18/01/2023
Der Wunsch nach Verbindung, nach einem vertrauten Gegenüber, das Freud und Leid teilt, ist tief in der menschlichen Natur verwurzelt. Freundschaft ist eine der kostbarsten Gaben im Leben, ein Anker in stürmischen Zeiten und eine Quelle der Freude. Doch was macht eine wahre Freundschaft aus? Und wie können wir, besonders im Kontext unseres Glaubens, gesunde und bereichernde Beziehungen pflegen? Die Bibel, reich an Weisheit und Lebenslehren, bietet uns tiefgehende Einblicke in die Natur der Freundschaft, ihre Herausforderungen und ihre höchste Form.

- Die Essenz der Freundschaft: Ein biblischer Blick
- Freundschaften, die Herausforderungen bergen: Ungleiche Joche
- Die besondere Dynamik: Freundschaften zwischen Jungen und Mädchen
- Ein leuchtendes Beispiel: David und Jonathan
- Die höchste Form der Freundschaft: Christus als Freund
- Häufig gestellte Fragen zur Freundschaft
Die Essenz der Freundschaft: Ein biblischer Blick
Freundschaft ist weit mehr als bloße Bekanntschaft. Sie erfordert Hingabe, Verständnis und oft auch Opferbereitschaft. Die Heilige Schrift zeichnet ein klares Bild davon, was einen guten Freund auszeichnet und wovor man sich hüten sollte.
Was schlechte Freunde tun
Die Bibel warnt eindringlich vor den Eigenschaften und Handlungen, die eine Freundschaft zerstören oder schädlich machen können. Sie zeigen uns, wie wichtig es ist, unsere Beziehungen sorgfältig zu wählen und selbst solche Verhaltensweisen zu meiden:
| Bibelstelle | Handlung eines schlechten Freundes |
|---|---|
| 5. Mose 13,7 | Anreizen, den Götzen zu dienen |
| Esther 5,14 | Anstacheln, Gerechten zu schaden |
| Hiob 6,27 | Über den Freund einen Handel abschließen |
| Hiob 16,20 | Den Freund verspotten |
| Hiob 17,5 | Den Freund zur Beute preisgeben |
| Psalm 55,13.14 | Großspurig und verräterisch handeln |
| Sprüche 19,4.6.7 | Den Freund aufgrund von Armut im Stich lassen |
| Jeremia 9,3 | Den Freund verleumden |
| Jeremia 20,10 | Darauf warten, dass der Freund strauchelt |
| Jeremia 38,22 | Den Freund betrügen und überwältigen |
| Klagelieder 1,2 | Am Freund treulos handeln |
| Obadja 1,7 | Dem Freund eine Schlinge legen |
| Lukas 21,16 | Den Freund überliefern |
Was gute Freunde tun
Im Gegensatz dazu lobt die Bibel die Eigenschaften und Taten, die eine Freundschaft aufbauen und stärken. Ein wahrer Freund ist ein Segen, der in guten wie in schlechten Zeiten an unserer Seite steht:
| Bibelstelle | Handlung eines guten Freundes |
|---|---|
| Richter 11,37.38 | Mitweinen |
| Hiob 2,11 | Besuchen, Beileid bezeugen, trösten |
| Hiob 6,14 | Dem Freund Milde erweisen |
| Hiob 19,21 | Dem Freund Erbarmen zeigen |
| Hiob 42,10 | Für den Freund beten |
| Psalm 35,14 | Um den Freund (in seiner Not) trauern |
| Sprüche 17,17 | Beständige, treue Liebe zeigen |
| Sprüche 27,9 | Gute Ratschläge geben |
| Sprüche 27,10 | Den Freund nicht verlassen |
| Lied der Lieder 5,1 | Mit dem Freund fröhlich Essen |
| Lukas 7,6 | Für den Freund (in seiner Not) einsetzen |
| Lukas 11,5–8 | Dem Freund das geben, was er erbittet |
| Lukas 15,6.9 | Mit den Freunden sich freuen |
| Lukas 15,29 | Mit den Freunden fröhlich sein |
| Apostelgeschichte 10,24 | Sich treffen, um das Wort Gottes zu hören |
| Apostelgeschichte 19,31 | Den Freund vor Gefahren zurückhalten |
| Apostelgeschichte 27,3 | Dem Freund Fürsorge zeigen |
| 3. Johannes 15 | Den Freund grüßen lassen |
Wichtige Eigenschaften für eine dauerhafte Freundschaft
Um eine Freundschaft zu knüpfen und zu halten, ist es entscheidend, selbst die Initiative zu ergreifen und mit dem Gedanken heranzugehen, ein guter Freund sein zu wollen, anstatt nur einen guten Freund haben zu wollen. Folgende Eigenschaften sind dabei unerlässlich:
- Selbstlosigkeit: Ein wahrer Freund setzt sich für den anderen ein. Egoismus ist der größte Feind jeder Freundschaft.
- Offenheit: Freunde sind Menschen, vor denen man seine Gedanken frei äußern kann, ohne Furcht vor Verurteilung.
- Aufrichtigkeit: Wie es in Sprüche 27,6 heißt: „Treu gemeint sind die Wunden dessen, der liebt“. Ehrlichkeit, auch wenn sie wehtut, ist ein Zeichen wahrer Liebe.
- Verschwiegenheit: Vertrauliche Informationen dürfen auf keinen Fall preisgegeben werden. Das Bewahren von Geheimnissen ist ein Akt des Vertrauens und der Loyalität, dessen Bruch Verrat gleichkommt (vgl. Lukas 21,6).
- Zuverlässigkeit: „Ein Freund liebt zu aller Zeit und als Bruder für die Drangsal wird er geboren“ (Sprüche 17,17). Auf einen Freund muss man sich verlassen können, besonders in Zeiten der Not.
- Geistlichkeit: Für Christen beinhaltet Freundschaft auch eine geistliche Dimension. Dazu gehören Gebet für den Freund (Hiob 42, Daniel 2), das gemeinsame Lesen des Wortes Gottes (Apostelgeschichte 10,24) und die gemeinsame Ausrichtung auf Christus (Prediger 4,9.12).
Freundschaften, die Herausforderungen bergen: Ungleiche Joche
Nicht alle Beziehungen sind gleichermaßen förderlich für unser Glaubensleben. Die Bibel warnt uns vor Freundschaften, die uns in unserem geistlichen Wachstum behindern oder sogar gefährlich werden können.
Freundschaften mit Ungläubigen
Als Christen dürfen wir selbstverständlich Kontakte und Bekanntschaften mit Ungläubigen pflegen (1. Korinther 5,11). Doch eine tiefe, enge Freundschaft, die auf gemeinsamen Zielen und Gedanken basiert, sollte man mit einem Ungläubigen nicht eingehen. Eine zentrale Bibelstelle hierzu ist 2. Korinther 6,14–18, die von einem „ungleichen Joch“ spricht.
Laut 2. Korinther 6,14–16 sollte ein Gläubiger mit einem Ungläubigen Folgendes nicht haben:
- Kein ungleiches Joch
- Keine Genossenschaft
- Keine Gemeinschaft
- Keine Übereinstimmung
- Kein Teil
- Kein Zusammenhang
Vers 17 zeigt die Konsequenzen, die der Gläubige daraus ziehen soll:
- Er soll aus der Mitte des Götzendienstes hinausgehen.
- Er soll sich absondern.
- Er soll Unreines nicht anrühren.
Und die Verheißung für den Gläubigen, der sich absondert (Verse 17 und 18):
- Gott nimmt ihn auf.
- Gott wird diesen Gläubigen (in der Praxis) zum Vater.
- Gott macht ihn (in der Praxis) zum Sohn oder zur Tochter.
Das Kernproblem solcher Freundschaften liegt darin, dass zwei unterschiedliche „Wesen“ miteinander verbunden werden, die grundsätzlich nicht zueinander passen. Dies kann nur funktionieren, wenn einer seine „Wesensart“ verleugnet. Da der Ungläubige dies nicht kann, wäre es der Gläubige, der dies tun müsste, was seine Beziehung zu Gott und sein geistliches Wachstum beeinträchtigen würde.
Freundschaft ist auch nicht das primäre Mittel, das die Bibel zur Evangelisation vorschlägt. Sie würde uns zu sehr einschränken. Es ist, wie wenn man versucht, Fische zu fangen, indem man selbst ins Wasser springt – es ist effektiver, vom Boot aus zu agieren und die Botschaft vom Evangelium klar und unverfälscht zu verkünden.
Die besondere Dynamik: Freundschaften zwischen Jungen und Mädchen
Eine Freundschaft zwischen Jungen und Mädchen, ein bloßes „Miteinandergehen“ im Sinne einer rein platonischen Beziehung, ist der Bibel in ihrer modernen Ausprägung weitgehend unbekannt. Im Hohelied werden zwar die Begriffe „Freund“ und „Freundin“ verwendet, um eine Beziehung zwischen Mann und Frau zu beschreiben, doch handelt es sich hierbei stets um ein verlobtes oder verheiratetes Paar, nicht um eine ungeklärte „Freundschaft“.
Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist von Natur aus etwas sehr Tiefgehendes und von Gott zielgerichtet angelegt. Sie strebt letztlich immer auf eine tiefe Einheit im Bereich von Geist, Seele und Leib hin. Wenn eine solche Beziehung geknüpft wird, ist das, als würde man die Handbremse eines Autos am Abhang lösen. Es rollt unweigerlich nach unten. Man kann natürlich auf die Bremse treten und versuchen, es aufzuhalten, aber die natürliche Tendenz geht immer weiter in Richtung einer tieferen, intimen Verbindung. Es ist völlig unrealistisch zu glauben, dass ein Junge und ein Mädchen stundenlang nur Briefmarkenalben ansehen oder sich durch den App-Store klicken, ohne dass sich tiefere Gefühle entwickeln.
Solche Freundschaften sind oft nicht stabil, da die natürlichen Anziehungskräfte der Geschlechter eine platonische Grenze schwer aufrechterhalten lassen. Eine zerbrochene Beziehung hinterlässt zudem fast immer dauerhafte Spuren, ähnlich wie zwei zusammengeklebte Papierfiguren, die man versucht, schadenfrei wieder auseinanderzureißen. Es ist ratsam, gar nicht erst mit solchen Freundschaften anzufangen und stattdessen auf die „Zeit der Liebe“ zu warten, die für eine feste Bindung bestimmt ist (Hesekiel 16,8).

Die Rolle der Eltern ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Keine Beziehung sollte hinter dem Rücken der Eltern geknüpft werden (Richter 14,2 etc.). Ihr Rat und ihre Weisheit sind unerlässlich. Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle. Eine Beziehung sollte erst dann eingegangen werden, wenn eine Heirat und ein selbstständiges Leben als Ehepaar realistisch sind. Ein Mann (nicht ein Junge!) verlässt Vater und Mutter und hängt einer Frau (nicht einem Mädchen!) an, und die beiden werden ein Fleisch sein (1. Mose 2,24.25).
Ein leuchtendes Beispiel: David und Jonathan
Die Freundschaft zwischen David und Jonathan ist eine der eindrucksvollsten und lehrreichsten in der gesamten Bibel. Sie ist ein Paradebeispiel für Loyalität, Selbstlosigkeit und tiefe Verbundenheit.
Was diese beiden tapferen Männer innerlich verband, war das Wohl des Volkes Gottes und ihr unerschütterlicher Glaube an Ihn. Ihre Freundschaft war ungewöhnlich, weil Jonathan der Kronprinz und David der heißeste Anwärter auf den Thron Sauls war. In einer solchen Konkurrenzsituation hätte man Rivalität erwartet, doch stattdessen entstand eine tiefe, brüderliche Liebe.
Jonathan tat alles für seinen Freund: Er legte seine Würde als Prinz ab, sprach Gutes über David, setzte sich für ihn ein, suchte ihn im Wald auf, als David auf der Flucht war, und ermutigte ihn. David wiederum sprach ebenfalls Gutes zu und über Jonathan und setzte sich später für Mephiboseth, Jonathans Sohn, ein, als dieser ein Krüppel war.
Sie schlossen mehrere Bündnisse, was ihre Freundschaft auf einem festen Willensentschluss basieren ließ, der über reine Gefühle hinausging. Das tragische Ende ihrer Freundschaft, Jonathans Tod im Kampf, war darauf zurückzuführen, dass er die Verwerfung mit David nicht teilen wollte und stattdessen mit dem Haus Sauls verbunden blieb.
Aus dieser Geschichte können wir viel für unsere eigenen Freundschaften lernen: Echte Freundschaft überwindet Konkurrenzsituationen, sie erweist sich gerade in Schwierigkeiten, sie wagt große Schritte, und sie beruht auf einem festen Willensentschluss und geschlossenen Bündnissen. Die gegenseitige Unterstützung und das Wohl des anderen stehen immer im Vordergrund.
Die höchste Form der Freundschaft: Christus als Freund
Kardinal Christoph Schönborn sagt treffend: „Beim Abschiedsmahl, am Abend vor seiner Gefangennahme, Verurteilung und Kreuzigung, öffnet Jesus sein Herz. Er sagt Dinge, die man nicht leichthin ausspricht. Er, der Meister, der Herr, der Lehrer seiner Jünger, redet sie als Freunde an.“ Dies ist ein unglaublicher Ausdruck der Liebe und Nähe.
In unserer modernen Welt, in der „Freunde“ auf sozialen Medien oft nur lose Kontakte sind, bietet Jesus eine tiefere, persönlichere Freundschaft an. Was aber ist echte Freundschaft? Der römische Schriftsteller Sallust fasst es prägnant zusammen: „Idem velle atque idem nolle.“ „Dasselbe wollen und dasselbe ablehnen.“ Es geht um eine tiefe Übereinstimmung in dem, was einem wirklich wichtig ist. Deshalb sagt Jesus: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“ Die Basis der Freundschaft mit Jesus ist die Übereinstimmung der Herzen mit seinem Willen und seinen Wünschen.

Göttliche Initiative und Gegenseitigkeit
Man könnte einwenden, ob diese Freundschaft mit Jesus nicht einseitig sei, da er der Herr ist und wir seine Abhängigen. Jesus sagt: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ Ja, er bleibt der „Chef“, und wir bleiben Geschöpfe Gottes. Doch das Unglaubliche ist, dass Jesus uns zu wirklichen Freunden machen will. Er lädt uns ein, mit ihm „auf Augenhöhe“ zu sein. Diese Freundschaft beginnt mit seiner göttlichen Initiative. Er schenkt uns seine Freundschaft, vertraut uns und sich selbst an. Und wir können diese Gabe annehmen, seine Freunde werden und bleiben, indem wir die Beziehung pflegen – mit Zeit und Aufmerksamkeit.
Was ist christliche Freundschaft?
Christliche Freundschaft ist wesentlich für unser Wachstum und Ausharren im Glauben. Sie ist jene Art von Beziehung, die das Gebot Jesu erfüllt: „einander zu lieben“ auf solche Weise, „dass jedermann erkennt, dass ihr meine Jünger seid“ (Joh 13,35). Sie betrifft unsere Freundschaften innerhalb der Kirche.
Ein Verständnis christlicher Freundschaft beginnt bei Gott selbst. Von Ewigkeit her genoss der dreieinige Gott vollkommene Freundschaft. Er brauchte unsere Freundschaft nicht, wollte aber, dass wir an dieser Gemeinschaft teilhaben. Als Adam und Eva diese Freundschaft durch Sünde zerstörten, bot Gott sie uns in Jesus Christus erneut an. Jesus ließ sein Leben für seine Freunde (Joh 15,13), um die Feindschaft zu beseitigen und die Intimität mit Gott wiederherzustellen.
Wir lieben Gott, weil er uns zuerst geliebt hat (1. Joh 4,19). Ohne dieses Wissen neigen wir dazu, Gottes Liebe gegen die Liebe von Menschen einzutauschen und von ihnen zu erwarten, was nur Gott geben kann: bedingungslose Liebe, allwissende Intimität, vollkommene Fürsorge und Sicherheit. Viele Freundschaftsprobleme entstehen, weil wir Perfektion von unvollkommenen Menschen erwarten oder glauben, Gott reagiere auf uns wie unvollkommene Menschen.
Wenn wir versuchen, Sicherheit und Wert allein in menschlicher Freundschaft zu finden, werden wir zu Götzendienern. „Denn mein Volk hat eine zweifache Sünde begangen: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben, löchrige Zisternen, die kein Wasser halten!“ (Jer 2,13). Unsere Freundschaften sind dann auf Christus ausgerichtet, wenn wir beständig die Freundschaft Gottes genießen. Seine Fähigkeit, uns zu lieben und zu kennen, ist grenzenlos und fehlerfrei. Dann können menschliche Freundschaften auf ihrer angemessenen Stufe genossen werden, ohne sie mit einer Last zu überladen, die sie niemals tragen können.
Biblische, christliche Freundschaft bedeutet, uns am sicheren Anker Christi festzubinden. Während wir an ihm festhalten, geben und empfangen wir die Gabe der Freundschaft mit anderen, wie er uns Möglichkeiten dazu gibt. Das Ziel ist, Gott gemeinsam mit anderen Christen zu genießen und unsere Freunde zu schärfen und uns von ihnen schärfen zu lassen. Die Gabe der Freundschaft zu geben und zu empfangen bedeutet, Liebe an andere weiterzugeben, indem wir nachahmen, wie er sich uns zuerst hingegeben hat. Das Ziel unserer Liebe für andere ist Gott selbst.
Ihn als Ziel unserer Liebe und Anbetung zu halten, ist der einzige Weg, Freundschaft zu geben, ohne ständig eine Gegenleistung zu erwarten oder zu hohe Erwartungen an andere zu stellen. Eine christuszentrierte Freundschaft wird von Freundschaft nicht mehr erwarten, als was Gott durch sie bewirken will. Das bedeutet, wir dürfen von unvollkommenen Menschen keine Vollkommenheit erwarten. Wir sind nicht der Christus, aber wir kennen den Christus. Unser Ziel muss immer sein, unsere Freunde beständig auf diesen perfekten Freund als ihre wahre Hoffnung hinzuweisen.
Häufig gestellte Fragen zur Freundschaft
- Was ist wichtig, um eine Freundschaft zu knüpfen und zu halten?
- Es ist wichtig, die Initiative zu ergreifen und selbstlos zu sein. Offenheit, Aufrichtigkeit, Verschwiegenheit, Zuverlässigkeit und eine gemeinsame geistliche Ausrichtung sind grundlegend. Gebet für den Freund, das gemeinsame Lesen des Wortes Gottes und Christus im Mittelpunkt stärken die Bindung.
- Welche Probleme gibt es bei einer Freundschaft mit Ungläubigen?
- Das Hauptproblem ist das „ungleiche Joch“. Zwei unterschiedliche „Wesen“ werden verbunden, was nur funktionieren kann, wenn der Gläubige seine Wesensart verleugnet. Dies kann das geistliche Wachstum behindern und zu Kompromissen im Glauben führen.
- Warum ist Freundschaft nicht das geeignete Mittel zum Evangelisieren?
- Während Kontakte zu Ungläubigen wichtig sind, ist eine enge Freundschaft nicht das primäre biblische Mittel zur Evangelisation. Sie kann zu sehr einschränken und die Gefahr bergen, dass der Gläubige sich an die Werte des Ungläubigen anpasst, anstatt ihn zu Christus zu führen. Es ist effektiver, die Botschaft des Evangeliums direkt zu verkünden.
- Wie stabil sind Freundschaften zwischen Jungen und Mädchen?
- Solche Freundschaften sind oft nicht stabil, da die natürliche Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern die platonische Grenze schwer aufrechterhalten lässt. Die Beziehung strebt von Natur aus nach tieferer Intimität (Geist, Seele, Leib), was über eine reine Freundschaft hinausgeht.
- Wird eine zerbrochene Beziehung dauerhafte Spuren hinterlassen?
- Ja, zerbrochene Beziehungen, insbesondere zwischen den Geschlechtern, hinterlassen fast immer tiefe und dauerhafte Spuren, ähnlich wie zwei zusammengeklebte Papierfiguren, die man versucht, unbeschädigt voneinander zu lösen.
- Welche Rolle sollten Eltern spielen, wenn man eine Beziehung knüpft?
- Eltern sollten unbedingt einbezogen werden. Beziehungen sollten niemals heimlich hinter ihrem Rücken geknüpft werden. Ihr Rat, ihre Erfahrung und ihr Schutz sind für junge Menschen von unschätzbarem Wert.
- Welche Rolle spielt das Alter, wenn es um Beziehungen geht?
- Das Alter ist entscheidend. Eine Beziehung sollte erst dann eingegangen werden, wenn die Beteiligten reif genug sind und eine Ehe sowie ein selbstständiges Leben als Ehepaar realistisch und von Gott gewollt sind. Es geht darum, dass ein Mann (nicht ein Junge) Vater und Mutter verlässt und einer Frau (nicht einem Mädchen) anhängt.
- Was können wir für unsere Freundschaften aus der Geschichte von David und Jonathan lernen?
- Diese Geschichte lehrt uns, dass wahre Freundschaft Konkurrenz überwindet, sich in Schwierigkeiten bewährt, Mut erfordert und auf einem festen Willensentschluss (Bündnissen) basiert. Sie zeigt die Bedeutung von Loyalität, gegenseitiger Unterstützung und dem Wohl des anderen über eigene Interessen.
- Wie viele Bündnisse schlossen David und Jonathan?
- Die Bibel berichtet von mehreren Bündnissen, die David und Jonathan schlossen, um ihre tiefe Freundschaft und gegenseitige Loyalität zu bekräftigen, insbesondere in 1. Samuel 18 und 20.
- Warum fand die Freundschaft von David und Jonathan ein so schlimmes Ende?
- Jonathan starb in der Schlacht, weil er sich entschied, seinem Vater Saul treu zu bleiben und dessen Verwerfung durch Gott zu teilen, anstatt sich vollständig David anzuschließen und mit ihm zu fliehen. Sein Tod war eine Folge seiner Verbundenheit mit dem Haus Sauls.
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Freundschaft: Tiefe Einblicke aus biblischer Sicht kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Glaube besuchen.
