Wie oft sollte man im Islam beten?

Gebetsabschluss im Islam: Schritt für Schritt

31/08/2021

Rating: 4.32 (9213 votes)

Das islamische Gebet, bekannt als Salat, ist eine der fünf Säulen des Islam und bildet den direktesten Weg der Kommunikation zwischen dem Gläubigen und seinem Schöpfer, Allah. Es ist eine tägliche Pflicht, die fünfmal am Tag zu bestimmten Zeiten verrichtet wird. Doch das Gebet ist weit mehr als eine Abfolge von Bewegungen und Rezitationen; es ist eine tiefgreifende spirituelle Reise, die mit einer sorgfältigen Vorbereitung beginnt und mit einem bewussten Abschluss endet. Viele Muslime konzentrieren sich auf die korrekte Ausführung der einzelnen Gebetseinheiten, doch der Abschluss des Gebets ist ebenso entscheidend für dessen Vollständigkeit und Akzeptanz. Dieser Artikel führt Sie detailliert durch alle Phasen des Gebets, von den vorbereitenden Schritten bis hin zum finalen Friedensgruß, um Ihnen zu helfen, Ihr Gebet nicht nur korrekt zu verrichten, sondern es auch mit voller Hingabe und Verständnis zu beenden.

Wie kann ich arabisch beten?
Es gibt bestimmte Schritte und Bewegungen, die während des Gebets befolgt werden, darunter Stehen, Verbeugen, Niederwerfen und Sitzen. Sagen Sie die Gebete auf Arabisch auf. Es ist zwar nicht notwendig, Arabisch fließend zu sprechen, um zu beten, aber es ist wichtig, die richtige Aussprache und die Bedeutung der Worte zu lernen.
Inhaltsverzeichnis

Die Fundamente des Gebets: Vorbereitung und Absicht

Bevor man überhaupt mit dem Gebet beginnen kann, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, die die Gültigkeit des Gebets sicherstellen und den Gläubigen mental und physisch auf diese heilige Handlung vorbereiten.

Schritt 1: Die rituelle Reinheit (Wuḍu)

Die Erlangung des Zustands der rituellen Reinheit durch die Gebetswaschung, bekannt als Wuḍu, ist die erste und grundlegendste Voraussetzung für jedes Gebet. Wuḍu ist nicht nur eine physische Reinigung, sondern auch eine symbolische Läuterung von kleineren Sünden. Es umfasst das Waschen von Händen, Mund, Nase, Gesicht, Armen bis zu den Ellbogen, das Streichen über den Kopf und das Waschen der Füße bis zu den Knöcheln. Ohne Wuḍu ist das Gebet ungültig. Es ist eine spirituelle Vorbereitung, die den Gläubigen in einen Zustand der Ehrfurcht und Konzentration versetzt.

Schritt 2: Physische Reinheit

Neben der rituellen Reinheit ist auch die physische Reinheit des Körpers, der Kleidung und des Gebetsortes von entscheidender Bedeutung. Dies bedeutet, dass man frei von unreinen Substanzen wie Blut, Urin, Kot oder Erbrochenem sein muss. Der Ort, an dem gebetet wird, sollte ebenfalls sauber sein. Diese Sauberkeit unterstreicht die Heiligkeit der Handlung und die Ehrfurcht vor Allah.

Schritt 3: Bedeckung der Nacktheit (ʿAwrah)

Die Nacktheit (ʿAwrah), also jene Körperteile, die im Islam bedeckt sein müssen, muss während des Gebets angemessen bedeckt sein. Für Männer ist dies der Bereich zwischen Nabel und Knien, für Frauen der gesamte Körper außer Gesicht und Händen. Diese Bedeckung ist ein Zeichen der Bescheidenheit und des Respekts vor Allah.

Schritt 4: Die Gebetsrichtung (Qibla)

Man muss die Gebetsrichtung (Qibla) einnehmen, das heißt, sich zur Kaaba in Mekka ausrichten. Dies schafft Einheit unter den Muslimen weltweit, da alle in dieselbe Richtung beten. Die Ausrichtung zur Qibla ist nicht nur eine physische Geste, sondern symbolisiert auch die Ausrichtung des Herzens auf Allah.

Schritt 5: Gebetszeit

Es ist unerlässlich sicherzustellen, dass die entsprechende Gebetszeit eingetroffen ist. Jedes der fünf täglichen Gebete hat ein spezifisches Zeitfenster. Das Gebet vor oder nach seiner festgelegten Zeit zu verrichten, macht es ungültig, es sei denn, es gibt einen gültigen islamischen Grund dafür (z.B. Schlafen oder Vergessen).

Schritt 6: Die Absicht (Niyyah)

Die Absicht (Niyyah) ist das Herzstück des Gebets. Man muss die Absicht fassen, das entsprechende Gebet zu verrichten. Wenn man in der Gemeinschaft betet, fasst man zusätzlich die Absicht, dem Imam (Vorbeter) zu folgen. Die Absicht wird im Herzen gefasst und nicht laut ausgesprochen. Sie definiert, welches Gebet man verrichtet und warum, und ist entscheidend für dessen Akzeptanz.

Der Ablauf der Gebetseinheiten: Von der Eröffnung bis zur Niederwerfung

Nachdem alle Voraussetzungen erfüllt sind, beginnt der Gläubige mit der eigentlichen Ausführung des Gebets, die aus einer Reihe von standardisierten Bewegungen und Rezitationen besteht.

Schritt 7: Eröffnung des Gebets (Takbīrat al-Iḥrām)

Das Gebet wird mit dem „eröffnenden Lobpreis“ begonnen, indem man im Stehen „Allāhu akbar“ (Allah ist der Größte) sagt. Gleichzeitig hebt man die Hände – Männer in Höhe der Ohren, Frauen in Höhe der Schultern – und hält den Kopf dabei gerade. Dieses „Takbīrat al-Iḥrām“ beendet alle weltlichen Handlungen und Gedanken und versetzt den Betenden in den Zustand des Gebets. Dieses Lobpreis wird mit jeder Bewegung im Gebet ohne das Heben der Hände wiederholt, außer beim Wiederaufrichten nach der Verbeugung. Der Imam spricht sie laut, immer wenn sie wiederholt wird.

Schritt 8: Stehen (Qiyām)

Nach dem Eröffnungstakbir steht man in der Gebetshaltung. Männer legen die rechte Hand auf die linke unterhalb des Bauchnabels; Frauen tun dies über der Brust. Die Füße haben eine Handbreite Abstand voneinander. Nur in der ersten Gebetseinheit wird leise das eröffnende Bittgebet gelesen, gefolgt von der Zufluchtssuche vor dem Satan („Aʿūdhu billāhi minasch-Schaitānir-Radschīm“). Der Blick ist fixiert auf die Stelle, an der man bei der Niederwerfung sein Gesicht hat, um die Konzentration zu fördern.

Schritt 9: Rezitation (Qirāʾa)

Die Rezitation ist ein zentraler Bestandteil des Gebets. Wenn man hinter einem Imam mitbetet, bleibt man still, selbst wenn der Imam auch leise liest. Ansonsten liest man mindestens einen Vers aus dem Koran (leise, aber so, dass man sich selbst noch hören kann). Verpflichtend ist das Lesen der Eröffnenden Sure (Fatiha), gefolgt von mindestens drei kurzen oder einem langen Koranvers. Im Mittagsgebet (Dhuhr), Nachmittagsgebet (Asr), in der letzten Gebetseinheit des Abendgebets (Maghrib) und den letzten beiden Gebetseinheiten des Nachtgebets (Isha) wird leise gelesen. Vor der Fatiha liest man die Basmala („Bismillāh ar-Raḥmān ar-Raḥīm“ – Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen) und nach der Fatiha sagt man „Amīn“. Beides wird leise gesagt. Die Fatiha ist die Mutter des Korans und unverzichtbar für jedes Gebet.

Schritt 10: Verbeugung (Rukūʿ)

Man verbeugt sich (Rukūʿ), mindestens so, dass die ausgestreckten Arme die Knie berühren. Man verbleibt in dieser Verbeugung mindestens für einen Moment. Männer umgreifen ihre Knie mit gespreizten Fingern, halten die Beine gerade und den Rücken parallel zum Boden. Frauen beugen sich so weit, dass sie mit den Händen gerade die Knie erreichen, ohne die Finger zu spreizen, und machen sich dabei kompakter. Man liest drei Mal den Lobpreis der Verbeugung: „subḥāna Rabbi al-ʿAẓīm“ (Gepriesen sei mein Herr, der Allergrößte). Der Blick ist fixiert auf die Stelle der Füße. Diese Haltung symbolisiert Demut und die Anerkennung der Größe Allahs.

Schritt 11: Wiederaufrichten nach der Verbeugung

Nach der Verbeugung richtet man sich wieder auf und steht einen Moment. Während man sich aufrichtet, sagt man „samiʿa Allāhu liman ḥamidah“ (Allah hört den, der Ihn preist), gefolgt von „Rabbanā wa laka al-Ḥamd“ (Unser Herr, Dir gebührt aller Preis), was leise gelesen wird. Dies ist ein Moment der Dankbarkeit und des Lobpreises.

Schritt 12: Niederwerfung (Saǧda)

Die Niederwerfung (Saǧda) ist die demütigste Haltung im Gebet. Man macht die Niederwerfung, indem man mindestens einen Teil der Stirn, eine Hand, ein Knie und die Fußspitze eines Fußes auf dem Boden platziert. Man sollte sicherstellen, auch den Großteil der Stirn, die Nase und die zweite Hand, das zweite Knie und die zweite Fußspitze auf dem Boden zu platzieren. Man verweilt zumindest für einen Moment in dieser Haltung. Beim Heruntergehen in die Niederwerfung berührt man den Boden zuerst mit den Knien, dann mit den Händen und platziert das Gesicht zwischen den beiden Händen. Männer stellen Abstand zwischen Schenkeln und Bauch sicher, halten die Ellbogen neben dem Körper und die Unterarme weg vom Boden. Frauen tun das Gegenteil, indem sie sich so klein wie möglich machen (d.h.: Ellbogen eng am Körper und Schenkel nah am Bauch). Man liest das Lobpreis der Niederwerfung drei Mal: „subḥāna Rabbiyal aʿlā“ (Gepriesen sei mein Herr, der Höchste). Der Blick ist fixiert auf die Nasenspitze. In dieser Haltung ist der Gläubige Allah am nächsten.

Schritt 13: Sitzen zwischen den Niederwerfungen

Man erhebt den Kopf wieder aus der Niederwerfung und sitzt mindestens für einen Moment still in dieser Haltung. Männer sitzen auf ihrem linken Fuß und haben den rechten Fuß auf den Zehen aufgerichtet, so dass die Zehen in Gebetsrichtung zeigen. Frauen sitzen auf dem Gesäß mit dem rechten Schenkel über dem linken und beiden Schenkeln zur rechten Seite des Körpers abgelegt. Männer wie auch Frauen legen die Hände auf die Schenkel. Den Blick auf die Schenkel richten. Dies ist eine kurze Pause zur Besinnung.

Schritt 14: Zweite Niederwerfung

Man macht die zweite Niederwerfung, genau wie die erste. Die Wiederholung verstärkt die Demut und die Hingabe.

Schritt 15: Ende der ersten Gebetseinheit

Nach der zweiten Niederwerfung stellt man sich wieder auf, um die nächste Gebetseinheit zu beginnen. Beim Aufstehen aus der Niederwerfung hebt man zuerst den Kopf, dann die Hände, dann die Knie. Dies beendet die erste Gebetseinheit (Rak'ah).

Die nachfolgenden Gebetseinheiten und der Gebetsabschluss

Die Struktur des Gebets ist wiederkehrend, doch es gibt spezifische Momente, die den Abschluss einleiten und die Art des Gebets bestimmen.

Schritt 16: Identische Gebetseinheiten

Die nachfolgenden Gebetseinheiten sind identisch mit der ersten, bis auf bestimmte Unterschiede in der Rezitation und den abschließenden Sitzungen.

Schritt 17: Sitzen (Qaʿda) und das Glaubensbekenntnis (Tašahhud)

Nach der zweiten Niederwerfung in der zweiten Gebetseinheit bleibt man sitzen und liest das Gebet des Glaubensbekenntnisses (Tašahhud). Dabei hebt man den Zeigefinger beim Verneinen anderer Gottheiten („ašhadu an lā ilāha“ – ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer) und senkt ihn wieder bei der Bestätigung Allahs („illā Allāh“ – Allah). Dieses Heben des Fingers symbolisiert die Einheit Allahs und ist ein kraftvolles Bekenntnis zum Monotheismus. Das Tašahhud ist ein wichtiger Bestandteil des Gebets, in dem man Allah lobpreist und dem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) grüßt.

Schritt 18: Fortsetzung der Pflichtgebete

Nach dem Tašahhud in der zweiten Gebetseinheit steht man wieder auf, um die dritte und vierte Gebetseinheit in den Mittags-, Nachmittags- und Nachtgebeten zu verrichten; und nur die dritte im Abendgebet. Das Morgengebet (Fajr) besteht nur aus zwei Gebetseinheiten und endet nach dem Tašahhud und dem Friedensgruß.

Schritt 19: Besonderheiten der 3. und 4. Gebetseinheit

Alle Handlungen in der dritten und vierten Gebetseinheit sind in Nichtpflichtgebeten identisch mit den ersten beiden Gebetseinheiten. In Pflichtgebeten unterscheiden sie sich nur darin, dass das Lesen einer weiteren Sure nach der Fatiha nicht mehr verpflichtend ist. Man liest dann entweder nur noch die Eröffnende Sure (Fatiha) oder lobpreist Allah drei Mal („Subḥāna Allāh“). Die Fatiha zu lesen, ist allerdings besser und die bevorzugte Praxis.

Schritt 20: Abschließendes Sitzen (Qaʿda āḫira)

Am Ende der vierten Gebetseinheit des Mittag-, Nachmittag- und Nachtgebets; am Ende der zweiten Gebetseinheit des Morgengebets und am Ende der dritten Gebetseinheit des Abendgebets gilt: Man sitzt so lange, wie man für das Lesen des Gebets des Glaubensbekenntnisses (Tašahhud) benötigen würde, während man es auch tatsächlich liest und den Finger hebt, wie zuvor beschrieben. Dann liest man den Segenswunsch für den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), bekannt als Salawat oder Durud, gefolgt von einem Bittgebet (Du'a), wenn auch ein kurzes. Dieses abschließende Sitzen ist ein Moment der intensiven Anbetung und des Flehens, bevor das Gebet beendet wird.

Der eigentliche Abschluss: Der Friedensgruß (Taslim)

Obwohl nicht explizit als separater Schritt in den Ihnen vorliegenden Punkten aufgeführt, ist der Friedensgruß, bekannt als Taslim, der eigentliche und finale Abschluss des Gebets. Er folgt unmittelbar auf das abschließende Sitzen und die Bittgebete.

Um das Gebet zu beenden, dreht der Gläubige seinen Kopf zuerst zur rechten Seite und sagt: „As-salāmu ʿalaikum wa raḥmatullāh“ (Friede sei mit euch und die Barmherzigkeit Allahs). Dann dreht er seinen Kopf zur linken Seite und wiederholt denselben Gruß: „As-salāmu ʿalaikum wa raḥmatullāh“. Mit diesem Gruß verlässt man den Zustand des Gebets. Der Taslim ist eine Begrüßung der Engel auf den Schultern des Betenden sowie der anwesenden Muslime. Er symbolisiert das Verlassen des spirituellen Zustands des Gebets und die Rückkehr in die Welt, jedoch mit dem Segen und der Erinnerung an Allah im Herzen.

Nach dem Taslim ist das Gebet formal beendet. Es ist jedoch üblich und sehr empfehlenswert, im Anschluss weitere Bittgebete (Du'a) zu sprechen und Allah zu gedenken (Dhikr), indem man zum Beispiel 33 Mal „Subhanallah“ (Gepriesen sei Allah), 33 Mal „Alhamdulillah“ (Alles Lob gebührt Allah) und 33 Mal „Allahu Akbar“ sagt, gefolgt von „La ilaha illallah wahdahu la sharika lah, lahul mulku wa lahul hamdu wa huwa ala kulli shayin qadir“ (Es gibt keinen Gott außer Allah, Er ist Einzig, Er hat keinen Partner. Ihm gehört die Herrschaft und Ihm gebührt aller Lob, und Er hat Macht über alle Dinge). Dies verstärkt die spirituelle Verbindung und den Segen des Gebets.

Vergleichstabelle: Haltungen von Männern und Frauen im Gebet

Obwohl die grundlegenden Schritte des Gebets für Männer und Frauen gleich sind, gibt es in der islamischen Rechtsprechung geringfügige Unterschiede in den empfohlenen körperlichen Haltungen, die oft auf die Konzepte von Bescheidenheit und Komfort zurückgeführt werden. Diese Unterschiede sind nicht verpflichtend, aber werden von vielen Rechtsschulen empfohlen:

GebetshaltungMännerFrauen
Hände im Stehen (Qiyam)Rechte Hand auf die linke unterhalb des Bauchnabels.Rechte Hand auf die linke über der Brust.
Verbeugung (Rukūʿ)Rücken gerade und parallel zum Boden, Knie mit gespreizten Fingern umgreifen.Leichte Beugung, Hände erreichen die Knie ohne gespreizte Finger, kompakter.
Niederwerfung (Saǧda)Ellbogen vom Körper und Unterarme vom Boden entfernt, Abstand zwischen Schenkeln und Bauch.Ellbogen eng am Körper, Schenkel nah am Bauch, so kompakt wie möglich.
Sitzen (Qaʿda)Auf dem linken Fuß sitzen, rechter Fuß auf den Zehen aufgerichtet.Auf dem Gesäß sitzen, mit beiden Schenkeln zur rechten Seite des Körpers abgelegt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Gebet

Was passiert, wenn ich einen Schritt im Gebet vergesse oder einen Fehler mache?

Wenn man aus Versehen einen obligatorischen Teil des Gebets vergisst oder einen Fehler macht (z.B. eine zusätzliche Rak'ah verrichtet oder eine Niederwerfung vergisst), kann dies durch die 'Sujud as-Sahw' (Niederwerfung der Vergesslichkeit) korrigiert werden. Diese besteht aus zwei zusätzlichen Niederwerfungen, die entweder vor dem abschließenden Taslim oder nach dem Taslim verrichtet werden, je nach Art des Fehlers und der Rechtsschule. Es ist wichtig, sich hierbei an einen Gelehrten oder eine vertrauenswürdige Quelle zu wenden, um die genaue Vorgehensweise zu erfahren.

Ist es erlaubt, allein zu beten oder muss ich immer in der Gemeinschaft beten?

Es ist erlaubt, Gebete allein zu verrichten (individuelles Gebet). Dies ist gültig und erfüllt die Pflicht. Jedoch wird das Gebet in der Gemeinschaft (Jama'ah), insbesondere in der Moschee, als spirituell überlegener und mit größerem Segen verbunden angesehen. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) betonte die Wichtigkeit des Gemeinschaftsgebets, das den Lohn des Gebets um ein Vielfaches erhöht.

Warum gibt es unterschiedliche Anzahlen von Gebetseinheiten für die fünf täglichen Gebete?

Die Anzahl der Gebetseinheiten (Rak'ah) für jedes der fünf täglichen Pflichtgebete ist fest vorgeschrieben und wurde vom Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) gelehrt. Fajr (Morgengebet) hat 2 Rak'ah, Dhuhr (Mittagsgebet) 4 Rak'ah, Asr (Nachmittagsgebet) 4 Rak'ah, Maghrib (Abendgebet) 3 Rak'ah und Isha (Nachtgebet) 4 Rak'ah. Diese Anzahlen sind Teil der göttlichen Anordnung und Weisheit, die wir als Muslime annehmen.

Was ist die Bedeutung des Zeigefingers im Tašahhud?

Das Heben des Zeigefingers während des Tašahhud, insbesondere beim Aussprechen von „ašhadu an lā ilāha illā Allāh“, symbolisiert den Tawhid, die absolute Einheit und Einzigkeit Allahs. Es ist eine physische Manifestation des zentralen Glaubensgrundsatzes im Islam, dass es keinen Gott gibt außer Allah. Es dient als Erinnerung an die Reinheit des Monotheismus und die Ablehnung jeglicher Form von Polytheismus.

Kann ich nach dem Gebet weitere Bittgebete sprechen?

Ja, es ist nicht nur erlaubt, sondern sogar sehr empfehlenswert und eine Sunnah (Praxis des Propheten), nach dem formalen Gebet weitere Bittgebete (Du'a) zu sprechen und Allah zu gedenken (Dhikr). Dies kann das Sprechen von spezifischen Dhikr-Formeln sein (wie die bereits erwähnten 33 Mal Subhanallah etc.) oder persönliche Bittgebete für sich selbst, die Familie, Freunde und die gesamte Ummah. Dies ist eine wertvolle Zeit, um Allah um Vergebung, Führung und Unterstützung zu bitten.

Wie weiß ich, ob mein Gebet gültig war?

Die Gültigkeit des Gebets hängt davon ab, ob alle Bedingungen und Säulen erfüllt wurden. Dazu gehören die rituelle Reinheit, die Bedeckung der ʿAwrah, die Ausrichtung zur Qibla, die korrekte Zeit, die Absicht und die korrekte Ausführung aller Bewegungen und Rezitationen. Wenn diese erfüllt sind, ist das Gebet gültig. Die innere Konzentration (Khushu') ist zwar wünschenswert und erhöht den Lohn, beeinflusst aber nicht die Gültigkeit des Gebets, solange die äußeren Bedingungen erfüllt sind. Letztlich ist die Akzeptanz des Gebets bei Allah allein, doch der Gläubige sollte sich bemühen, es so perfekt wie möglich zu verrichten.

Fazit

Das islamische Gebet ist eine ganzheitliche spirituelle Erfahrung, die den Gläubigen von der Vorbereitung bis zum Abschluss vollkommen einbezieht. Jeder Schritt, von der rituellen Waschung bis zum abschließenden Friedensgruß, hat eine tiefe Bedeutung und trägt zur Vollständigkeit und Akzeptanz des Gebets bei. Indem man diese Schritte mit Sorgfalt, Verständnis und Hingabe ausführt, vertieft man nicht nur seine Verbindung zu Allah, sondern findet auch inneren Frieden und Ruhe im täglichen Leben. Das Gebet ist eine fortwährende Reise der Selbstreflexion und der Demut, die uns daran erinnert, dass wir stets in der Gegenwart unseres Schöpfers sind. Möge Allah unsere Gebete annehmen und uns auf dem geraden Weg festigen.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Gebetsabschluss im Islam: Schritt für Schritt kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Gebet besuchen.

Go up