Gebetszeiten im Islam: Optimal & Verboten

11/10/2021

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Das Gebet ist der Pfeiler unserer Religion, und seine Verrichtung zur richtigen Zeit ist von immenser Bedeutung. Im Islam ist das Gebet nicht nur eine spirituelle Handlung, sondern auch eine disziplinierte Praxis, die an bestimmte Zeitfenster gebunden ist. Die korrekte Einhaltung dieser Zeiten ist entscheidend für die Gültigkeit und den Lohn unserer Gebete. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit den optimalen Gebetszeiten und den Zeitabschnitten befassen, in denen bestimmte Gebete verboten sind, um Klarheit und Verständnis für diese fundamentalen Aspekte unserer Anbetung zu schaffen. Bismillāhir-rahmānir-rahīm. Al-hamdu lillāhi rabbil-ālamīn. Was-salātu was-salāmu alā rasūlinā muhammad, wa alā ālihi wa sahbihi ajma’īn. In Deinem Namen lernen wir diese Dinge und nur Dir gegenüber müssen wir uns am Ende rechtfertigen.

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Inhaltsverzeichnis

Die Bedeutung der Gebetszeiten im Islam

Die Wichtigkeit, das Gebet innerhalb seiner vorgeschriebenen Zeit zu verrichten, kann nicht genug betont werden. Der Gesandte ALLĀHs (ﷺ) wurde einst nach den Taten gefragt, die ALLĀH ta’ālā am liebsten sind, und er (ﷺ) antwortete: „… الصَّلاَةُ عَلَى وَقْتِهَا (sinngemäß) „Das Gebet zu seiner Zeit. […]„ [Sahīh al-Bukhārī]. Dieser Hadith unterstreicht die fundamentale Rolle der Pünktlichkeit im Gebet. Für die Shāfi’īten, einer der vier großen Rechtsschulen im Islam, bezieht sich diese Aussage insbesondere auf den Beginn der jeweiligen Gebetszeiten. Es ist ein Ausdruck der Hingabe und des Gehorsams gegenüber ALLĀH, wenn ein Gläubiger danach strebt, seine Pflichtgebete so früh wie möglich innerhalb ihres Zeitfensters zu verrichten, sobald die Zeit sicher eingetreten ist.

Der beste Zeitabschnitt für die Pflichtgebete

Der ideale Beginn der Gebetszeit

Der Beginn einer jeden Gebetszeit wird für alle fünf Pflichtgebete als der grundsätzlich beste Zeitabschnitt angesehen. Dies gilt auch dann, wenn es in spezifischen Abbildungen oder Aufzählungen nicht explizit für jedes Gebet separat aufgeführt ist; man kann es sich gedanklich immer dazudenken. Voraussetzung hierfür ist natürlich die Gewissheit, dass die jeweilige Gebetszeit auch wirklich begonnen hat. Es ist wichtig zu verstehen, dass „zu Beginn der Zeit“ nicht bedeutet, dass man sofort und ohne jede Vorbereitung das Gebet verrichten muss. Vielmehr ist es völlig akzeptabel und beeinträchtigt den besonderen Lohn nicht, wenn man sich vor dem Gebet vorbereitet. Dazu gehört beispielsweise das Verrichten des Wudū (Gebetswaschung), das Anziehen geeigneter Kleidung, das Ausrufen des Adhān (Gebetsruf) und der Iqāmah (zweiter Gebetsruf) sowie das Verrichten der Sunnah-Gebete (freiwillige Gebete, die vor oder nach den Pflichtgebeten verrichtet werden), bevor man dann das eigentliche Pflichtgebet betet. All diese vorbereitenden Handlungen sind Teil des Prozesses und mindern den Lohn des Gebets zu seiner Zeit nicht.

Das Asr-Gebet im letzten Abschnitt

Obwohl der frühe Beginn der Gebetszeit empfohlen ist, gibt es spezifische Hinweise bezüglich des Asr-Gebets. Der Gesandte ALLĀHs (ﷺ) sagte: تِلْكَ صَلاَةُ الْمُنَافِقِ يَجْلِسُ يَرْقُبُ الشَّمْسَ حَتَّى إِذَا كَانَتْ بَيْنَ قَرْنَىِ الشَّيْطَانِ قَامَ فَنَقَرَهَا أَرْبَعًا لاَ يَذْكُرُ اللَّهَ فِيهَا إِلاَّ قَلِيلاً (sinngemäß) „Dies ist das Gebet des Heuchlers: Er sitzt und beobachtet die Sonne und wenn sie zwischen den Hörnern des Teufels ist, steht er auf und schlägt viermal auf den Boden, während er darin kaum ALLAHs gedenkt.„ [Sahih Muslim]. Dieser Hadith warnt vor dem Aufschieben des Asr-Gebets bis in den letzten, unschönen Zeitabschnitt, kurz vor Sonnenuntergang. Das Verrichten des Asr-Pflichtgebets in diesem letzten Abschnitt seiner Gebetszeit ist nicht verboten (harām), sondern lediglich makrūh (missbilligt, aber gültig). Man könnte es theoretisch noch zehn Minuten vor der Maghrib-Gebetszeit verrichten, auch wenn dies als sehr unschön gilt und dem Geist der Pünktlichkeit widerspricht.

Das Ende der Maghrib-Gebetszeit

Die Bestimmung des Endes der Maghrib-Gebetszeit und damit des Beginns der Ishā-Gebetszeit ist ein Thema, bei dem es unterschiedliche Meinungen unter den Gelehrten gibt. Laut Imām ash-Shāfi’ī (radīAllāhu anhu) in seiner früheren Ansicht, dauert die Maghrib-Gebetszeit nur so lange, wie man für das Pflichtgebet, die dazugehörigen Sunnah-Gebete und alle damit verbundenen Vorbereitungen (wie Toilettengang, Wudū, Anziehen, Hunger stillen, Adhān, Iqāmah) benötigen würde. Die späteren Shāfi’īten jedoch widersprachen dieser Ansicht und vertraten die Meinung, dass Maghrib bis zum vollständigen Verschwinden der Abendröte (der roten Dämmerung nach Sonnenuntergang) andauert. Diese spätere Ansicht der Shāfi’īten wird auch durch den Hadith des Gesandten ALLĀHs (ﷺ) gestützt, der sagte: „… وَقْتُ الْمَغْرِبِ مَا لَمْ يَسْقُطْ ثَوْرُ الشَّفَقِ … (sinngemäß) „[…] die Zeit von Maghrib (besteht) solange nicht die Abenddämmerung vergeht, […]“ [Sahīh Muslim]. Dies ist die gängigere und vorsichtigere Meinung.

Unterschiede bei der Bestimmung der Maghrib- und Ishā-Zeiten

Es ist wichtig zu wissen, dass viele der heute berechneten Gebetszeiten nicht immer auf der Meinung basieren, dass der Übergang von der Maghrib-Gebetszeit zur Ishā-Gebetszeit mit dem Verschwinden der roten Abendröte stattfindet. Dies führt zu Unterschieden in den Gebetskalendern und kann für Gläubige, die der hier beschriebenen Meinung folgen möchten, zu Verwirrung führen. In Gebieten, in denen der Hanafi Madhhab verbreitet ist, wird oft die Ansicht befolgt, dass Ishā erst ein wenig später, bei vollständiger Dunkelheit, beginnt. Einige Moscheen oder Organisationen befolgen zudem spezifische Berechnungen, die den Beginn der Ishā-Gebetszeit auf eine feste Zeitspanne nach Maghrib legen, beispielsweise nach 90 Minuten. Die Angaben von Diyanet (mit 80 Minuten nach Maghrib) basieren scheinbar auf der Meinung mit dem Verschwinden des weißen Lichtes, während die Angaben der IGMG (mit 70 Minuten nach Maghrib) auf der Meinung mit dem Verschwinden der Abendröte basieren. Angesichts der sogenannten Lichtverschmutzung und der Notwendigkeit einer gewissen Erfahrung für eigene Sichtungen wäre es ratsam, die vorhandenen Berechnungen mit Vorsicht anzuwenden. Eine übermäßige Verzögerung des Maghrib-Gebets, beispielsweise bis zu 50 Minuten, wird von vielen als nicht ratsam angesehen, um auf der sicheren Seite zu sein. Allgemein ist eine vorsichtige Handhabung berechneter Gebetszeiten sehr empfehlenswert. Das Gebet sekundengenau nach diesen auszurichten, wäre riskant, wAllāhu a’lam.

Quelle/MadhhabAnsatz für Ishā-BeginnAnmerkung
Shafi'i (spätere Ansicht)Verschwinden der AbendröteOft als Standard angesehen, basiert auf Hadith
HanafiVollständige DunkelheitBeginnt etwas später, verbreitet in bestimmten Regionen
DiyanetCa. 80 Minuten nach MaghribBasierend auf dem Verschwinden des weißen Lichts
IGMGCa. 70 Minuten nach MaghribBasierend auf dem Verschwinden der roten Abendröte

Wann die Ishā-Gebetszeit endet

Die Ishā-Gebetszeit ist ebenfalls ein Thema, das zu Diskussionen über ihr Ende geführt hat. Der Gesandte ALLĀHs (ﷺ) sagte: „… وَقْتُ الْعِشَاءِ إِلَى نِصْفِ اللَّيْلِ … (sinngemäß) „[…] die Zeit von Ishā geht bis zur Hälfte der Nacht, […]“ [Sahīh Muslim]. Dieser Hadith wird oft als Argument dafür herangezogen, dass die Ishā-Gebetszeit nicht bis zur Fajr-Gebetszeit andauern kann. Die Gelehrten der Madhhab verstehen diesen Hadith jedoch so, dass er nicht das absolute Ende der Gebetszeit, sondern das Ende ihres empfohlenen Zeitabschnittes markiert. Da es zusätzlich noch Ahādīth gibt, die stattdessen von einem Drittel der Nacht handeln, zogen einige Gelehrte diese aus Vorsicht vor. Die breitere Ansicht besagt, dass die Gebetszeit technisch bis zum Beginn der Fajr-Gebetszeit andauert, obwohl es stark missbilligt wird, sie so lange hinauszuzögern, es sei denn, es gibt einen triftigen Grund.

Ein wichtiger Beweis in diesem Zusammenhang ist die Begebenheit, als die Muslime auf einer Reise das Fajr-Gebet allesamt verschliefen und es später nach seiner Gebetszeit gemeinsam mit dem Gesandten ALLĀHs (ﷺ) nachholten. Einige waren beunruhigt darüber, wie sie diese Schuld nun begleichen könnten. Der Gesandte ALLĀHs (ﷺ) sagte daraufhin: „‏“ ‏أَمَا لَكُمْ فِيَّ أُسْوَةٌ „‏ ‏.‏ ثُمَّ قَالَ ‏“ ‏أَمَا إِنَّهُ لَيْسَ فِي النَّوْمِ تَفْرِيطٌ إِنَّمَا التَّفْرِيطُ عَلَى مَنْ لَمْ يُصَلِّ الصَّلاَةَ حَتَّى يَجِيءَ وَقْتُ الصَّلاَةِ الأُخْرَى …“‏ (sinngemäß) „Bin ich für euch denn kein Vorbild? Es gibt keine Nachlässigkeit im Schlaf! Nachlässigkeit wäre es bei jemandem, der sein Gebet nicht betet bis die Zeit des anderen Gebets eintritt. […]“ [Sahīh Muslim]. Dieser Hadith wird oft verwendet, um zu zeigen, dass die Gebetszeit im Allgemeinen bis zum Beginn der nächsten Gebetszeit andauert, mit der Fajr-Gebetszeit als offensichtlicher Ausnahme, da ihr keine weitere Pflichtgebetszeit folgt. Ohne Zweifel wäre es dennoch besser, sein Ishā-Gebet innerhalb des ersten Drittels der Nacht zu beten, um aufgrund der starken Meinungsverschiedenheit auf der sichereren Seite zu sein und den empfohlenen Zeitraum einzuhalten. Die Shāfi’īten sprechen zudem von einem Makrūh-Zeitabschnitt für Ishā kurz vor der Fajr-Gebetszeit, der von der trügerischen Morgendämmerung bis zur wahren Morgendämmerung andauert.

Verbotene Gebetszeiten

Die fünf verbotenen Zeitabschnitte

Neben den optimalen Gebetszeiten gibt es auch bestimmte Zeitabschnitte, in denen das Verrichten bestimmter Gebete nicht nur verboten, sondern auch ungültig wäre. Diese fünf Zeiten sind:

  1. Nachdem man das Fajr-Pflichtgebet gebetet hat, bis der Sonnenaufgang beginnt; dies ist quasi das Ende der Fajr-Gebetszeit im Kontext des Gebetsverbots.
  2. Vom Beginn des Sonnenaufganges, bis die Sonne eine Höhe über dem Horizont erreicht hat, die einer Speerlänge bzw. ihrem eigenen Durchmesser entspricht. Dies dauert in der Regel etwa 10-15 Minuten nach dem sichtbaren Sonnenaufgang.
  3. Während die Sonne an ihrem höchsten Punkt (Zenit) steht, bis sie diesen Punkt wieder verlässt. Dies ist der kurze Zeitraum um die Mittagszeit, bevor die Dhuhr-Gebetszeit beginnt.
  4. Nachdem man das Asr-Pflichtgebet gebetet hat, bis die Sonne gelb wird und ihre Kraft verliert.
  5. Wenn die Sonne gelb wird und sich dem Horizont nähert, bis zum Ende des Sonnenunterganges; dies ist das Ende der Asr-Gebetszeit im Kontext des Gebetsverbots.

Die Zeiten 1 und 4 wurden bewusst separat erwähnt und nicht einfach mit 2 und 5 zusammengefasst, obwohl das auf den ersten Blick logischer erscheinen mag. Der Grund liegt darin, dass diese Verbote an die *Verrichtung des vorhergehenden Pflichtgebets* gekoppelt sind und nicht nur an den astronomischen Zeitpunkt. Wenn man beispielsweise das Asr-Pflichtgebet zehn Minuten vor der Maghrib-Gebetszeit verrichtet, heißt das nicht, dass die verbotene Gebetszeit deswegen erst zehn Minuten vor der Maghrib-Gebetszeit beginnt. Das Verbot (Zeit 4) tritt ein, *nachdem* man das Asr-Gebet gebetet hat, unabhängig davon, wann die Sonne gelb wird. Würde man die Zeiten 4 und 5 zusammenfassen, wäre das aber die logische Konsequenz. In dem genannten Beispiel hätte man die vierte verbotene Zeit einfach übergangen. Würde man das Asr-Pflichtgebet auf einer Reise in die Dhuhr-Gebetszeit vorverlegen (Jam' at-Taqdīm), dann würde die entsprechende verbotene Gebetszeit (Nummer 4) sogar schon ab dann in Kraft treten, also deutlich früher.

Ausnahmen von den verbotenen Zeiten

Es gibt zwei wichtige Ausnahmen, bei denen die oben genannten Verbote nicht gelten:

  • Während die Sonne an ihrem höchsten Punkt steht (Punkt 3), gibt es am Freitag keine verbotene Gebetszeit. Dies ermöglicht es den Muslimen, sich auf das Freitagsgebet vorzubereiten und gegebenenfalls freiwillige Gebete zu verrichten, bevor der Imam die Predigt beginnt.
  • Für Gebete, die im Haram von Makkah verrichtet werden, gelten diese fünf verbotenen Gebetszeiten gar nicht. Es ist hier nicht nur von der Moschee (Masjid al-Haram) die Rede, sondern vom gesamten heiligen Bezirk, der sogar größer ist als die Stadt Makkah selbst. Dies ist eine besondere Gnade und Erleichterung für die Pilger und Bewohner dieses heiligen Ortes, die jederzeit Gebete verrichten können.

Welche Gebete sind betroffen?

Diese fünf verbotenen Gebetszeiten beziehen sich laut der Shāfi’ī-Madhhab nur auf bestimmte Gebete. Nicht alle Gebete sind von diesen Verboten betroffen. Die Gelehrten leiteten dies aus verschiedenen Ahadith ab:

  • Der Gesandte ALLĀHs (ﷺ) sagte: „مَنْ نَسِيَ صَلاَةً أَوْ نَامَ عَنْهَا فَكَفَّارَتُهَا أَنْ يُصَلِّيَهَا إِذَا ذَكَرَهَا (sinngemäß) „Wer ein Gebet vergisst oder es verschläft, so wäre sein Ausgleich, es zu beten, wenn man sich an es erinnert.„ [Sahīh Muslim]. Dies bedeutet, dass verpasste Pflichtgebete jederzeit nachgeholt werden dürfen, auch in verbotenen Zeiten.
  • Der Gesandte ALLĀHs (ﷺ) betete das Sunnah-Gebet, das nach dem Dhuhr-Pflichtgebet kommt, erst später, nachdem er bereits das Asr-Pflichtgebet gebetet hatte, weil er zuvor beschäftigt war. [Sahīh Muslim]. Dies zeigt, dass bestimmte nachzuholende Sunnah-Gebete ebenfalls ausgenommen sind.
  • Nachdem der Gesandte ALLĀHs (ﷺ) das Fajr-Pflichtgebet in der Gemeinschaft gebetet hatte, sah er zwei Männer, die nicht mitgebetet hatten, weil sie das Gebet zuvor bereits in ihrem Lager verrichtet hatten. Der Gesandte ALLĀHs (ﷺ) sagte daraufhin: „إِذَا صَلَّيْتُمَا فِي رِحَالِكُمَا ثُمَّ أَتَيْتُمَا مَسْجِدَ جَمَاعَةٍ فَصَلِّيَا مَعَهُمْ فَإِنَّهَا لَكُمَا نَافِلَةٌ (sinngemäß) „Wenn ihr in eurem Lager gebetet habt und ihr dann zu einer Moschee mit einem Gemeinschaftsgebet kommt, dann betet mit ihnen. Denn das wäre für euch ein freiwilliges (Gebet).„ [at-Tirmidhi]. Dies belegt, dass freiwillige Gebete, die einen spezifischen Grund haben, ebenfalls erlaubt sein können.

Die Shāfi’īten leiteten von solchen Ereignissen ab, dass die verbotenen Gebetszeiten nicht für Gebete gelten, bei denen es sich gewissermaßen von selbst so ergibt, dass sie in diesen Zeiten stattfinden, oder wenn sie einen spezifischen islamischen Grund haben, der *vor* dem Gebet eintritt. Dies wird im Nachfolgenden genauer erläutert.

Was ist die Gebetszeit vor Sonnenaufgang?
Hallo Göttin. Die Gebetszeit vor Sonnenaufgang wird „Fajr" genannt. Wenn die Sonne am Mittag am höchsten steht, heißt sie „Dhuhr" und am Nachmittag „Asr". Die Gebetszeiten am Abend nach Sonnenuntergang heißen „Maghreb" und in der Nacht „Isha". Sie richten sich also nach dem Stand der Sonne.

Kategorisierung der Gebete (Shafi'i-Madhhab)

Die Gebete, die zu diesen Gebetszeiten verboten wären, werden von den Shāfi’īten gemäß einer etwas technischen Definition beschrieben, bei der diese in zwei Kategorien aufgeteilt werden:

1. Gebete ohne spezifischen Grund (Nafl Mutlaq)

Damit sind Gebete gemeint, die man sozusagen ‚einfach so‘ verrichtet, ohne dass ein spezifischer, im Islam festgelegter Anlass oder Grund für dieses Gebet vorliegt. Ein freiwilliges Gebet, das man verrichtet, weil man zum Beispiel einfach so eine neu gelernte Sūrah im Gebet rezitieren will, wäre in diesen Gebetszeiten verboten. Obwohl es sich dann eigentlich um kein grundloses Gebet handeln würde, würde kein speziell im Islam festgelegter Grund vorliegen, der das Gebet in einer verbotenen Zeit rechtfertigt.

2. Besondere Gebete, deren Ursache erst nach dem Gebet kommt

Diese Kategorie umfasst Gebete, deren Grund erst nach der Verrichtung des Gebets eintritt. Solche Gebete sind in den verbotenen Zeiten ebenfalls untersagt. Hier sind einige Beispiele, um dies zu verdeutlichen:

GebetGrund der VerrichtungErlaubt/Verboten in verbotener Zeit
Moschee-Begrüßungsgebet (Tahiyyatul Masjid)Betreten der Moschee (Grund VOR Gebet)Erlaubt
Sunnah-Gebet vor dem Pilgern (Ihrām)Beginn des Pilger-Status (Grund NACH Gebet)Verboten
Nachholen eines Pflichtgebets (Qadā')Verpasste Gebetszeit (Grund VOR Gebet)Erlaubt
Istikhārah-GebetIstikhārah-Bittgebet (Grund NACH Gebet)Verboten
Sonnen-/MondfinsternisgebetFinsternis (Grund WÄHREND Gebet)Erlaubt

Andere Gebete, die ebenfalls erlaubt sind, weil ihr Grund *vor* oder *während* ihrer Verrichtung eintritt, sind das Beerdigungsgebet (Salat al-Janazah), das Sunnah-Gebet nach dem Wudū (Gebetswaschung), das Sunnah-Gebet nach dem Tawāf (Umrundung der Kaaba), die Dankbarkeitsniederwerfung (Sujūd ash-Shukr) und die Rezitationsniederwerfung (Sujūd at-Tilāwah). Die Begründung dafür sollte nun klar sein.

Es gibt jedoch eine wichtige Einschränkung: Würde man zum Beispiel eine Moschee während einer verbotenen Gebetszeit betreten, *nur um* das Moschee-Begrüßungsgebet beten zu können, dann wäre das Gebet jedoch verboten. Ebenso wäre es verboten, wenn man nach dem Betreten einer Moschee mit voller Absicht das Beginnen einer verbotenen Gebetszeit abwarten würde, bevor man das Gebet verrichtet. Die Absicht (Niyyah) spielt hier eine entscheidende Rolle.

Die Informationen in diesem Artikel basieren unter anderem auf Quellen wie „Reliance of the Traveller“, „Fiqh al-Ibādāt“ und „Mughnī al-Muhtāj“, welche anerkannte Werke der Shāfi’ī-Rechtsschule sind.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann ist die beste Zeit, um ein Pflichtgebet zu verrichten?

Die beste Zeit, um ein Pflichtgebet zu verrichten, ist im Allgemeinen der Beginn seiner jeweiligen Gebetszeit, sobald man sich sicher ist, dass die Zeit eingetreten ist. Dies wird durch den Hadith „Das Gebet zu seiner Zeit“ unterstrichen.

Was ist, wenn ich eine Gebetszeit verschlafe oder vergesse?

Wenn man ein Gebet verschläft oder vergisst, ist es eine Pflicht, es sofort nachzuholen, sobald man sich daran erinnert oder aufwacht. Solche Nachholgebete (Qadā') sind auch in den normalerweise verbotenen Gebetszeiten erlaubt, da der Grund für das Gebet (das Verpassen) vor der Nachholung eingetreten ist.

Darf ich jederzeit in der Moschee beten?

In der Regel sind die Gebetszeiten in der Moschee auf die Pflichtgebete und die damit verbundenen Sunnah-Gebete abgestimmt. Das Moschee-Begrüßungsgebet (Tahiyyatul Masjid) ist eine Ausnahme, die auch in verbotenen Zeiten erlaubt ist, wenn man die Moschee betritt. Es ist jedoch wichtig, die lokalen Gegebenheiten und die spezifischen Anweisungen der Moschee zu beachten.

Ist es verboten, das Asr-Gebet kurz vor Maghrib zu beten?

Das Verrichten des Asr-Gebets kurz vor Maghrib ist nicht verboten (harām), aber es ist makrūh (missbilligt), da dies als das Gebet der Heuchler im Hadith beschrieben wird. Es wird dringend empfohlen, das Asr-Gebet früher in seiner Zeit zu verrichten, um den vollen Lohn zu erhalten und die Missbilligung zu vermeiden.

Und ALLĀH ta’ālā weiß es am besten.

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