10/05/2022
Die Identität in Christus ist ein zentrales und oft missverstandenes Thema im christlichen Glauben. Es geht darum, wie Gläubige ihre Identität nicht aus menschlichen Leistungen, Meinungen oder Umständen schöpfen, sondern aus ihrer untrennbaren Verbindung zu Jesus Christus. Die Vorstellung, dass die Beziehung zu Christus die unerschütterliche Grundlage für die eigene Identität bildet, hat tiefgreifende Auswirkungen auf das gesamte Leben, die Werte und die Entscheidungen derer, die daran glauben. Dieser Artikel beleuchtet, wie der Glaube an Jesus Christus die Identität einer Person prägt und welche immense Bedeutung dies für das individuelle Leben und die Gemeinschaft der Gläubigen hat.

Um die Tragweite dieser Wahrheit vollständig zu erfassen, müssen wir zunächst das grundlegende Problem verstehen, mit dem die Menschheit konfrontiert ist. Seit dem Sündenfall ist der Mensch von Natur aus von Gott getrennt. Die Sünde hat unser Wesen auf tiefgreifende Weise beeinflusst: Zum einen sind wir durch unsere Sünden, also unsere Handlungen, verunreinigt. Zum anderen sind wir als Sünder, in unserem Wesen selbst, von einem heiligen Gott getrennt. Dies bedeutet, dass der Mensch in allen Ebenen seines Seins, sei es in seinen Taten oder in seinem innersten Wesen, in der Sphäre des „alten Adams“ lebt – einer Sphäre, die durch Trennung und Unvollkommenheit gekennzeichnet ist. Gott hingegen ist heilig, rein und vollkommen. Seine Ebene ist die himmlische Sphäre. Diese beiden Ebenen sind somit vollständig voneinander getrennt. Doch Gottes Absicht war und ist die Wiederherstellung der Gemeinschaft mit den Menschen. Aus dieser tiefen Liebe sandte Er Seinen Sohn, Jesus Christus, auf diese Erde, um für unsere Sünden zu sterben. Nur Sein Tod konnte die Verbindung zu Gott wiederherstellen. Das ist das Evangelium – die Gute Nachricht.
- Was ist das Evangelium wirklich? Mehr als nur Sündenvergebung
- Identität in Christus: Wer du wirklich bist
- Die Täuschungen des Feindes und der Weg der Wahrheit
- Deine neue Identität: Eine Fülle von Wahrheiten
- Der Wandel von der alten zur neuen Existenz
- Häufig gestellte Fragen zur Identität in Christus
- Was bedeutet es, eine „Neuschöpfung“ zu sein, wenn ich immer noch mit Sünde kämpfe?
- Wie kann ich diese Identität im Alltag leben?
- Ist die Erkenntnis meiner Identität in Christus wichtig für mein Wachstum als Christ?
- Was unterscheidet das christliche Verständnis von Identität von anderen Religionen oder Weltanschauungen?
Was ist das Evangelium wirklich? Mehr als nur Sündenvergebung
Die größte Gefahr im Verständnis des Evangeliums besteht darin, eine falsche oder unvollständige Vorstellung davon zu haben. Oft wird das Evangelium lediglich als Mittel zur Vergebung von Sünden verstanden, als eine Art moralisches Reinigungsprogramm. Doch das wahre Evangelium bewirkt eine radikale Veränderung auf allen Ebenen unseres Seins. Es verändert nicht nur unser Verhalten, sondern auch unser Wesen. Das Evangelium berührt nicht nur, was man tut, sondern auch, was man ist. Es ist nicht nur eine Lösung für deine Sünden (deine Handlungen), sondern auch für dich persönlich als Sünder (deine Identität). Gott hat nicht nur etwas für dich getan, sondern auch in und mit dir.
Die Verunreinigung durch unsere Taten erfordert eine Reinigung, und das Blut des Herrn Jesus ist das Einzige, was uns reinwäscht. Doch unsere Werke offenbaren unser Wesen. So ist es auch bei der Sünde gegen Gott. Es geht nicht nur um unsere Taten; es geht um unser Wesen. Eine grundlegende Wesensveränderung ist das, was das wahre Christentum von allen anderen Religionen und Weltanschauungen unterscheidet. An genau dieser Stelle wird das Evangelium häufig nur halb gepredigt. Meist wird es nur als Mittel zur Vergebung der Sünden angeboten. Doch dies findet man auch in anderen Religionen: So gibt es Vergebung der Sünden für wahren Frieden im Islam oder vollständige Vergebung der Sünde mit dem Bemühen, Fehler nicht mehr zu machen, um im Hinduismus in den Armen Shivas zu ruhen. Wenn das Evangelium hier aufhören würde, wäre es keine gute, sondern eine traurige Nachricht. Warum? Weil es dir zwar zeigen würde, wie du deine Sünden bekennen kannst, dir aber keine Kraft gäbe, sie nicht mehr zu tun.
Viele Christen glauben, sie seien lediglich „veränderte Raupen“, obwohl sie in Wirklichkeit „Schmetterlinge“ sind. Raupen kriechen auf dem Boden, während Schmetterlinge durch die Luft fliegen. „Veränderte Raupen“ krabbeln weiter auf dem Boden, obwohl sie fliegen könnten. Das sind Christen, die meinen, ihre Taten seien vergeben, aber ihr Wesen (der alte Adam) sei es nicht. Das Evangelium ist eine Gottes Kraft, die einen Menschen in einen völlig neuen Menschen verwandelt. Die Zustände eines Menschen sind wie folgt: Zuerst lebt man ohne Gott, dann zeigt das Gesetz, wie ein Detektor, wer Gott ist und wer wir sind, und deckt unsere Sünden auf. Durch das Blut Jesu werden wir reingewaschen, und unser Schuldschein wird ausgelöscht. Dann empfangen wir den Heiligen Geist, der uns führt und leitet. Wir sind dann „in Christus“, also frei vom Gesetz. Es klagt uns nicht mehr an.
Identität in Christus: Wer du wirklich bist
Der erste Johannesbrief 5,11 sagt: „Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn.“ Das Leben ist in seinem Sohn. Wir haben nicht nur Leben durch Jesus, sondern wir haben Leben in Jesus. Wie kommen wir dahin, in Jesus oder in Christus zu sein? Du musst nichts dafür tun, denn es wurde bereits alles auf Golgatha getan. Römer 6,4 beschreibt den ganzen Vorgang: „Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.“ Der nächste Vers (6,5) macht es noch deutlicher: „Denn wenn wir mit ihm zusammengewachsen sind, ihm gleich geworden in seinem Tod…“ Wir werden also mit Christus zu einem Wesen. Wir bekommen durch den Tod Christi die Befreiung von der Welt, von der alten Sphäre, in der die Sünde regiert, und werden in die neue Sphäre Christi versetzt. Unsere neue Identität ist in Christus; deshalb befinden wir uns geistig in der Auferstehungswelt. Wir wurden verwandelt und sind eine Neuschöpfung.

In der heutigen Christenwelt wird oft gesagt: „Deine Identität hängt nicht von deinem Verhalten ab, sondern davon, wie Gott dich sieht.“ Das führt aber zu zwei Problemen. Erstens kann es sein, dass der Mensch so zu leben versucht, wie Gott ihn sieht, was nur zum Scheitern und zum Abdriften führen kann, weil er versucht, etwas zu sein, was er glaubt, noch nicht zu sein. Zweitens bedeutet es, dass man Verhalten vom Wesen trennt. Die Lösung ist, das zu glauben, was Gott mit und in dir getan hat. Gott hat etwas völlig Neues in dir geschaffen. Das lehrt uns auch 2. Korinther 5,17: „Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine Neuschöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Der erste Johannesbrief 3,1 bekräftigt: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“ Es geht also nicht nur darum, wie Gott dich sieht oder nennt, sondern darum, was du bist. Wenn du in Christus bist, in der himmlischen Sphäre, dann hat Gott etwas Neues aus dir gemacht. Du bist mit Christus eins geworden. Gott sieht dich nicht nur als vollkommen – du bist vollkommen. Sind wir Christen nicht oft wie der verlorene Sohn, der sich freuen würde, ein Diener zu sein? Dabei sind wir weit mehr!
Die Täuschungen des Feindes und der Weg der Wahrheit
Satans Absicht ist es, unsere Identität in Christus zu verschleiern. Er möchte, dass wir nicht mehr erkennen, was es wirklich bedeutet, in Christus zu sein, sodass wir versuchen, mit Werken gerecht zu werden oder immer noch an Dingen hängen, die seit der Wiedergeburt hinter uns liegen (alte Sünden, das Gesetz, alte Gewohnheiten). Wenn uns nicht bewusst ist, was es heißt, in Christus zu sein, verleitet uns der Feind entweder zur Gesetzlosigkeit (ein Leben ohne Rücksicht auf Gottes Gebote, weil man meint, die Gnade decke alles ab) oder zur Gesetzlichkeit (ein Versuch, sich durch eigene Anstrengungen oder das Befolgen von Regeln Gottes Gunst zu verdienen). Beide Wege führen in die Irre und nehmen uns die Freiheit und Freude, die wir in Christus haben.
Deine neue Identität: Eine Fülle von Wahrheiten
In Christus zu sein, bedeutet eine Fülle von wunderbaren Realitäten, die unser Leben grundlegend verändern. Hier sind einige biblische Wahrheiten über deine Identität in Christus:
- Eine neue Schöpfung in Christus zu sein: 2. Korinther 5,17 sagt: „Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Du bist nicht nur repariert, sondern komplett neu gemacht. Dein altes Ich ist vergangen, und ein neues, geistliches Leben hat begonnen.
- Errettung durch Jesu Blut: Epheser 1,7: „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade.“ Durch sein Opfer sind deine Sünden abgewaschen, und du bist für immer von der Schuld befreit.
- Teuer erkauftes Besitztum Gottes: 1. Korinther 6,20: „Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib!“ Du gehörst nicht mehr dir selbst, sondern bist ein wertvoller Schatz in Gottes Augen.
- Befreiung von der Herrschaft der Finsternis: Kolosser 1,13: „Er hat uns gerettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.“ Du bist aus der Sklaverei der Sünde befreit und in Gottes Lichtreich versetzt worden.
- Rechtfertigung: Römer 5,1: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“ Du stehst vor Gott als wäre Sünde nie gewesen, gerechtgesprochen durch den Glauben.
- Freiheit von Verdammnis: Römer 8,1: „Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ Es gibt keine Verurteilung mehr für dich, denn Christus hat die Strafe getragen.
- Erwählt, heilig und geliebt: Kolosser 3,12: „Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut!“ Gott hat dich erwählt, geheiligt und liebt dich bedingungslos.
- Ein Freund Gottes: Johannes 15,15: „Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe.“ Die Beziehung zu Gott ist keine Herr-Sklaven-Beziehung, sondern eine tiefe Freundschaft.
- Mehr als Überwinder durch den, der mich geliebt hat: Römer 8,37: „Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat.“ Egal welche Herausforderungen kommen, du bist in Christus mehr als fähig, sie zu überwinden.
- Ein Tempel des Heiligen Geistes: 1. Korinther 6,19: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört.“ Der Heilige Geist wohnt in dir, dein Körper ist sein heiliger Ort.
- Versiegelt mit dem Heiligen Geist der Verheißung: Epheser 1,13: „In ihm seid auch ihr, als ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“ Der Heilige Geist ist Gottes Siegel und Garantie deiner Erlösung.
- Ein Glied am Leib Christi: 1. Korinther 12,27: „Ihr aber seid Christi Leib und, einzeln genommen, Glieder.“ Du bist ein vitaler Teil von Christi mystischem Leib auf Erden.
- Tot der Sünde und lebend für Gott: Römer 6,2+11: „Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?“ Du bist der Herrschaft der Sünde entzogen und lebst nun ein neues Leben in Gehorsam gegenüber Gott.
- Stark im Herrn: Epheser 6,10: „Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke!“ Deine Stärke kommt nicht aus dir selbst, sondern aus der Kraft des Herrn.
- Ein Teilhaber der göttlichen Natur: 2. Petrus 1,4: „Durch den er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid.“ Du teilst an Gottes eigener Natur und seinen Eigenschaften.
- Verwandelt in sein Ebenbild: 2. Korinther 3,18: „Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.“ Du wirst zunehmend Christus ähnlicher, da du die Herrlichkeit Gottes betrachtest.
- Versetzt mit Christus in himmlische Örter: Epheser 2,6: „Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus.“ Geistlich bist du bereits mit Christus in der himmlischen Welt.
- Ein Bürger des Himmels: Philipper 3,20: „Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten.“ Deine wahre Heimat ist der Himmel, nicht diese Erde.
- Fähig, alles zu tun durch Christus, der mich stärkt: Philipper 4,13: „Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt.“ Es gibt keine Grenzen für das, was du in Christi Stärke erreichen kannst.
- Lebendig: Epheser 2,5: „Auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr gerettet!“ Du warst geistlich tot, bist aber nun durch Christus lebendig.
- Ein Überwinder in der Welt: 1. Johannes 5,4: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.“ Dein Glaube an Christus macht dich zum Sieger über die Welt.
Der Wandel von der alten zur neuen Existenz
Um die tiefgreifende Verwandlung zu verdeutlichen, die das Evangelium bewirkt, lohnt sich ein Vergleich zwischen dem Zustand des Menschen vor und nach der Begegnung mit Christus:
| Merkmal | Alter Adam (Ohne Christus) | Neue Schöpfung (In Christus) |
|---|---|---|
| Wesen / Identität | Sünder, von Gott getrennt, Sklave der Sünde | Kind Gottes, eins mit Christus, frei von der Sünde |
| Zustand vor Gott | Verunreinigt durch Taten und Natur, unter Gottes Zorn | Gereinigt durch Blut Christi, gerechtfertigt, angenommen |
| Lebensweise / Motivation | Geleitet von der alten Natur, Gesetzlichkeit oder Gesetzlosigkeit | Geleitet durch den Heiligen Geist, aus Liebe zu Gott |
| Sündenvergebung | Unvollständig oder durch eigene Werke versucht | Vollständig und dauerhaft durch Christi Opfer |
| Beziehung zu Gott | Entfremdung, Furcht, Distanz | Sohnschaft, Freundschaft, Nähe |
| Ausblick / Hoffnung | Verdammnis, Verzweiflung, Ungewissheit | Ewiges Leben, keine Verdammnis, himmlisches Bürgerrecht |
Häufig gestellte Fragen zur Identität in Christus
Die Lehre von der Identität in Christus wirft oft wichtige Fragen auf. Hier sind einige der häufigsten:
Was bedeutet es, eine „Neuschöpfung“ zu sein, wenn ich immer noch mit Sünde kämpfe?
Die „Neuschöpfung“ bezieht sich auf deine geistliche Identität und dein Wesen in Christus. Es ist eine vollendete Tatsache, die Gott in dem Moment vollbrachte, als du an Jesus geglaubt hast. Dein Geist wurde lebendig gemacht und mit Christus eins. Der Kampf mit der Sünde, den du immer noch erleben magst, findet im Bereich deiner Seele (deine Gedanken, Gefühle, Wille) und deines Körpers statt, die noch nicht vollständig transformiert sind. Der Heilige Geist, der in dir wohnt, befähigt dich jedoch, diesem Kampf zu begegnen und in zunehmendem Maße nach deiner neuen Natur zu leben. Es ist ein Prozess des Wachstums und der Heiligung, bei dem du lernst, die Wahrheiten deiner Identität in Christus zu glauben und auszuleben.
Wie kann ich diese Identität im Alltag leben?
Das Leben aus deiner Identität in Christus beginnt mit dem Glauben an die Wahrheit dessen, wer du in Seinen Augen bist. Es geht darum, deinen Sinn zu erneuern (Römer 12,2), indem du dich bewusst von alten Denkweisen und Überzeugungen abwendest, die nicht mit Gottes Wort übereinstimmen. Verbringe Zeit in Gottes Wort, um zu lernen, wer du in Christus bist, und sprich diese Wahrheiten über dich aus. Vertraue auf die Kraft des Heiligen Geistes, der in dir wirkt, und übergib Ihm deine Schwächen. Lebe in Abhängigkeit von Ihm, nicht von deiner eigenen Anstrengung. Wenn du sündigst, bekenne es, nimm die Vergebung an und stehe wieder auf, wissend, dass deine Identität in Christus dadurch nicht verändert wird.
Ist die Erkenntnis meiner Identität in Christus wichtig für mein Wachstum als Christ?
Ja, sie ist absolut entscheidend. Ohne ein festes Verständnis deiner Identität in Christus wirst du leicht in alte Muster von Gesetzlichkeit (versuchen, dich durch Werke zu verdienen) oder Gesetzlosigkeit (Sünde als unwichtig abtun) zurückfallen. Die Erkenntnis deiner Identität ist die Grundlage für wahre Freiheit, Freude und geistliches Wachstum. Sie befähigt dich, aus der Ruhe der Gnade zu leben, anstatt aus ständiger Anstrengung oder Schuld. Wenn du weißt, wer du in Christus bist, kannst du mit Zuversicht leben, dienen und lieben, weil dein Wert nicht von deinen Leistungen, sondern von Gottes unendlicher Liebe und Seinem vollendeten Werk abhängt.
Was unterscheidet das christliche Verständnis von Identität von anderen Religionen oder Weltanschauungen?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Natur der Verwandlung. Viele Religionen bieten Wege zur Vergebung von Sünden oder zur Verbesserung des Verhaltens durch Rituale, gute Taten oder moralische Codes an. Doch das Christentum lehrt eine radikale Umgestaltung des Wesens selbst. Es geht nicht darum, ein besserer „alter Mensch“ zu werden, sondern ein völlig „neuer Mensch“ zu sein, der eine neue Natur und eine neue Identität in Christus hat. Diese Verwandlung ist ein Geschenk Gottes, das durch den Glauben empfangen wird, und nicht das Ergebnis menschlicher Anstrengung. Sie führt zu einer tiefen, inneren Veränderung, die sich dann im äußeren Verhalten manifestiert, anstatt umgekehrt.
So sieht Gott dich und mich, jeden, der zu Ihm gehört: Als eine veränderte und neue Schöpfung. Möge uns dieser Blick auf unsere Identität zum Nachdenken und zur tiefen Erkenntnis bringen, dass wir etwas Besonderes sind und vor allem von Gott geliebt, ohne dass wir dem etwas hinzufügen können. Ihm sei die Ehre dafür!
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