25/04/2023
Die Frage "Wie viele Evangelien gibt es?" mag auf den ersten Blick einfach erscheinen, doch ihre Beantwortung führt uns tief in das Herz der christlichen Botschaft und des biblischen Verständnisses von Hoffnung und Erlösung. Das Wort Evangelium selbst bedeutet „gute Nachricht“ oder „frohe Botschaft“. Es ist die zentrale Botschaft über das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi und seine Bedeutung für die Menschheit. Doch welche Schriften genau tragen diesen Titel, und wie viele von ihnen sind maßgeblich für den christlichen Glauben?
Im Allgemeinen sprechen wir von vier kanonischen Evangelien, die im Neuen Testament der Bibel enthalten sind: das Evangelium nach Matthäus, nach Markus, nach Lukas und nach Johannes. Diese vier Bücher sind die primären Quellen für unser Wissen über Jesus Christus und bilden das Fundament des christlichen Glaubens. Jedes von ihnen bietet eine einzigartige Perspektive auf das Leben und Wirken Jesu, seine Lehren, Wunder und seine Passion.

Die vier kanonischen Evangelien im Überblick
Obwohl alle vier Evangelien dieselbe zentrale Figur – Jesus von Nazareth – behandeln, tun sie dies auf unterschiedliche Weise, mit verschiedenen Schwerpunkten und für unterschiedliche Zielgruppen. Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern ein Reichtum, der uns ein umfassenderes Bild von Christus ermöglicht.
- Das Evangelium nach Matthäus: Oft als das „Königsevangelium“ bezeichnet, richtet sich Matthäus primär an ein jüdisches Publikum. Es betont, wie Jesus die alttestamentlichen Prophezeiungen erfüllt und als der verheißene Messias und König Israels auftritt. Matthäus enthält die Bergpredigt und zahlreiche Gleichnisse, die die Prinzipien des Himmelreiches erläutern.
- Das Evangelium nach Markus: Dies ist das kürzeste und dynamischste der Evangelien. Markus konzentriert sich auf die Taten Jesu und stellt ihn als den dienenden Sohn Gottes dar, der mit Vollmacht handelt. Es ist geprägt von schneller Erzählweise und betont Jesu Leiden und seinen Opfertod. Es wird angenommen, dass Markus seine Informationen von Petrus erhalten hat.
- Das Evangelium nach Lukas: Lukas, ein Arzt und Begleiter des Apostels Paulus, schrieb sein Evangelium für ein breiteres, heidnisches Publikum. Er betont die Universalität der Botschaft Jesu, seine Barmherzigkeit gegenüber den Ausgestoßenen, Kranken und Sündern. Lukas legt Wert auf historische Präzision und enthält einzigartige Geschichten wie die Geburt Jesu und viele Gleichnisse über die Liebe Gottes.
- Das Evangelium nach Johannes: Dieses Evangelium unterscheidet sich stilistisch und inhaltlich am stärksten von den anderen dreien (den sogenannten synoptischen Evangelien). Johannes konzentriert sich auf die Göttlichkeit Jesu, seine ewige Existenz und seine Beziehung zum Vater. Es enthält lange Reden Jesu, sieben „Ich bin“-Aussagen und betont das ewige Leben, das durch den Glauben an ihn erlangt wird.
Die Existenz dieser vier Perspektiven ist ein Geschenk. Sie erlauben uns, Jesus aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und seine Botschaft in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen. Jedes Evangelium ergänzt die anderen und trägt dazu bei, das Bild des Sohnes Gottes zu vervollständigen.
Gibt es andere Evangelien? Der Kanon und apokryphe Schriften
Neben diesen vier kanonischen Evangelien gibt es in der Tat weitere Schriften, die ebenfalls den Titel „Evangelium“ tragen, wie das Thomasevangelium, das Judasevangelium oder das Maria-Magdalena-Evangelium. Diese werden als apokryphe Evangelien bezeichnet. Sie wurden jedoch nicht in den Kanon des Neuen Testaments aufgenommen, da sie entweder später entstanden sind, theologische Lehren vertreten, die nicht mit der Apostellehre übereinstimmen, oder schlichtweg nicht die gleiche historische Glaubwürdigkeit oder apostolische Autorität besaßen wie die vier bekannten Evangelien.
Der biblische Kanon – die Sammlung der als inspiriert und autoritativ anerkannten Schriften – wurde über Jahrhunderte hinweg sorgfältig durch die frühe Kirche geprüft und bestätigt. Die vier Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes wurden dabei stets als die authentischen und zuverlässigen Berichte über das Leben und Wirken Jesu anerkannt.
Vom verlorenen Paradies zum himmlischen Paradies: Die Botschaft der Erlösung
Die „gute Nachricht“ der Evangelien ist eng verbunden mit der Wiederherstellung dessen, was einst verloren ging: der Zugang zum Paradies. Die Geschichte der Menschheit beginnt mit dem Verlust dieses Ortes der vollkommenen Gemeinschaft mit Gott. Wie aus alten Schriften bekannt, wurden Adam und Eva einst aus dem Paradies vertrieben, in das sie auf der Erde gesetzt worden waren. Ein Engel mit flammendem Schwert versperrte für immer den Zugang zum Garten; eine Rückkehr war für den Menschen, der in die Sünde gefallen war, nicht mehr möglich. Diese Trennung von Gott war die tragische Folge des Ungehorsams.
Doch Gott hat in seiner unendlichen Liebe und Weisheit etwas Besseres zurückgegeben, denn der Gehorsam Christi hat weitreichendere Folgen als der Ungehorsam Adams. Das vollbrachte Werk Christi auf dem Kreuz von Golgatha – sein stellvertretender Tod und seine Auferstehung – öffnet den Zugang zu einem anderen, einem neuen, einem himmlischen Paradies: dem Paradies Gottes selbst im Himmel! Dies ist die ultimative gute Nachricht, die durch die Evangelien verkündet wird.
Das Paradies im Neuen Testament: Drei entscheidende Erwähnungen
Im Neuen Testament ist lediglich dreimal von diesem Ort des Glückes die Rede. Es sind allerdings sehr wichtige Dinge, die uns darüber mitgeteilt werden. Diese drei Stellen beleuchten den unergründlichen Reichtum der Person und des Werkes Christi und die Hoffnung, die uns durch ihn geschenkt wird.
- Lukas 23,43: Das Versprechen am Kreuz. Als Jesus am Kreuz hing, bat ihn einer der mitgekreuzigten Verbrecher: „Gedenke an mich, Herr, wenn du in dein Reich kommst!“ Jesu Antwort war unmittelbar und tröstlich: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Dies ist die erste Erwähnung des Paradieses im Neuen Testament und zeigt, dass der Zugang zu diesem Ort nicht durch menschliche Werke, sondern durch den Glauben an Jesus und seine Gnade ermöglicht wird. Es ist ein Ort der unmittelbaren Gegenwart Gottes, der den gläubigen Verstorbenen offensteht.
- 2. Korinther 12,4: Paulus’ himmlische Vision. Der Apostel Paulus berichtet von einer außerordentlichen Erfahrung: „...dass er entrückt wurde ins Paradies und unaussprechliche Worte hörte, die kein Mensch sagen darf.“ Diese Vision gibt uns einen Einblick in die Herrlichkeit und die unaussprechliche Natur des himmlischen Paradieses. Es ist ein Ort, der menschliches Vorstellungsvermögen übersteigt, erfüllt von göttlicher Präsenz und Geheimnissen, die nicht in menschliche Worte gefasst werden können. Es bestätigt die Realität eines Jenseits, das für die Erlösten bestimmt ist.
- Offenbarung 2,7: Die Verheißung an die Überwinder. In seiner Botschaft an die Gemeinde in Ephesus sagt Jesus: „Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.“ Diese Stelle verbindet das himmlische Paradies mit dem Baum des Lebens, der bereits im Garten Eden existierte. Sie verheißt den Gläubigen, die in ihrem Glauben standhaft bleiben, die ewige Gemeinschaft mit Gott und die volle Wiederherstellung des Lebens, das durch die Sünde verloren ging. Es ist eine Vision der endgültigen Erlösung und der ewigkeit in Gottes Gegenwart.
Diese drei Erwähnungen zeichnen ein Bild eines himmlischen Paradieses, das nicht einfach eine Rückkehr zum Garten Eden ist, sondern etwas weit Größeres und Herrlicheres. Es ist das Paradies Gottes selbst, zugänglich gemacht durch das Opfer Christi. Es ist ein Ort der vollkommenen Ruhe, Freude und ununterbrochenen Gemeinschaft mit dem Schöpfer.

Vergleich: Das verlorene Eden vs. das himmlische Paradies
Um die Tragweite der guten Nachricht zu verstehen, ist es hilfreich, das ursprüngliche Paradies und das verheißene himmlische Paradies gegenüberzustellen:
| Merkmal | Garten Eden (Verlorenes Paradies) | Himmlisches Paradies (Gewonnenes Paradies) |
|---|---|---|
| Ort | Auf der Erde, geografisch lokalisiert (Eden) | Im Himmel, in der Gegenwart Gottes |
| Zugang | Direkter Zugang für Adam und Eva | Zugang nur durch das Werk Christi am Kreuz |
| Verlorener Zugang durch | Ungehorsam Adams und Evas (Sünde) | — (Wird nicht verloren gehen) |
| Wiedererlangter Zugang durch | — | Gehorsam und Opfer Christi |
| Sicherheit | Verlierbar durch Sünde | Unverlierbar, ewig und sicher |
| Baum des Lebens | Vorhanden, aber Zugang versperrt nach dem Sündenfall | Zugänglich für die Überwinder (Offb 2,7) |
| Gemeinschaft mit Gott | Direkt, aber durch Ungehorsam unterbrochen | Vollkommen und ewig, ununterbrochen |
Diese Gegenüberstellung verdeutlicht, dass das himmlische Paradies nicht nur eine Wiederherstellung, sondern eine Erhöhung des ursprünglichen Zustands ist. Es ist ein ewiger Zustand der Glückseligkeit und der ungetrübten Gemeinschaft mit Gott, der durch das Evangelium – die gute Nachricht von Jesus Christus – zugänglich wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Warum gibt es genau vier kanonische Evangelien?
A: Die vier kanonischen Evangelien bieten eine umfassende und vielschichtige Darstellung des Lebens und Wirkens Jesu. Jeder Evangelist hatte eine spezifische Perspektive und Zielgruppe, wodurch die Botschaft Jesu in ihrer Fülle und Relevanz für verschiedene Menschen und Kulturen verständlich wurde. Die frühe Kirche erkannte in diesen vier Schriften die apostolische Autorität und göttliche Inspiration.
F: Sind apokryphe Evangelien glaubwürdig?
A: Apokryphe Evangelien werden von den meisten christlichen Denominationen nicht als glaubwürdige oder inspirierte Schriften angesehen. Sie enthalten oft Legenden, Gnostizismus oder theologische Abweichungen, die nicht mit der Lehre der Apostel übereinstimmen. Die vier kanonischen Evangelien sind die primären und zuverlässigen Quellen für Informationen über Jesus Christus.
F: Was ist der Unterschied zwischen dem Garten Eden und dem himmlischen Paradies?
A: Der Garten Eden war ein irdischer Ort der vollkommenen Harmonie, aus dem die Menschheit aufgrund der Sünde vertrieben wurde. Das himmlische Paradies ist ein geistlicher Ort in der Gegenwart Gottes im Himmel, der durch das Opfer Jesu Christi zugänglich wird. Es ist ein ewiger Zustand der Glückseligkeit und ununterbrochener Gemeinschaft mit Gott, der über die Bedingungen des irdischen Edens hinausgeht.
F: Wie erlange ich Zugang zum himmlischen Paradies?
A: Gemäß der Botschaft der Evangelien wird der Zugang zum himmlischen Paradies durch den Glauben an Jesus Christus erlangt. Sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung haben die Sünde besiegt und den Weg zu Gott wiederhergestellt. Wer an ihn glaubt und seine Erlösung annimmt, dem wird das ewige Leben und der Eintritt in Gottes Paradies verheißen.
F: Was bedeutet „Paradies“ im Kontext des Neuen Testaments?
A: Im Neuen Testament bezeichnet „Paradies“ einen Ort der Glückseligkeit, der göttlichen Gegenwart und des ewigen Lebens. Es ist der Ort, an den die Gläubigen nach dem Tod gelangen und wo sie in ununterbrochener Gemeinschaft mit Gott leben. Es ist die Erfüllung der Sehnsucht nach einer wiederhergestellten und vollkommenen Beziehung zum Schöpfer.
Fazit: Die Frohe Botschaft der Erlösung
So gibt es also vier kanonische Evangelien, die uns die frohe Botschaft von Jesus Christus bringen. Diese Botschaft ist der Schlüssel zum Verständnis des himmlischen Paradieses. Von der Vertreibung aus dem irdischen Paradies bis hin zur Verheißung des ewigen Lebens im Paradies Gottes spannt sich ein Bogen, der die ganze Heilsgeschichte umfasst. Das unergründliche Opfer Christi am Kreuz von Golgatha hat nicht nur unsere Sünden gesühnt, sondern uns auch den Weg zurück zu einer ungetrübten Gemeinschaft mit unserem Schöpfer geöffnet. Das Paradies ist nicht mehr ein verlorener Garten, sondern eine ewige Realität, die uns durch den Glauben an Jesus Christus offensteht. Mögen wir diese wunderbare Botschaft in unserem Herzen tragen und die Hoffnung auf das himmlische Paradies als Quelle der Freude und des Friedens in unserem Leben erfahren.
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Wie viele Evangelien gibt es? Ein Blick ins Paradies kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Glaube besuchen.
