigen, der das Gebet aus reiner Faulheit unterlässt, ohne seine Pflicht zu leugnen? Hier gibt es unterschiedliche Meinungen unter den Gelehrten, die jedoch alle die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit betonen.

Die Mehrheit der Gelehrten unter den Mâlikiten, Schâfiiten und Hanbaliten ist der Auffassung, dass einem solchen Menschen drei Tage zur Reue eingeräumt werden sollen, ähnlich wie bei einem Abtrünnigen. Entweder bereut er aufrichtig und nimmt das Gebet wieder auf, oder er wird hingerichtet. Die Hanbaliten sehen dies als Konsequenz seines Kufrs (Verleugnung), während die Mâlikiten und Schâfiiten die Hinrichtung nicht aus Kufr, sondern aufgrund einer Überschreitung der Grenzen (Hadd) sehen. Die erstgenannte Ansicht – dass es sich um Kufr handelt – wird im Kontext des Hadithes „Zwischen einem Mann und dem Kufr steht das Unterlassen des Gebets“ als näher an der Wahrheit angesehen.

Die Konsequenzen können sogar das Vernachlässigen eines einzelnen Gebets betreffen. Der Sahîh-Hadîth „Wer das Nachmittagsgebet unterlässt, dessen Taten sind zugrunde gegangen“ deutet auf die extreme Schwere hin. Was Handlungen zunichtemacht, sind Schirk (Mitgötterei) und Kufr, wie es im Qur’an heißt: „Wenn du (Allâh andere) beigesellst, wird dein Werk ganz gewiss hinfällig“ (Sûra 39:65). Dies verdeutlicht, dass die Vernachlässigung des Gebets nicht nur eine Sünde ist, sondern potenziell den gesamten Glauben und die guten Taten eines Menschen gefährden kann.

Gelehrtenmeinungen zur Vernachlässigung des Gebets aus Faulheit

AspektAnsicht der Hanbaliten (und bevorzugt im Text)Ansicht der Malikiten & SchâfiitenAnsicht derer, die es als Kufr betrachtenMehrheitsmeinung zum Nachholen
Status des VernachlässigersUngläubiger (Kafir)Sünder, aber kein UngläubigerUngläubiger (Kafir)Sünder, muss bereuen und nachholen
KonsequenzHinrichtung wegen KufrHinrichtung aufgrund von Hadd (Grenzüberschreitung)Erneuerung des Iman, keine Nachholung (außer Vorsichtsmaßnahme)Nachholung dringend empfohlen/Pflicht
Umgang mit VersäumtemKeine Nachholung (da Kufr)Nachholen PflichtKeine Nachholung (da Kufr), aber VorsichtNachholung Pflicht (wenn Anzahl bekannt, sonst schätzen bis sicher)
Frist zur Reue3 Tage3 TageSofortige ReueSofortige Reue und Handlung

Was tun bei Vernachlässigung aus Faulheit?

Angesichts dieser ernsten Gelehrtenaussagen über jemanden, der das Gebet aus Faulheit vernachlässigt, ist es von größter Wichtigkeit, unverzüglich zu handeln. Der erste und wichtigste Schritt ist die Erneuerung des Îmân (Glaubens). Dies bedeutet, dass man sich aufrichtig zu Allah bekennt, das Glaubensbekenntnis (Shahada) mit voller Überzeugung wiederholt und sich seiner Verpflichtung als Muslim bewusst wird. Es ist eine tiefgreifende Selbstreflexion und ein aufrichtiges Bekenntnis zu den Grundsätzen des Islam.

Der Weg der Reue (Tauba) und Iman-Erneuerung

Nach der Erneuerung des Iman ist der nächste entscheidende Schritt die Tauba – die aufrichtige Reue. So jemand ist verpflichtet, reumütig von seiner Tat abzulassen und zu Allâh umzukehren. Damit diese Tauba sich verwirklicht, muss sie aufs Tiefste bereut werden. Wahre Reue ist mehr als nur das Bedauern einer Sünde; sie umfasst drei wesentliche Aspekte:

  1. Aufrichtiges Bedauern: Man muss die begangene Sünde aufrichtig bereuen und sich der Schwere der Vernachlässigung bewusst werden.
  2. Unverzügliches Abwenden: Man muss sofort mit der Sünde aufhören und sich von allem distanzieren, was dazu geführt hat.
  3. Fester Entschluss: Man muss sich fest vornehmen, die Sünde in Zukunft nicht wieder zu begehen. Ohne diesen festen Entschluss ist die Reue unvollständig.

Diese Reue ist ein Akt der Demut, der Erkenntnis eigener Fehler und der festen Entschlossenheit, sich Allah wieder zuzuwenden und die Sünde nicht zu wiederholen. Allah ist der Allvergebende, und Seine Barmherzigkeit ist unermesslich. Er nimmt die Reue Seiner Diener an, solange sie aufrichtig ist.

Das Nachholen versäumter Gebete: Ein praktischer Leitfaden

Nach der aufrichtigen Reue stellt sich die Frage nach dem Nachholen der versäumten Gebete. Diejenigen Gelehrten, für die das Unterlassen des Gebets eine Kufr-Handlung darstellt, sehen kein Nachholen vor, es sei denn als Vorsichtsmaßnahme. Die Mehrheitsmeinung der Gelehrten jedoch besagt, dass man die Gebete nachholen muss, die man versäumt hat.

  • Anzahl bekannt: Wenn man die Anzahl der versäumten Gebete kennt, ist man verpflichtet, diese alle nachzuholen.
  • Anzahl unbekannt: Wenn man die genaue Anzahl nicht kennt, holt man so viele nach, bis man sich sicher ist, die Schuld beglichen zu haben. Dies erfordert eine ehrliche Einschätzung und Anstrengung. Es ist besser, zu viel als zu wenig nachzuholen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die Gebete sind dabei unverzüglich nachzuholen, so wie man es vermag – sei es nachts oder tagsüber. Es ist keine Aufgabe, die man aufschieben sollte, sondern eine dringende Pflicht, die man so schnell wie möglich erfüllen muss. Man könnte sich zum Beispiel vornehmen, zu jedem aktuellen Pflichtgebet ein oder zwei versäumte Gebete nachzuholen, um den Berg der Nachholgebete schrittweise abzutragen. Geduld und Ausdauer sind hierbei entscheidend.

Dabei ist die Reihenfolge der verpassten Gebete (erst Fadschr, dann Dhuhr, Asr usw.) zu berücksichtigen. Dies ist eine vorsichtigere Vorgehensweise, da manche Gelehrte die Einhaltung der Reihenfolge zwischen den verpassten Gebeten als Pflicht ansehen, während andere dies nicht tun. Durch das Einhalten der Reihenfolge umgeht man die Meinungsverschiedenheiten der Gelehrten und handelt auf der sicheren und vorsichtigeren Seite.

Noch vor allem anderem – abgesehen von den üblichen 5 Pflichtgebeten, die man aktuell verrichtet − muss man sich um dieses Nachholen der Gebete kümmern. Es ist eine Priorität, die über freiwilligen Gebeten oder anderen zusätzlichen gottesdienstlichen Handlungen steht, bis die versäumten Pflichten beglichen sind.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Ist das Vernachlässigen eines einzelnen Gebets so schwerwiegend?
Ja, laut Hadithen kann das Unterlassen eines einzigen Gebets, wie des Asr-Gebets, schwerwiegende Folgen haben und sogar Taten zunichtemachen. Dies deutet auf eine immense spirituelle Gefahr hin, die der Schwere von Schirk oder Kufr nahekommt.
Muss ich meinen Iman erneuern, wenn ich Gebete vernachlässigt habe?
Ja, die Gelehrten, die das Unterlassen des Gebets als Kufr-Handlung betrachten, fordern eine Erneuerung des Iman. Es ist auf jeden Fall ratsam, um die spirituelle Verbindung zu Allah zu stärken und seine aufrichtige Reue zu bekräftigen.
Wie hole ich Gebete nach, wenn ich die genaue Anzahl nicht kenne?
Die Mehrheitsmeinung besagt, dass Sie so viele Gebete nachholen sollten, bis Sie sich sicher sind, Ihre Schuld beglichen zu haben. Dies erfordert eine ehrliche Einschätzung Ihrer Vergangenheit und eine konsequente Anstrengung, die Gebete nachzuholen.
Muss ich die Reihenfolge der verpassten Gebete einhalten?
Ja, es wird dringend empfohlen, die Reihenfolge einzuhalten (Fadschr, Dhuhr, Asr, Maghrib, Ischa), um den Meinungsverschiedenheiten der Gelehrten vorzubeugen und auf der sicheren Seite zu sein. Dies zeigt auch Respekt vor der Ordnung, die Allah für die Gebete festgelegt hat.
Wie schnell muss ich die versäumten Gebete nachholen?
Unverzüglich und so schnell Sie es vermögen, sei es tagsüber oder nachts. Es ist eine dringende Pflicht, die keine Aufschiebung duldet, da man nie weiß, wie viel Zeit einem noch bleibt.

Die Vernachlässigung des Gebets ist eine ernste Angelegenheit im Islam, die tiefgreifende Auswirkungen auf den Glauben und das spirituelle Wohl eines Menschen haben kann. Doch Allahs Barmherzigkeit ist weit, und die Tür der Reue (Tauba) steht immer offen. Mit aufrichtiger Reue, der Erneuerung des Iman und der gewissenhaften Nachholung versäumter Gebete kann jeder Gläubige seinen Weg zurück zu Allah finden und seine Verbindung zu Ihm stärken. Möge Allâh dich zu dem führen, worin Gutes und Rechtschaffenheit liegen. Und Allâh weiß es am besten!

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