Wie werden die Kandidaten für das Diakonat oder Priesteramt vorgestellt?

Die Priesterweihe: Ein Sakramentaler Weg

01/06/2023

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Die Priesterweihe ist ein zentrales Sakrament in der römisch-katholischen Kirche, das einen Mann in den Dienst Gottes und der Gemeinschaft beruft. Sie ist nicht nur ein zeremonieller Akt, sondern eine tiefgreifende spirituelle Transformation, die den Geweihten auf einzigartige Weise mit Christus verbindet und ihn befähigt, die Sakramente zu spenden und das Volk Gottes zu leiten. Dieser Artikel beleuchtet die Voraussetzungen, den Ausbildungsweg und den detaillierten Ablauf dieser heiligen Zeremonie, die für viele Gläubige ein Höhepunkt des kirchlichen Lebens ist.

Was ist die Priesterweihe?
Da die Priesterweihe nach katholischen Glauben ein Sakrament ist, also ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Gott, kann sie vom Menschen nicht rückgängig gemacht werden. Mehr Informationen zu Ursprung, Bedeutung und Entwicklung des Weihesakraments finden Sie unter cms.vivat.de/themenwelten.

Die Weihe ist ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Gott und kann nach katholischem Glauben vom Menschen nicht rückgängig gemacht werden. Es ist ein lebenslanger Bund, der Hingabe, Gehorsam und einen tiefen Glauben erfordert, um den Dienst in der Kirche treu zu erfüllen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Priesterweihe? Ein Überblick

Die Priesterweihe ist der Akt, durch den ein Mann zum Priester in der römisch-katholischen Kirche bestellt wird. Sie ist ein Sakrament, das ihm eine besondere Gnade verleiht und ihn befähigt, in der Person Christi, des Hauptes der Kirche, zu handeln. Dies ist besonders bedeutsam bei der Feier der Eucharistie und der Spendung anderer Sakramente. Die Kirche legt strenge Voraussetzungen für die Weihe fest, um die Ernsthaftigkeit und Heiligkeit dieses Amtes zu gewährleisten und sicherzustellen, dass nur geeignete Kandidaten diese hohe Berufung empfangen.

Voraussetzungen für die Priesterweihe

Nach römisch-katholischem Kirchenrecht kann nur ein getaufter und gefirmter Mann zum Priester geweiht werden. Diese beiden Sakramente bilden die Grundlage der christlichen Initiation und sind somit unabdingbar für den Empfang weiterer Sakramente. Darüber hinaus muss der Kandidat das 25. Lebensjahr vollendet haben, was eine gewisse Reife, Urteilsfähigkeit und Lebenserfahrung voraussetzt, um die anspruchsvollen Aufgaben des priesterlichen Dienstes übernehmen zu können. Eine weitere zentrale und oft diskutierte Anforderung ist die Ehelosigkeit, bekannt als Zölibat. Das Versprechen des Zölibats legt der Kandidat bereits vor der eigentlichen Weihe ab. Dieses Versprechen symbolisiert seine Bereitschaft zur vollständigen und ungeteilten Hingabe an Gott und die Kirche und ermöglicht ihm, sich ganz dem Dienst am Nächsten zu widmen, ohne familiäre Verpflichtungen.

Der Weg zur Weihe: Ausbildung und Vorbereitung

Der Weg zum Priesteramt ist langwierig, herausfordernd und anspruchsvoll. Zwischen dem Eintritt in ein Priesterseminar und dem Zeitpunkt der endgültigen Entscheidung für den Priesterberuf liegen rund sieben Jahre intensiver Vorbereitung, die verschiedene Phasen umfassen, um den Kandidaten umfassend auf seine zukünftige Rolle vorzubereiten. Diese Zeit ist geprägt von umfassender theologischer und philosophischer Bildung sowie praktischen Erfahrungen, die sowohl den Intellekt als auch den Charakter formen:

  • Akademisches Studium: Der Bewerber absolviert ein fünfjähriges Studium der Philosophie und Theologie an einer kirchlichen Hochschule oder Universität. Dieses Studium ist fundamental, um ein tiefes Verständnis des Glaubens, der Kirchengeschichte, der Moraltheologie, der Liturgie und der Heiligen Schrift zu entwickeln. Es vermittelt das notwendige Rüstzeug, um den Glauben zu verkünden und theologische Fragen zu beantworten.
  • Praktische Erfahrungen: Parallel zum Studium oder in eigenen Praktikumsphasen werden praktische Erfahrungen in Gemeinden und sozialen Einrichtungen gesammelt. Diese Praktika dienen dazu, den zukünftigen Priester mit den realen Herausforderungen des pastoralen Dienstes vertraut zu machen. Hier lernt er, wie man mit Menschen umgeht, seelsorgerische Gespräche führt, Gottesdienste vorbereitet und caritative Aufgaben wahrnimmt. Es ist eine wichtige Phase, um die eigene Berufung in der Praxis zu erproben und zu festigen.
  • Geistliche Prägung und Gemeinschaftsleben: Die Priesteramtskandidaten leben in Priesterseminaren, wo sie eine intensive geistliche Prägung erhalten. Dies umfasst regelmäßige Gebetszeiten, geistliche Begleitung durch Mentoren, die Teilnahme an Exerzitien und das gemeinsame Leben in einer Gemeinschaft. Diese Aspekte sind entscheidend für die persönliche und spirituelle Entwicklung. Darüber hinaus ist es üblich, dass die Studenten zwei Semester außerhalb des Kollegs leben, oft in einer anderen Stadt oder an einer anderen Universität. Dies dient dazu, ihren Horizont zu erweitern, ihre Selbstständigkeit zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen außerhalb des geschützten Seminarumfelds zu sammeln.

Diese umfassende Ausbildung soll sicherstellen, dass die Kandidaten nicht nur intellektuell gebildet, sondern auch spirituell gereift, menschlich gefestigt und pastoral kompetent sind, um die vielfältigen Aufgaben des priesterlichen Dienstes mit Hingabe und Verantwortung zu erfüllen.

Der Ablauf der Weiheliturgie: Ein Sakramentaler Akt

Die Weihen zum dreistufigen Amt in der katholischen Kirche – Diakon, Priester und Bischof – werden stets innerhalb einer Heiligen Messe gespendet. Dies unterstreicht ihre tiefe Verbundenheit mit dem eucharistischen Opfer Christi und der gesamten Liturgie der Kirche. Spender der Weihe ist stets ein Bischof, da er die Fülle des Weihesakraments besitzt und die Nachfolge der Apostel darstellt. Bei der Bischofsweihe sollen sogar drei weihende Bischöfe anwesend sein, unter ihnen in der Regel der zuständige Metropolit (Erzbischof), um die Kollegialität des Bischofsamtes zu betonen.

Beginn der Zeremonie und die Erwählung

Zu Beginn der Messe werden die Kandidaten für das Diakonat oder Priesteramt dem Bischof vorgestellt. Dies geschieht oft durch den Regens des Priesterseminars oder einen anderen Verantwortlichen, der die Namen der Kandidaten verliest und dem Bischof versichert, dass sie würdig sind und die notwendige Ausbildung durchlaufen haben. Der Bischof befragt daraufhin auch die anwesenden Gläubigen, ob sie die Kandidaten für würdig halten, was ihre Zustimmung und Unterstützung für die zukünftigen Amtsträger symbolisiert. Erst danach erwählt der Bischof die Kandidaten offiziell zu ihren zukünftigen Ämtern. Bei der Bischofsweihe wird an dieser Stelle stattdessen der päpstliche Weiheauftrag verlesen, der die Ernennung durch den Papst bestätigt und die universale Einheit der Kirche hervorhebt.

Die Erklärungen und das Gehorsamsversprechen

Nach der Predigt bekunden die Kandidaten öffentlich ihren festen Willen zur treuen Amtsführung. Sie versprechen, den Dienst gemäß dem Evangelium und den Lehren der Kirche zu erfüllen, das Wort Gottes zu verkünden und das Volk Gottes zu dienen. Ein zentraler Bestandteil für Diakone und Priester ist das Gehorsamsversprechen, das die Kandidaten gegenüber dem Bischof und dessen Nachfolgern abgeben. Dies ist ein Zeichen der Einheit, des Respekts vor der hierarchischen Ordnung der Kirche und der Bereitschaft, sich dem Dienst an der Gemeinschaft unterzuordnen. Bei der Bischofsweihe entfällt dieses spezifische Gehorsamsversprechen, da der Bischof selbst in die Vollendung des Amtes tritt und in kollegialer Verbundenheit mit dem Papst und dem Bischofskollegium steht.

Die Allerheiligenlitanei und die Prostratio

Danach betet die versammelte Gemeinde kniend die Allerheiligenlitanei für die Weihekandidaten, die währenddessen längs ausgestreckt mit dem Gesicht zum Boden liegen (Prostratio). Dieser Gestus ist ein tiefes Zeichen der Demut, der Hingabe und der vollständigen Unterwerfung unter den Willen Gottes. Er verdeutlicht, dass die Kandidaten sich ihrer eigenen Kleinheit bewusst sind und sich ganz in die Hand Gottes begeben, bereit, ihr Leben bedingungslos in den Dienst der Kirche zu stellen. Die Allerheiligenlitanei ruft die Fürsprache aller Heiligen für die zukünftigen Amtsträger an.

Der Kern der Weihe: Handauflegung und Weihegebet

Der eigentliche Kern der Weihe besteht in der Handauflegung auf das Haupt des Kandidaten und dem nachfolgenden Weihegebet durch den Bischof. Die Handauflegung erfolgt in Stille und ist ein alter Gestus der Amtsübertragung, der schon in biblischen Zeiten verwendet wurde, um Segen, Vollmacht und die Gabe des Heiligen Geistes zu übertragen. Er deutet Erwählung, Indienstnahme und Segen an, indem die Kraft Gottes durch den Bischof auf den Geweihten übertragen wird.

Was ist die Priesterweihe?
Da die Priesterweihe nach katholischen Glauben ein Sakrament ist, also ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Gott, kann sie vom Menschen nicht rückgängig gemacht werden. Mehr Informationen zu Ursprung, Bedeutung und Entwicklung des Weihesakraments finden Sie unter cms.vivat.de/themenwelten.

Das Weihegebet ist das zentrale Element, das die spezifische Gnade des jeweiligen Amtes herabruft und die sakramentale Wirklichkeit der Weihe vollzieht. Die Formulierungen variieren je nach Weihestufe:

  • Diakonatsweihe: Die zentrale Bitte lautet: „Sende auf sie herab, o Herr, den Heiligen Geist. Seine siebenfältige Gnade möge sie stärken, ihren Dienst getreu zu erfüllen.“ Dies betont den Dienstcharakter des Diakonats.
  • Priesterweihe: Hier ist die Mitte des Weihegebetes: „Allmächtiger Gott, wir bitten dich: Gib deinen Knechten die priesterliche Würde. Erneuere in ihnen den Geist der Heiligkeit. Gib, o Gott, dass sie festhalten an dem Amt, das sie aus deiner Hand empfingen; ihr Leben sei für alle Ansporn und Richtschnur. Segne, heilige und weihe deine Diener, die du erwählt hast.“ Nach dem Bischof legen auch alle anwesenden Priester den Neugeweihten die Hände auf, als sichtbares Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester und der brüderlichen Verbundenheit.
  • Bischofsweihe: Der Kern des Weihegebetes ist: „Gieße jetzt aus über deinen Diener, den du erwählt hast, die Kraft, die von dir ausgeht, den Geist der Leitung. Ihn hast du deinem geliebten Sohn Jesus Christus gegeben, und er hat ihn den Aposteln verliehen. Sie haben die Kirche an den einzelnen Orten gegründet als dein Heiligtum, zur Ehre und zum unaufhörlichen Lob deines Namens.“ Dies unterstreicht die apostolische Sukzession und die Leitungsaufgabe des Bischofs.

Die Ausdeutenden Riten: Symbole des Dienstes

Nach dem eigentlichen Weiheakt folgen die ausdeutenden Riten, die die Aufgaben, Vollmachten und besonderen Gnaden des neuen Amtes symbolisieren und für die Gläubigen sichtbar machen:

  • Bei der Diakonenweihe: Dem neuen Diakon werden seine liturgischen Gewänder (Stola, quer über die Schulter getragen, und Dalmatik, das äußere Gewand) umgelegt. Diese Gewänder verweisen auf seine liturgischen Dienste. Anschließend wird ihm das Evangelienbuch übergeben. Dies deutet seine zentrale Aufgabe und sein Recht an, das Evangelium auch in der Heiligen Messe zu verkünden und es den Gläubigen auszulegen.
  • Bei der Priesterweihe: Nach dem Anlegen der priesterlichen Gewänder (Stola, nun über beide Schultern hängend, und Messgewand) werden die Hände des Neupriesters mit Chrisam gesalbt. Diese Salbung symbolisiert die besondere Befähigung, die Sakramente zu spenden, insbesondere die Eucharistie, bei der der Priester Brot und Wein, Leib und Blut Christi, in seinen Händen halten und sie den Gläubigen reichen wird. Danach übergibt der Bischof dem Neupriester die liturgischen Gefäße der Hostienschale und des Zelebrationskelches, als „Ausrüstung“ für seinen Dienst am Altar und seine Aufgabe, das eucharistische Opfer darzubringen. Dabei spricht der Bischof die tiefgründigen Worte: „Nimm hin die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers. Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes.“ Dies mahnt den Priester zur Ehrfurcht vor dem Sakrament und zur Identifikation mit dem Kreuzesopfer Christi.
  • Bei der Bischofsweihe: Dem neugeweihten Bischof wird das Haupt gesalbt, was seine besondere Salbung durch den Heiligen Geist und seine Fülle des Priestertums symbolisiert. Er erhält das Evangelienbuch als Zeichen seiner Verkündigungsvollmacht überreicht, das während des Weihegebetes über sein Haupt gehalten wurde. Außerdem empfängt er den Bischofsring, der seine Treue zur Kirche und seine Bindung an sein Bistum verdeutlicht, und den Bischofsstab (Krummstab), der ihn als guten Hirten ausweist, der seine Herde leitet, beschützt und versorgt.

Nach diesen Riten schließt sich die Eucharistiefeier an, im Fall der Priesterweihe konzelebrieren die Neupriester erstmals beim weihenden Bischof, der als Hauptzelebrant fungiert. Dies ist ein erster und bedeutsamer Höhepunkt ihres priesterlichen Dienstes.

Ort der Weihehandlungen

Weihen finden in der Regel in der Kathedrale eines Bistums statt, da dies die Hauptkirche des Bischofs und der Diözese ist und somit den zentralen Ort der kirchlichen Gemeinschaft darstellt. Sie können jedoch auch in einer anderen geeigneten Kirche des Bistums durchgeführt werden, wenn es die Umstände erfordern oder eine besondere Bedeutung für die Kandidaten oder die Gemeinde hat. Im Bistum Eichstätt beispielsweise werden Diakone in der Regel in der Schutzengelkirche in Eichstätt geweiht, während Priester und Bischöfe im Eichstätter Dom geweiht werden. Diakone mit Zivilberuf können unter Umständen auch in ihren Heimatpfarreien geweiht werden, was ihre Verbundenheit mit der lokalen Gemeinde und ihrem Lebensumfeld unterstreicht.

Vergleich der Weihestufen in der Katholischen Kirche

Die katholische Kirche kennt drei Stufen des Weihesakraments, die jeweils spezifische Aufgaben, Vollmachten und Gnaden mit sich bringen und aufeinander aufbauen:

MerkmalDiakonPriesterBischof
VoraussetzungenGetaufter MannGetaufter, gefirmter, unverheirateter Mann, 25+ JahreGetaufter, gefirmter Mann (oft aus Priesteramt), päpstliche Ernennung
HauptaufgabenDienst am Altar (Assistenz), Verkündigung des Evangeliums, Sakramentenspendung (Taufe, Ehe), Karitas (Dienst der Nächstenliebe)Feier der Eucharistie, Spendung der Sakramente (Taufe, Beichte, Krankensalbung, Ehe), Verkündigung, Seelsorge in PfarreienLeitung einer Diözese, Fülle des Priestertums, Spendung aller Sakramente (inkl. Weihe), Lehraufgabe und Leitung der Kirche
Weihegebet (Kern)Bitte um den Heiligen Geist zur treuen DiensterfüllungBitte um priesterliche Würde und Geist der HeiligkeitBitte um Kraft und Geist der Leitung (von Christus über Apostel)
Besondere RitenUmanlegen von Stola (quer) und Dalmatik, Übergabe des EvangelienbuchsUmanlegen von Stola (über beide Schultern) und Messgewand, Salbung der Hände mit Chrisam, Übergabe von Hostienschale und KelchSalbung des Hauptes, Übergabe des Evangelienbuchs, Bischofsring, Bischofsstab
WeihespenderBischofBischofMindestens ein Bischof (ideal 3 Bischöfe, inkl. Metropolit)

Häufig gestellte Fragen zur Priesterweihe (FAQ)

Kann eine Frau Priester werden?

Nach römisch-katholischem Kirchenrecht kann nur ein getaufter und gefirmter Mann zum Priester geweiht werden. Die Kirche betrachtet das Priestertum als eine spezifische Nachfolge Christi, der selbst Männer zu seinen Aposteln berufen hat. Die theologische Begründung liegt in der Analogie zum Handeln Jesu und der Tradition der Kirche. Daher ist die Priesterweihe Frauen nicht zugänglich.

Kann eine Priesterweihe rückgängig gemacht werden?

Nein. Da die Priesterweihe nach katholischem Glauben ein Sakrament ist, also ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Gott, das eine unwiderrufliche Prägung (character indelebilis) auf die Seele des Geweihten legt, kann sie vom Menschen nicht rückgängig gemacht werden. Ein geweihter Priester bleibt auf ewig Priester, auch wenn er aus dem aktiven Dienst ausscheidet (z.B. durch Laisierung) oder eine Dispensation vom Zölibat erhält. Die sakramentale Prägung bleibt bestehen.

Warum müssen Priester zölibatär leben?

Das Zölibat ist in der römisch-katholischen Kirche eine Disziplin und kein Dogma, aber es ist eine sehr alte und tief verwurzelte Tradition. Es bedeutet, dass Priester ehelos leben, um sich ganz Gott und dem Dienst am Volk Gottes widmen zu können. Es ist ein Zeichen der ungeteilten Hingabe und der Nachfolge Christi, der selbst ehelos lebte. Durch das Zölibat können Priester „mit ungeteiltem Herzen“ (1 Kor 7,32-35) dem Herrn dienen und sich ganz der Verkündigung des Evangeliums und der Spendung der Sakramente widmen. Das Zölibatsversprechen wird bereits vor der Weihe abgelegt.

Wo finden Priesterweihen statt?

Priesterweihen finden in der Regel in der Kathedrale eines Bistums statt, da diese der Sitz des Bischofs und das liturgische Zentrum der Diözese ist. Dies betont die Einheit des Priestertums mit dem Bischof und der gesamten Ortskirche. Es ist jedoch auch möglich, sie in einer anderen geeigneten Kirche des Bistums abzuhalten, wenn es die Umstände erfordern oder eine besondere Bedeutung für die Kandidaten oder die Gemeinde hat (z.B. eine wichtige Wallfahrtskirche). Diakone mit Zivilberuf können unter Umständen auch in ihren Heimatpfarreien geweiht werden, was ihre Verbundenheit mit der lokalen Gemeinde unterstreicht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Diakon, Priester und Bischof?

Dies sind die drei Stufen des Weihesakraments, die in der katholischen Kirche existieren und jeweils unterschiedliche Aufgaben und Vollmachten mit sich bringen:

  • Diakon: Die erste Stufe des Weihesakraments. Diakone assistieren bei der Liturgie, verkünden das Evangelium, taufen, trauen und sind im Dienst der Nächstenliebe (Karitas) tätig. Sie können entweder auf dem Weg zum Priestertum sein (transitorische Diakone) oder dauerhaft im Diakonat verbleiben (ständige Diakone), wobei letztere auch verheiratet sein dürfen.
  • Priester: Die zweite Stufe. Priester sind die Hauptzelebranten der Eucharistie, können die Beichte hören, die Krankensalbung spenden und sind für die Seelsorge in Pfarreien und anderen kirchlichen Einrichtungen zuständig. Sie legen das Zölibatsversprechen ab und sind dem Bischof in Gehorsam verpflichtet.
  • Bischof: Die höchste Stufe des Weihesakraments. Bischöfe sind die Nachfolger der Apostel, leiten eine Diözese, haben die Fülle des Weihesakraments und können selbst Diakone, Priester und andere Bischöfe weihen. Sie tragen die Verantwortung für die Lehre, Heiligung und Leitung der ihnen anvertrauten Kirche und sind in kollegialer Verbundenheit mit dem Papst und dem gesamten Bischofskollegium verbunden.

Was bedeutet die Prostratio während der Weihe?

Die Prostratio, das flache Niederlegen der Kandidaten auf dem Boden während der Allerheiligenlitanei, ist ein tiefes und ausdrucksstarkes Zeichen der Demut, der Hingabe und der vollständigen Unterwerfung unter den Willen Gottes. Es symbolisiert, dass der Kandidat sich seiner eigenen Kleinheit bewusst ist und sich ganz der Gnade Gottes bedingungslos anvertraut, bereit, sein gesamtes Leben in den Dienst der Kirche zu stellen. Es ist ein Akt der Selbsthingabe und des Vertrauens auf Gottes Führung.

Die Priesterweihe ist somit weit mehr als eine formale Ernennung; sie ist eine sakramentale Verwandlung, die einen Mann für immer in den Dienst Christi und seiner Kirche stellt. Sie ist ein Akt tiefer Spiritualität und Hingabe, der die gesamte Gemeinschaft der Gläubigen betrifft und das Fortbestehen des priesterlichen Dienstes in der katholischen Tradition sichert. Durch die Weihe werden Männer zu Werkzeugen Gottes, die die Sakramente spenden und das Evangelium verkünden, um die Gläubigen auf ihrem Weg zu Gott zu begleiten und zu stärken, und somit das Leben der Kirche lebendig halten.

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