Was passiert wenn der Vergaser zu Fett eingestellt ist?

Vergaser abstimmen: Wenn der Motor zu fett läuft

17/04/2023

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Damit ein Roller-Motor optimal funktioniert, muss er stets präzise auf die jeweiligen Betriebsbedingungen eingestellt sein. Dieser Vorgang wird als Abstimmen bezeichnet und ist unerlässlich, sobald Sie Veränderungen an Ihrem Roller vornehmen. Ein klassisches Beispiel ist der Einbau eines Sportluftfilters, der eine zwingende Neueinstellung des Vergasers erfordert. Aber auch saisonale Temperaturschwankungen, wie kühlere Wintertemperaturen, können dazu führen, dass der Motor zu mager läuft. Kältere Luft enthält mehr Sauerstoff, was eine Anpassung der Bedüsung auf „fetter“ notwendig machen kann – ein Effekt, der besonders bei stark getunten Motoren spürbar wird.

Wie leere ich einen Vergaser?
Um den Vergaser zu leeren, kannst du die Maschine mit geschlossenem Benzinhahn im Stand laufen lassen, bis sie ausgeht. Dies kann auch helfen, wenn die Maschine nach längerer Zeit nicht mehr anspringen will, da oft undichte Benzinhähne die Ursache dafür sind. Das Benzin verdunstet im Vergaser sehr schnell.

Durch eine sorgfältige Abstimmung stellen Sie sicher, dass der Motor keinen Schaden nimmt, sei es durch Überdrehen oder eine Abmagerung des Luft-Benzingemisches. Darüber hinaus entfaltet nur ein perfekt abgestimmter Motor seine maximale Leistung und nutzt die verbauten Komponenten optimal aus. Bei Rollern mit CVT-Antrieb (Variomatikantrieb) gibt es zwei Hauptbereiche, die eingestellt werden müssen: den Vergaser und den gesamten CVT-Antrieb.

Zuerst wird der Vergaser so eingestellt, dass er in jedem Lastbereich (Gasschieberstellung) das ideale Luft-Benzingemisch liefert. Ist der Vergaser in einem dieser Bereiche zu fett eingestellt, bedeutet dies, dass das Luft-Benzingemisch einen zu hohen Anteil an Benzin aufweist. Der Roller stottert in diesem Fall meist und spuckt unverbrannten Kraftstoff aus dem Auspuff. Bei einer zu mageren Abstimmung ist das Gegenteil der Fall: Das Luft-Benzingemisch hat einen zu hohen Luftanteil, was dazu führen kann, dass der Roller ausgeht oder sich häufig verschluckt. Beides ist weder leistungsfördernd noch motorschonend und kann zu ernsthaften Motorschäden führen. Daher sollte man bei der Vergasereinstellung stets mit größter Vorsicht vorgehen und im Zweifelsfall immer die Hilfe eines erfahrenen Mechanikers in Anspruch nehmen.

Wichtig ist, das Luft-Benzingemisch nicht mit dem Benzin-Ölgemisch zu verwechseln; letzteres hat wenig mit der Abstimmung zu tun. Normalerweise regelt die werkseitig verbaute Ölpumpe das Benzin-Ölgemisch. Sollte diese jedoch ausgebaut sein, müssen Sie das Benzin selbst mit Öl mischen. Je nach Setup empfehlen wir hier ein Gemisch von 1:40 bis 1:50 mit vollsynthetischem Öl.

Im zweiten Schritt widmet man sich dem Variomatikantrieb. Hierbei versucht man, die einzelnen Komponenten des Antriebs so einzustellen, dass sie harmonisch zusammenwirken und der Roller seine Drehzahl über das gesamte Leistungsband hinweg gut hält. Beim Beschleunigen sollte der Roller bei einer Drehzahl einkuppeln, bei der er gut vom Fleck kommt und im weiteren Verlauf die Leistungsdrehzahl bis kurz vor seiner Endgeschwindigkeit beibehält.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen der Roller-Abstimmung

Bevor Sie mit der eigentlichen Abstimmung beginnen, ist es entscheidend, dass Ihr Roller keine Wartungsmängel oder Defekte aufweist. Andernfalls wäre die gesamte Abstimmung umsonst oder würde Sie zur Verzweiflung treiben. Prüfen Sie sorgfältig, ob der Roller keine Falschluft zieht, zum Beispiel durch einen undichten Ansaugstutzen oder einen defekten Luftfilter. Anzeichen hierfür sind ein unrunder Motorlauf mit schwankender Drehzahl oder eine schlechte Gasannahme.

Dies gilt ebenso für den Antrieb: Der Keilriemen sollte nicht porös sein oder bereits viele Tausend Kilometer hinter sich haben. Die Laufbahn der Variomatikgewichte sowie die Gewichte selbst sollten intakt und nicht verschlissen sein. Riemenscheibe, Variomatik und Wandler dürfen keine Riefen oder Einlaufspuren aufweisen, und die Kupplung sollte keine abgenutzten oder verglasten Beläge haben.

Sind alle diese Prüfungen abgeschlossen und die Bauteile in Ordnung, können Sie mit dem Abstimmen beginnen. Das passende Werkzeug sollte selbstverständlich vorhanden sein, und der Motor sollte immer auf Betriebstemperatur sein. Das Wichtigste ist, immer nur eine Sache zu ändern und diese dann zu testen. Wenn Sie beispielsweise gleichzeitig andere Gewichte einbauen und eine größere Hauptdüse im Vergaser montieren, können Sie kaum beurteilen, welche Veränderung den Roller nun besser oder schlechter macht.

Vergaser-Einstellung im Detail

Wir beginnen mit der Vergasereinstellung, da diese die Drehzahl beeinflusst. Würden wir den Vergaser nach der Abstimmung des Antriebs nachjustieren, könnte es passieren, dass der Antrieb erneut abgestimmt werden muss.

Das Zündkerzenbild als Indikator

Das Zündkerzenbild ist erst nach 2-3 Kilometern Fahrt in dem Bereich, den Sie einstellen möchten, gut ablesbar. Wenn Sie beispielsweise den Teillastbereich einstellen, fahren Sie den Roller etwa 2-3 Kilometer am Stück mit Halbgas und schalten dann während der Fahrt die Zündung aus oder bremsen direkt ab und gehen vom Gas. Anschließend bauen Sie die Zündkerze aus und begutachten das Kerzenbild:

  • Schwarz: zu fettes Gemisch
  • Rehbraun: perfektes Gemisch
  • Weiß: zu mageres Gemisch

Volllast-Abstimmung (Hauptdüse)

Zuerst wird der Volllastbereich (Vollgas) eingestellt. Wenn die Hauptdüse extrem falsch gewählt wurde, beeinflusst dies auch alle anderen Bereiche der Vergaserabstimmung. Beginnen Sie mit einer relativ großen Düse, um Motorschäden durch eine zu magere Abstimmung zu verhindern. Sollte der Roller bei Vollgas stottern oder extrem viel unverbrannten Kraftstoff aus dem Auspuff spucken, wissen Sie, dass die Düse zu groß ist. Düsen Sie dann in kleinstmöglichen Schritten nach unten, meist 2-3 oder 5 Nummern, je nach Vergaser. Bei einer zu kleinen Hauptdüse nimmt der Roller kein Vollgas an oder geht aus. Sobald der Roller nicht mehr stottert und gut läuft, können Sie sich am Zündkerzenbild orientieren, welches Rehbraun sein sollte. Ist die Zündkerze nass und schwarz, ist die Einstellung immer noch zu fett, und Sie verbauen die nächst kleinere Düse und schauen sich das Zündkerzenbild erneut an. Geht das Zündkerzenbild ins Gräuliche oder gar ins Weiße, dann ist die Abstimmung zu mager, und Sie düsen wieder hoch.

Teillast-Abstimmung (Vergasernadel)

Ist der Volllastbereich gut eingestellt, geht es an den Teillastbereich (Halbgas). Hier wird der Bereich anders als bei Volllast nicht über eine Düse, sondern über die Nadelposition eingestellt. Fahren Sie eine Weile mit Halbgas. Je nachdem, ob der Roller stottert (zu fett) oder zum Ausgehen droht bzw. zu viel Luft bekommt (zu mager), hängen Sie die Nadel magerer oder fetter. Läuft der Roller im Teillastbereich gut, können Sie sich wieder am Zündkerzenbild orientieren. Die Vergasernadel hat meist mehrere Einkerbungen. Der Clip, der die Nadel in Position hält, ist meist in der mittleren Kerbe eingesteckt. Steckt man den Clip jetzt eine Position höher, sitzt die Nadel tiefer im Vergaser und verschließt die Kanäle, über die der Sprit zugeführt wird, stärker. Das Gemisch wird im Teillastbereich magerer. Montiert man den Clip in einer tieferen Kerbe, sitzt die Nadel höher und gibt beim Gasgeben die Kanäle früher frei, über die der Vergaser im Teillastbereich seinen Sprit bekommt, und der Motor läuft bei Halbgas fetter.

Luft-/Gemisch- und Standgasschraube

Zuletzt geht man an die Benzin-Luftgemisch-Schraube. Wenn Sie abrupt Gas geben und der Roller sich verschluckt (zu mager) oder träge auf Drehzahl kommt (zu fett), kann dies darüber justiert werden. Stellen Sie zuerst über die Standgasschraube die Drehzahl etwas höher ein. Nun kann über kleine Drehungen an der Luftgemisch-Schraube das Luftgemisch eingestellt werden. Wählen Sie hier immer nur kleine Schritte, ca. ¼ Umdrehungen sind ein guter Anhaltswert. Sitzt die Schraube Richtung Ansaugstutzen, wird das Gemisch magerer, wenn man die Schraube weiter hineindreht (Sprit wird abgedreht). Dreht man die Schraube heraus, öffnet man die Spritzufuhr, und das Gemisch wird fetter. Sitzt die Luftgemisch-Schraube Richtung Luftfilter, ist es umgekehrt. Drehen Sie die Schraube zuerst ¼ Umdrehung in eine Richtung, geben Sie ein, zwei Gasstöße und lassen Sie die Drehzahl in die Standgasdrehzahl fallen. Hören Sie sich die Drehzahl an: Ist sie nun etwas höher, sind Sie auf dem richtigen Weg; ist sie gefallen, müssen Sie die Schraube in die andere Richtung drehen. Dies wiederholen Sie so lange, bis die Drehzahl nicht mehr steigt. Nun müssen Sie nur noch die Standgasschraube nach Ihren Wünschen justieren, und Sie sind fertig. Es kann sein, dass die Standgasdrehzahl beim Einstellen immer höher wird und das Rad anfängt sich zu drehen. Machen Sie diese Arbeit daher am besten auf dem Hauptständer, und regeln Sie die Drehzahl bei zu starkem Anstieg mit der Standgasschraube herunter. Haben Sie keine passende Einstellung gefunden, kann es daran liegen, dass die Nebendüse zu groß oder zu klein ist. Wählen Sie dann einfach eine größere oder kleinere Nebendüse und stellen Sie das Standgas erneut über die Luftgemisch-Schraube ein. Danach stellen Sie die Standgasdrehzahl nur noch mit der Standgasschraube ein.

Natürlich kann das Thema Vergaser je nach Modell etc. noch viel komplexer werden. Eventuell muss der Vergaser vorher noch entdrosselt werden, oder Sie müssen verschiedene Schieber, Nadeln und Düsenstöcke testen, da die verbauten einfach nicht gut laufen. Doch alle bei uns angebotenen Vergaser sollten mit dieser Anleitung gut einzustellen sein, und Sie sollten keine größeren Probleme damit haben.

Antriebs-Abstimmung: Variomatik und Kupplung

Nun kommen wir zum Antrieb. Hier geht man Bauteil für Bauteil vor und versucht, diesen so einzustellen, dass permanent die Leistungsdrehzahl gehalten wird.

Kupplung optimal einstellen

Um die Kupplung einzustellen, sollten Sie zunächst deutlich zu leichte Gewichte in die Variomatik einbauen, damit diese das Anfahrverhalten nicht verfälscht. Bauen Sie nun die weichsten Kupplungsfedern ein, die Sie haben, oder stellen Sie bei einer einstellbaren Kupplung die Vorspannung auf die kleinste Stufe. Fahren Sie jetzt mit Vollgas aus dem Stand an und merken Sie sich, wie der Roller angefahren ist. Erhöhen Sie nun die Vorspannung oder bauen Sie die nächsthärteren Federn in die Kupplung ein und fahren Sie erneut mit Vollgas an. Wenn der Roller jetzt besser zieht als am Anfang, nähern Sie sich der perfekten Anfahrdrehzahl. Dies machen Sie so lange, bis der Anzug nicht mehr besser wird oder Ihnen der aktuelle Anzug ausreicht.

Die Rolle der Variomatik

Da ein Roller keine Gänge hat, funktioniert das „Verschalten“ über die Variomatik. Im Standgas liegt der Keilriemen unten auf der Gleitbuchse der Variomatik auf und läuft hinten im Wandler ganz außen. In diesem Zustand befindet sich der Antrieb in der kleinstmöglichen Übersetzung. Die Variomatikgewichte werden durch die Fliehkraft mit steigender Drehzahl immer weiter nach außen in der Laufbahn gedrückt, wodurch die Variomatik immer weiter Richtung Riemenscheibe gedrückt wird. Durch den immer kleiner werdenden Abstand zwischen Variomatik und Riemenscheibe wandert der Keilriemen immer weiter nach außen an der Variomatik und gleichzeitig immer weiter nach innen im Wandler, bis die maximale Übersetzung erreicht wird und der Motor anfängt auszudrehen. Die Kunst bei der Variomatik ist es, die passenden Gewichte zu finden, um die bestmögliche Beschleunigung aus dem Motor zu kitzeln. Hier gibt es tatsächlich nur eine Grammzahl, die optimal funktioniert; diese unterscheidet sich jedoch von Roller zu Roller.

Mit den Gewichten wird die Drehzahl eingestellt, welche der Roller über sein komplettes Geschwindigkeitsband halten sollte. Desto schwerer die Gewichte sind, umso weniger Drehzahl hat man; wenn man leichter geht, erhöht man die Drehzahl. Es ist nur ein Gerücht, dass man mit leichteren Gewichten mehr Anzug und mit schwereren mehr Endgeschwindigkeit hat. Es gibt nur einen Satz Gewichte, mit denen der Motor am besten funktioniert, denn der Roller hat nur eine Leistungsdrehzahl, bei welcher er optimal funktionieren kann.

Was passiert wenn der Vergaser zu Fett eingestellt ist?
Wenn der Vergaser zu fett eingestellt ist, spricht man davon, dass das Luft-Benzingemisch einen zu hohen Anteil an Benzin hat. In diesem Fall stottert der Roller meist und spuckt unverbrannten Kraftstoff aus dem Auspuff.

Wenn Sie mit dem Abstimmen der Gewichte beginnen, schauen Sie sich zuerst an, wie der Roller sich verhält. Überprüfen Sie, ob der Motor die Drehzahl konstant hält oder ob der Motor überdreht oder zu wenig Drehzahl hat. Wenn nach dem Einkuppeln die Drehzahl fallen sollte und der Roller einige Zeit braucht, um wieder auf Drehzahl zu kommen, sind die Gewichte meist zu schwer, und man verbaut leichtere. Gehen Sie am besten immer in 0,2g bis 0,5g Schritten vor, damit Sie die idealen Gewichte nicht überspringen. Testen Sie dies erneut; sollte es besser sein, aber die Drehzahl fällt immer noch, gehen Sie noch mal 0,5g leichter, bis das Loch, in dem die Drehzahl fällt, weg ist.

Ist es umgekehrt und der Roller fährt an und die Drehzahl geht direkt extrem hoch, aber der Roller zieht nicht richtig durch, dann sind die Gewichte zu leicht, und Sie gehen solange in 0,2g bis 0,5g Schritten hoch, bis der Roller nicht mehr überdreht. Sie können auch immer mal ein wenig weiter runter oder höher gehen mit den Gewichten, um zu schauen, ob es nochmals besser oder wieder schlechter wird. Beim Abstimmen vom Antrieb empfehlen wir die Verwendung eines Drehzahlmessers, da dort die aktuelle Drehzahl immer abgelesen werden kann und dadurch das Abstimmen deutlich vereinfacht wird.

Die Gegendruckfeder

Bei der Gegendruckfeder machen viele immer den Fehler, einfach härtere Federn zu verbauen. Die Gegendruckfeder sollte immer so weich wie möglich und nur so hart wie nötig gewählt werden, da man bei einer zu starken Feder einen Leistungsverlust hat. Wenn der Keilriemen beim Anfahren rutscht, macht man eine härtere Feder rein. Einen rutschenden Keilriemen erkennt man daran, dass die Drehzahl beim Anfahren steigt, aber keine Leistung kommt, und kurz darauf der Keilriemen doch greift und die Drehzahl sich wieder einpendelt und der Roller wieder zieht. Wenn die Gegendruckfeder gewechselt wird, kann es vorkommen, dass die Gewichte nochmals gewechselt werden müssen.

Häufig gestellte Fragen zu Vergaserproblemen

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung gängiger Vergaserprobleme und deren Lösungen, basierend auf häufig gestellten Fragen zum Fahrverhalten von Motorrädern und Rollern.

Problem 1: Motor startet schlecht bis gar nicht im kalten Zustand; warm ist es besser.

Mögliche Ursache: Chokedüse im Vergaser verstopft, Fehler im Chokesystem oder Vergaserschieber schließen nicht vollständig.
Abhilfe: Chokedüse und alle Kanäle im Chokesystem prüfen und reinigen. Sicherstellen, dass alle Vergaserschieber komplett schließen. Spritzen Sie testweise etwas Benzin direkt in die Vergaser; springt der Motor kurz an, ist dies ein Zeichen für zu wenig oder kein Benzingemisch aus dem Vergaser.

Problem 2: Motor springt nur mit Choke an, auch wenn er warm ist. Geht ohne Choke aus.

Mögliche Ursachen: Leerlaufdüse zu klein oder verstopft, Gemischeinstellschraube zu weit eingeschraubt (zu mager), oder das Leerlaufsystem ist durch Abmagerung nicht funktionsfähig.
Abhilfe: Leerlaufdüse 0,05 mm oder sogar 0,10 mm größer wählen. Gemischeinstellschraube weiter herausdrehen. Vergaser komplett zerlegen, reinigen (idealerweise Ultraschall) und mit neuen Dichtsätzen zusammenbauen. Prüfen Sie zudem Ansaugstutzengummis oder Flansche zwischen Vergaser und Motor auf Falschluft. Ein sehr hohes Standgas, das nach kurzer Zeit abfällt und zum Ausgehen des Motors führt, deutet ebenfalls auf zu wenig Benzin oder Falschluft hin.

Problem 3: Motor startet gut und hat Standgas, nimmt aber nur unwillig Gas an oder stirbt ab.

Mögliche Ursachen: Schwimmerstand viel zu niedrig, zu kleine oder verstopfte Leerlaufdüse, Gemischeinstellschraube zu weit eingeschraubt (zu mager), oder das Leerlaufsystem ist mit Ablagerungen verschmutzt.
Abhilfe: Schwimmerstand gemäß Modell und Handbuch korrigieren. Leerlaufdüse 0,05 mm oder sogar 0,10 mm größer wählen. Gemischeinstellschraube testweise 1 bis 1,5 Umdrehungen weiter herausdrehen. Eine komplette Vergaserreinigung kann ebenfalls notwendig sein.

SymptomMögliche UrsacheAbhilfe
Motor ruckelt, wird langsam schneller, nimmt bei wenig Gas schlecht an.Zu fette Gemischaufbereitung (z.B. verschlissene Nadel/Düse)Neue Membrannadel / Hauptdüse einbauen, da Verschleiß den Ringspalt vergrößert.
Motor stirbt ab, als ob die Zündung unterbrochen wird; nimmt Gas zurück, Leistung kommt zurück.Zu magere GemischaufbereitungSchwimmerstand kontrollieren.

Zusatzhinweis: Bei Verwendung von „offenen“ Luftfiltern (Delo, K+N etc.) anstelle der Serienfilter müssen oft die Leerlaufdüse (meist 0,05 oder 0,10 mm größer) und die Hauptdüse (0,10 bis 0,15, manchmal sogar 0,20 mm größer) angepasst werden. Bei bestimmten Modellen muss die Nadel höher gehängt werden (Clip in die unterste Kerbe) oder es müssen andere Nadeln verwendet werden. Prüfen Sie auch, ob beide Vergaser die gleiche Menge Benzin erhalten, indem Sie sie fluten, die Benzinhähne schließen, einzeln öffnen und das Benzin in Messbechern (z.B. Apothekerspritze) abmessen.

Problem 4: Motor startet, hat Standgas, gutes Anfahren, aber keine Leistung beim Beschleunigen.

Merkmal für zu magere Gemischaufbereitung: Sie geben Gas, und es geht gar nichts mehr, so als ob die Zündung unterbrochen wird. Nehmen Sie das Gas zurück, setzt die Motorleistung wieder ein.
Merkmal für zu fette Gemischaufbereitung: Sie geben Gas, und der Motor ruckelt nur, wird langsam schneller, besonders bei leichtem Gasgeben. Plötzlich ist ein Punkt erreicht, wo der Motor Gas annimmt und hochdreht.
Abhilfe: Bei Symptomen für zu fettes Gemisch: Neue Membrannadel einbauen und/oder Hauptdüse einbauen. Durch Abnutzung im 0,01 mm Bereich wird das Loch größer bzw. die Nadel dünner. Der Ringspalt wird größer, sodass mehr Benzin hochkommt. Dadurch läuft das Motorrad zu fett. Bei Symptomen für zu mageres Gemisch: Schwimmerstand kontrollieren.

Problem 5: Motor wird im 5. Gang bei fast Vollgas nicht schneller, sondern langsamer oder ruckelt. Nimmt man etwas Gas zurück, wird er kurz schneller.

Mögliche Ursache: Ziemlich sicher ist die Hauptdüse ausgeschliffen, defekt oder zu groß (zu fettes Gemisch).
Abhilfe: Neue Hauptdüse oder Hauptdüse um 0,15 mm kleiner wählen und prüfen, ob die Symptome verschwinden.

Problem 6: Im Fahrbetrieb bleibt das Gas stehen, obwohl der Gasgriff ganz geschlossen ist. Reduziert man die Drehzahl mit der Bremse, geht das Gas wieder ins normale Standgas zurück.

Mögliche Ursachen: Chokekolben klemmt, Feder im Chokesystem zu schwach oder gebrochen, Chokesystem verschmutzt oder Dichtungen defekt.
Abhilfe: Feder, Kolben, Dichtungen (auch die Gummikappe der Welle) und Kanäle des Chokesystems prüfen, säubern, ggf. Teile erneuern.

Allgemeine Hinweise und Wartungstipps

Bestehen Probleme absolut unverändert, liegt es an etwas anderem, z.B. schlechte Masse Motor-Rahmen-Zündung oder andere Probleme mit der Zündanlage, die schwieriger zu finden sind. Bedenken Sie, auch Vergaser haben Verschleiß, und irgendwann müssen Neuteile her. Verschleißteile im Vergaser sind Nadel, Membran, Chokekolben, Schieber, Lager der Drosselklappen, Drosselklappen, Dichtungen, O-Ringe usw. Es ist immer billiger, verschlissene Vergaser mit Neuteilen zu reparieren, anstatt Löcher im Kolben zu haben.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Motorrad zu fett oder zu mager läuft, oder wenn es bei einer bestimmten Gasschieberöffnung nicht gut läuft, ziehen Sie den Choke vollständig. Verstärkt sich das Problem, ist die Gemischaufbereitung zu mager. Verändert sich gar nichts, ist zu prüfen, ob der Chokekolben überhaupt richtig schließt. Bei allen Symptomen, die auf zu fette Gemischaufbereitung hinweisen, sollte man zuerst prüfen, ob die Chokekolben überhaupt richtig schließen bzw. der Dichtgummi im Kolben und die Feder in optimalem Zustand sind. Viele Vergaserprobleme rühren allein daher.

Längerer Stillstand: Schließen Sie immer die Benzinhähne, wenn die Maschine abgestellt wird (Problem der XS 400 mit unterdruckgesteuertem Benzinhahn). Überprüfen Sie regelmäßig durch Abziehen des Benzinschlauches, ob der Benzinhahn auch wirklich dicht ist. Es besteht die Gefahr, dass die Vergaser geflutet und bei defekter Schwimmernadel dann Benzin in das Motorenöl gelangen kann. Gefahr des Motorschadens! Wenn die Maschine länger als zwei Wochen nicht gebraucht wird, machen Sie sich die Mühe und lassen Sie Benzin aus den Vergasern ab. Ziehen Sie auch den Benzinhahn ab, wenn Sie nicht sicher sind, dass der Benzinhahn 100% schließt. Sie können, um den Vergaser zu leeren, die Maschine auch mit geschlossenem Benzinhahn (Unterdruckschlauch abziehen) im Stand so lange laufen lassen, bis sie ausgeht.

Undichte Benzinhähne sind oft schuld, wenn die Maschine nach längerer Zeit nicht mehr anspringen will. Das Benzin verdunstet im Vergaser sehr schnell. Dadurch öffnet sich das Schwimmernadelventil, und ein undichter Benzinhahn kann Tropfen für Tropfen neues Benzin in den Vergaser geben, was wieder verdunstet. Zurück bleiben Ablagerungen im Vergaser, die den Vergaser beeinträchtigen, ja sogar unbrauchbar machen können. Es ist sicher einfacher, den Benzinhahn abzuziehen als z.B. im Frühjahr eine Komplettreinigung des Vergasers vornehmen zu müssen.

Anmerkung zu Tankkorrosion: Es ist leider unbestritten, dass heutige Benzine aufgrund ihrer Zusammensetzung sehr viel aggressiver sind als frühere verbleite Benzine. Vor allem die Tanks des Modells 12E sind hiervon besonders stark betroffen. Darum rate ich hier besonders zu einer Tankversiegelung, bevor es zu spät ist. Die Kosten der Anschaffung eines guten gebrauchten Tanks sind wesentlich höher als die Investition in ein Tanksiegelset. Die losgelösten Rostpartikel verschmutzen den Vergaser meist so stark, dass die oben genannten Probleme auftreten können.

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