Wie kann man Kindern beim Beten helfen?

Gottes Wort im Mami-Alltag: Stille Zeit finden

14/02/2023

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„Lies deine Bibel, bete jeden Tag, wenn du wachsen willst“… Die meisten von uns kennen dieses einfache Kinderlied, und wir alle wissen: Es ist wahr. Wir wissen, dass das Lesen in der Bibel und das Halten einer „Stillen Zeit“ etwas ist, das jeder Christ tun soll! Eine Stille Zeit ist eine Phase am Tag, in der wir ganz in Ruhe für uns die Bibel studieren und beten. Eine Zeit, in der wir tief in Gottes Wort graben und ungestört lesen und studieren können. In der Bibel finden wir klare Aufforderungen, uns regelmässig und oft mit dem Wort Gottes zu beschäftigen, wie zum Beispiel in Kolosser 3,16: „Das Wort des Christus wohne reichlich in euch!“

Doch wir Mütter stehen dann meistens etwas ratlos da. Wie finden wir in unserem Mami-Alltag Zeit für das Wort Gottes? Wie können wir Stille Zeit halten in einer so gar nicht stillen Zeit, in der die Vorstellung, wie eine Stille Zeit auszusehen hat, irgendwie nicht hineinpasst? Das Problem, dass wir Mütter kaum eine ruhige Minute finden, um in der Bibel zu lesen und zu beten, ist real! Mit kleinen Kindern, Schlafmangel, unregelmässigen Aufwachzeiten und sich ständig verändernden Umständen ist es eine tägliche Herausforderung, regelmässige Gewohnheiten zu festigen. Kranke Kinder, Schulferien oder die Ankunft eines Neugeborenen können die gesamte Tagesstruktur auf den Kopf stellen. Hunderte Aufgaben schreien zusammen mit unseren Kindern nach Aufmerksamkeit, und wenn abends endlich Ruhe einkehrt, ist man einfach zu müde, um sich noch zu konzentrieren. Unser Hirn scheint nicht mehr so gut mitmachen zu wollen wie vor den Kindern; wir lesen einen Satz zehnmal und wissen immer noch nicht, was da stand. Es ist keine Seltenheit, dass eine Mutter Tage, Wochen oder sogar Jahre verbringen kann, ohne für sich selbst das Wort Gottes aufzuschlagen. Oft nicht, weil sie nicht will, sondern weil sie einfach nicht weiss, wie eine Stille Zeit, so wie wir sie kennen, in ihren Alltag unterzubringen ist. Doch genau hier setzt dieser Artikel an, um dir praktische und alltagsnahe Ratschläge zu geben.

Wie kann ich gut beten?
Aber auch beim Staubsaugen, Stillen, Abwaschen oder Autofahren, lässt sich gut beten. Du musst etwas ausprobieren, was dir liegt. Auch Gebetslisten können sehr hilfreich sein. Diese könntest du auch strategisch gut positionieren und an einen Ort hinhängen, an dem du lange stillstehst und dann erinnert wirst, für diese Anliegen zu beten.
Inhaltsverzeichnis

Warum ist die Stille Zeit so wichtig für uns Mütter?

Auch ich kenne Zeiten, in denen ich kaum das Wort Gottes für mich lesen und studieren konnte. Doch ich weiss aus der Bibel und habe dies auch in meinem Mami-Alltag festgestellt: Wir Mamis brauchen das Wort Gottes in unserem Alltag. Es ist der Fels in der Brandung, der uns Halt und Orientierung gibt, wenn alles um uns herum im Chaos zu versinken scheint.

Der wohl bekannteste Vers, in dem die Bibel über sich selbst spricht und seine Eigenschaften und Wirkung aufzeigt, ist 2. Timotheus 3,16-17:

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,

Die Bibel offenbart uns, wie Gott selbst ist: seine fehlerlose Weisheit und sein vollkommener Wille. Sie lehrt uns alles, was wir für unser Leben und über Gott wissen müssen, weist uns zurecht und überführt von Sünde. Das Wort Gottes ist nützlich für unser geistliches Wachstum und unsere Formung zu dem Menschen, den Gott in uns sehen möchte.

Psalm 119,11 unterstreicht dieses Überführen und Zurechtweisen nochmals:

In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige.

Der Alltag mit unseren Kindern fordert uns vielleicht wie noch nie zuvor heraus und lässt Verhaltensweisen an die Oberfläche treten, die wir bei uns selbst nie für möglich gehalten hätten. Wenn eine schwierige Mami-Situation auf unser Herz „drückt“, kommt häufig heraus, was darin ist – Sünde! Die Bibel lässt uns Fehlverhalten nicht durch Umstände entschuldigen, sondern zeigt uns unser wahres Herz auf. Indem wir uns täglich Gottes Wort aussetzen und es in unseren Herzen aufbewahren, kann Gottes Wort uns vor Sünde bewahren.

Auch Ermutigung dürfen wir in Gottes Wort finden. Psalm 19,8+9 sagt es so schön:

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig und macht den Einfältigen weise. Die Vorschriften des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz; das Gebot des HERRN ist lauter und macht die Augen hell.

Erquickung, Weisheit, Freude und klare Sicht; das sind doch alles Dinge, die wir Mamis brauchen können, vor allem in diesen harten Mami-Zeiten, in denen wir kaum einen ruhigen Moment für die Stille Zeit haben. Doch besonders dann benötigen wir Hilfe und Ermutigung durch das Wort Gottes und Gottes Sicht und Erklärungen in unseren Umständen! Vollkommen, zuverlässig, immer richtig und rein. Das alles sind Eigenschaften von Gottes Wort und darum auch von Gott selbst. Wir benötigen täglich Gottes Wort, damit dessen Eigenschaften uns in unserem Alltag und für unsere Gefühle Stabilität geben und wir nicht durch unser unbeständiges, sündhaftes Herz geleitet werden. Was für eine Achterbahnfahrt wäre das sonst! Denn in einem Moment fühlen wir uns wie die beste Mutter der Welt und im nächsten Moment wie die allerschlimmste Mutter. Wir brauchen täglich biblische Wahrheiten, um diese oft auch falschen und wechselhaften Gefühle mit der konstanten Wahrheit aus Gottes Wort zu ersetzen!

Und es gibt noch einen Grund: Denn Gottes Wort kam als Mensch auf diese Welt, Johannes 1,14:

Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Als Gottes Sohn liess uns Jesus durch sein Menschwerden sehen, dass Gott und sein Wort wahr ist und brachte uns das Geschenk der Gnade. Und diese Gnade benötigen wir täglich. Denn ohne diese Gnade wird es sehr schwierig, in unserem Mami-Alltag zu bestehen. Wir versagen jeden Tag. Schuldgefühle oder das Gefühl, nicht zu genügen, können unser täglicher Begleiter sein! Vor allem, wenn unser sündhaftes Verhalten sich vor uns aufhäuft, benötigen wir das Wort Gottes, das uns erklärt, was Gnade ist. Es erinnert uns daran, dass wir durch Gottes Gnade und das Werk Jesu am Kreuz Vergebung auch von unseren schlimmsten Mami-Momenten haben. Wir dürfen aufhören, perfekt sein zu müssen, und wissen, dass Gottes Gnade auch bedingungslose Liebe ist. Auch wenn wir Tage haben, an denen wir es nicht schaffen, Stille Zeit zu machen, auch (oder gerade) dann dürfen wir Gottes Gnade in Anspruch nehmen. Predige dir selbst täglich das Evangelium! Du bist ein Kind Gottes, dessen Vater dich nie vergisst (Jesaja 49,15).

Die Realität des Mami-Alltags: Eine Herausforderung, aber kein Hindernis

Wir Mamis brauchen also Gottes Wort in unserem Alltag. Das heisst aber auch, dass es für uns eine Priorität sein muss. Die Anweisung dazu finden wir in Matthäus 22,37 (sowie in den Parallel-Stellen 5. Mose 6,5/ Markus 12,30/ Lukas 10,27):

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“

Gott mit allem zu lieben, was wir haben und können, meint auch, dass wir sein Wort an die oberste Stelle in unserem Leben stellen. Denn Gott IST sein Wort (Johannes 1,1: „…und das Wort war Gott“). Von Martin Luther weiss man, dass, wenn er wusste, dass er einen besonders herausfordernden und vollen Tag haben wird, er extra früh aufstand und an diesem Tag noch mehr Zeit als sonst in Gottes Wort und im Gebet verbrachte. Zwar sind wir nicht Martin Luther, doch dieses Beispiel zeigt uns gut auf, dass Gottes Wort oberste Priorität in unserem Alltag haben muss, gerade weil wir als Mamis immer wieder herausfordernde Tage, oder soll ich sagen Jahre, erleben!

„Ja, aber wie soll das in meinem Mami-Alltag gehen“, fragst du dich vermutlich? Die Realität ist, dass unser Alltag es oft nicht zulässt, dass wir stundenlang Zeit mit der Bibel verbringen, Bibelkommentare wälzen und ungestört im Gebet verharren können. Wir haben ja unseren Ehemännern, unseren Kindern und unserem Zuhause gegenüber Verpflichtungen, die nicht einfach warten können. Doch wir Mamis müssen dabei einfach etwas erfinderischer und flexibler sein. Wir müssen unsere Vorstellungen einer Stillen Zeit etwas anpassen. Denn eine Stille Zeit muss nicht immer zwingend morgens um 6 Uhr sein. Sie muss nicht dringend ganz abgeschottet und für sich allein sein und darf „nur“ Bibellesen enthalten. Darum lass uns 6 „Wie’s“ anschauen, mit dem Ziel, dass du bis zum Ende von diesem Artikel detaillierter und ganz praktisch weisst, wie du als Mutter Stille Zeit machen kannst!

6 Praktische Wege zu einer erfüllten Stillen Zeit

1. Fang einfach an Gottes Wort zu lesen

„Ja super“, denkst du jetzt vielleicht. „Wäre es so einfach, hätte ich es schon längst gemacht!“ Ich weiss von mir selbst, dass es nicht einfach ist. Auf der einen Seite, weil uns die Zeit und Ruhe fehlt, aber häufig auch, weil uns oft die Energie und Motivation dazu fehlt. Doch in diesem Fall müssen wir einfach lesen und loslegen, egal ob wir gerade Lust oder Energie dazu haben oder nicht. Gefühle sollen nicht die Grundlage für unsere Entscheidungen in unserem Leben sein, sondern das Wort Gottes selber. Gib deinen Gefühlen nicht die Macht, dich von der Stillen Zeit abzuhalten. Vielleicht lässt du dich schon Jahre, Monate oder Wochen davon abhalten, das Wort Gottes zu lesen, und wartest darauf, dass du eines Morgens Lust dazu hast. Dann möchte ich dich ermutigen: FANG EINFACH AN! Warte nicht, bis du ein Verlangen danach hast. Denn es ist so: Nur wenn du Gottes Wort liest, wird auch dein Verlangen dafür grösser. Doch wenn du nie in der Bibel liest, wirst du kaum ein Verlangen danach haben. Wir müssen das Ganze also von der richtigen Seite her starten.

Nicht ein natürliches Verlangen nach Gottes Wort macht, dass du darin liest, sondern darin zu lesen macht, dass du ein Verlangen nach Gottes Wort bekommst. Zuerst kommt die Tat und dann das Gefühl dazu. Das ist wie ein Kleinkind, das noch nie ein Eis gegessen hat. Es verlangt nicht danach, weil es nicht weiss, wie es schmeckt. Doch kaum hat es sein erstes Eis gegessen, möchte es jedes Mal eines, wenn es irgendwo ein Eis sieht. Und so ist es auch bei uns mit dem Wort Gottes. Nur wenn du in der Bibel liest, kann dein Verlangen für das Wort Gottes grösser werden! Und wir müssen uns täglich dazu entscheiden, nach Gottes Wort zu fragen und andere Sachen dafür zurückzustellen! 1. Petrus 2,2 schreibt genau über diesen Entscheid:

Und seid wie neugeborene Kinder, begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch – damit ihr durch sie wachset zur Rettung.

Dieser Vers ruft zum Handeln auf. Wir sollen begierig sein! Als Mamis haben wir ja einen Vorteil, um uns dies ganz praktisch vorzustellen. Wir wissen ganz genau, wie ein Baby begierig nach der Brust seiner Mutter ist. Und so sollen auch wir sein. Womit füllst du einen ruhigen Moment am Morgen oder in der Mittagszeit, wenn deine Kinder Mittagspause machen? Füllst du diese Pausen mit „Junk-Food“ wie Social Media, Filme oder Onlineshopping und suchst darin Ablenkung und Linderung von einem anstrengenden Tag? Oder verlangt es dich nach richtiger, unverfälschter Nahrung, dem Wort Gottes? Psalm 1,2 erinnert uns:

Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm.

Wir sollen Tag und Nacht über Gottes Wort nachsinnen und es uns zu unserem grössten Verlangen machen. Das heisst also, Möglichkeiten finden, an Gott erinnert zu werden und sein Wort zu lesen. Ist das unsere Gewohnheit, dann hat Gottes Wort Priorität in unserem Alltag! Und was motiviert uns dazu? 2. Johannes 14,23: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten.“ Unser Motivator zur Stillen Zeit soll Gott selbst sein. Wenn du ein Kind Gottes bist, dann liebst du, was ER liebt. Du willst wissen, was er dir zu sagen hat und was er von dir möchte, und dies offenbart er uns in der Bibel. Verstehst du jetzt, warum du einfach mit Lesen anfangen sollst? Doch lass dich ermutigen, denn glücklicherweise gibt es noch ein paar Hilfen mehr, die uns dieses „einfach Lesen“ vereinfachen können.

2. Nimm Hilfe von anderen in Anspruch

Ich war ein junges Mami, mit zwei kleinen Jungs, als bei mir die „Wende“ kam. Das Verlangen nach Gottes Wort und seiner Wirkung hatte ich, aber mein Problem war, ich wusste nicht, wie eine Stille Zeit in meinem Alltag unterzubringen ist. Und ich denke, so geht es vielen. Doch dank gottesfürchtiger und im Glauben reifer Frauen, die ich in meinen Alltag gelassen habe, durfte ich lernen, wie Gottes Wort täglich in meinem Alltag Platz findet. Ich bin Gott so dankbar, dass diese Frauen keine Scheu hatten, nach meinen Gewohnheiten bezüglich Stiller Zeit zu fragen. Gott hat mein Herz so weit vorbereitet, dass weder Stolz noch Scham mich davon abhielten, darin Korrektur und Rat anzunehmen. Seither darf das Wort Gottes, mit kleinen Ausnahmen (!), täglich eine Rolle in meinem Alltag spielen.

Auch wenn die Stille Zeit etwas zwischen Gott und uns ist, können andere Christen für unsere Stille Zeit, sprich beim Nachsinnen über Gottes Wort, hilfreich sein. 1. Thessalonicher 5,11 fordert uns auf:

Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut!

Habe den Mut, mit anderen über das Thema Stille Zeit zu sprechen. Traue dich, bei reiferen Christen Rat zu holen. Frag eine liebe Freundin, ob sie diesbezüglich für dich betet. Bitte sie, wieder nachzufragen, wie es dir mit der Stillen Zeit läuft. So verpflichtest du dich auch anderen gegenüber, was sehr hilfreich ist, dranzubleiben. Tausche dich mit anderen Mamis über Gottes Wort aus. Frag sie, wie es ihnen mit der Stillen Zeit geht. Und mach auch Gott und sein Wort zum Gesprächsthema Nr. 1 in deinen Freundschaften. Vielleicht entsteht daraus sogar, dass ihr euch regelmässig trefft und ein christliches Buch zusammen lest, welches eure Fragen beantwortet? Wenn du keine Freundschaften hast, in denen du das kannst, dann such dir unbedingt ein paar davon!

Bitte auch deinen Ehemann, immer wieder mal nach deinem „Stille-Zeit-Zustand“ zu fragen. Und vor allem, tausche auch regelmässig mit ihm aus, was du gelesen hast, und betet zusammen. Gerade auch in der Zeit eines Neugeborenen kann dein Ehemann dich gut dabei unterstützen, dass du täglich Gottes Wort ausgesetzt wirst. Diese Neugeborenen-Zeit kann für uns Frauen eine psychisch belastende und beängstigende Zeit sein, doch Gottes Wort kann dein verunsichertes Mami-Herz trösten. Vielleicht kannst du selbst gerade nicht in der Bibel lesen, doch dein Ehemann kann dir z. B. nach dem Essen bei Tisch einen Abschnitt aus der Bibel vorlesen. Auch um dir kurze, kinderfreie Momente zu schaffen, kann dein Ehemann oder andere in deiner Umgebung behilflich sein. Z. B. könnte dein Ehemann an einem Samstagmorgen kurz den Kindern schauen, damit du dich für eine halbe Stunde ins Zimmer zurückziehen kannst, um Bibel zu lesen.

3. Finde Zeitfenster und stecke realistische Ziele

Eine von diesen gottesfürchtigen Frauen, die damals mit mir über das Thema Stille Zeit gesprochen hat, hat mir ganz praktisch geholfen, Zeit allein mit Gott zu finden. Sie hat mit mir zusammen meinen Tagesablauf unter die Lupe genommen, um mir zu helfen, in meinem Tag Zeit mit Gott zu schaffen. Dazu hat sie mir zuvor einen Wochenplan gegeben, in dem ich eintragen konnte, wann ich was mache. Mit ihrer Hilfe konnte ich ziemlich schnell feststellen, wo ich Lücken in meinem Alltag hatte, die ich für Stille Zeit nutzen konnte. Zusammen optimierten wir Kleinigkeiten in meiner Tagesroutine, ich schrieb einen neuen Tagesplan mit eingeplanter Stiller Zeit, und schon konnte ich loslegen. So stellte ich z. B. fest, dass während mein damals neunmonatiges Baby seinen Morgenschlaf machte, sich mein 2-Jähriger gut selbst beschäftigte und ich dann für ca. 15–20 Minuten meine Stille Zeit halten konnte.

Es war sehr hilfreich, dass meine Kinder und ich bereits eine Routine in unserem Alltag hatten. Eine gewisse Routine oder Tagesstruktur ist dir also auch in diesen Dingen sehr zum Vorteil! Auch du kannst dir einen solchen Wochenplan erstellen, denn ich denke, deine Woche unter die Lupe zu nehmen und deine Tage zu optimieren, kann auch für dich hilfreich sein, Zeitfenster für Gott zu finden. Mach es auch, wenn du denkst, dass es dir nichts bringen wird, weil dein Fall hoffnungslos ist. Beobachte dich für eine Woche und schreib dir deinen Wochenablauf möglichst detailliert und stündlich auf die Tabelle oder in deinen Kalender.

Nachdem dein Wochenplan ausgefüllt ist, schau, wo du Lücken hast, was du verschieben kannst, um grössere Zeitfenster zu schaffen, oder ob du vielleicht auch einfach zu viel los hast den ganzen Tag? Es kann gut sein, dass du etwas aus deinem Alltag streichen musst, um für Gott und sein Wort Zeit freizuräumen. Auch wenn du auf dem Plan siehst, dass du eigentlich freie Zeit in deinem Alltag hättest, doch in Wirklichkeit merkst du nichts von dieser freien Zeit, dann fange an zu beobachten, was deine Zeitfresser sein könnten? Z. B. Social Media, das Internet oder andere Ablenkungen?

müde und möchte entspannen.

HerausforderungPotenzielles ZeitfensterTipp zur Optimierung
Baby schläft15-20 MinutenKurze Andacht oder 1-2 Kapitel lesen.
Kinder spielen selbstständig30 Minuten„Mami-Gott-Zeit“ mit klaren Regeln.
Müdigkeit am Abend5-10 MinutenKurzer Bibelvers lesen oder Predigt-Abschnitt hören.
Wartzeiten (Arzt, Auto)VariabelBibel-App nutzen, Gebetsliste durchgehen.
Social Media / AblenkungenVariabelBildschirmzeit bewusst reduzieren, um Freiräume zu schaffen.

Sei unbedingt realistisch! Denn sonst gibst du bald wieder auf. Es wird Tage geben, an denen euer Alltag nicht wie geplant ablaufen wird und du darum in der eingeplanten Zeit nicht zu deiner Stillen Zeit kommst. Dann probiere es einfach am nächsten Tag wieder. Oder leg dir eine Plan-B-Zeit fest und mach deine Stille Zeit zu einem anderen Zeitpunkt am Tag, z. B. wenn deine Kinder Mittagsschlaf machen. Die Küche darf dann auch mal warten. Sei auch realistisch mit der Länge deiner Stillen Zeit. Bist du eine Mutter mit Kleinkindern Zuhause und vielleicht noch schwanger, oder in einer anderen gerade sehr anstrengenden Phase? Dann kannst du weniger lang Stille Zeit machen wie z. B. in einer Phase, in der dein Baby oder Kleinkind super lange Mittagsschlaf macht und nachts durchschläft.

Während den ersten paar Mami-Jahren können wir in der Regel keine geistlichen Fünf-Gang-Menüs essen. Aber wir können durch den Tag verteilt immer mal wieder einen gesunden „Snack“ essen, der uns ebenfalls Stärkung und die richtige Ausrichtung für unseren Alltag gibt. Du wirst immer wieder Phasen erleben, in denen du vielleicht 5 oder 10 Minuten im Tag Zeit hast, um etwas aus der Bibel zu lesen. In solchen Phasen musst du unbedingt mehrmals am Tag zu Gottes Wort greifen und es in deinen Alltag einbauen. Die Zeit als Mami mit kleinen Kindern ist eine spezielle Zeit, in der so manch Normales auf den Kopf gestellt wird. Doch mach dir bewusst, dass Gott auch in dieser Zeit souverän ist. Er weiss, dass du gerade mehrmals in der Nacht für deine Kinder aufstehen musst, hochschwanger bist, gerade ein Neugeborenes pflegst und kranken Kindern die laufenden Nasen abwischst. Gott hat dir all diese Aufgaben gegeben und darum wird er dich auch in dieser Zeit, durch Gottes Wort, aber auch durch ganz viele Momente im Mami-Alltag, lehren und dich weiterbringen. Wenn ich auf meine bis jetzt erlebten Mami-Jahre zurückschaue, dann durfte ich in diesen Jahren geistlich wachsen wie nie zuvor, seit ich an Jesus glaube. Wachstum, unter anderem, durch (nicht immer einfache) Lektionen in meinem Mami-Alltag, kombiniert mit vielen kleinen geistlichen Snacks, die ich mehrmals am Tag zu mir genommen habe!

4. Strukturiere den Alltag deiner Kinder

Damit du überhaupt Zeitfenster findest, um Stille Zeit zu machen, ist es essenziell, auch die Zeit deiner Kinder etwas zu „organisieren“. Denn würden wir unseren Kindern nicht auch eine gewisse Tagesstruktur geben, würden sie jede einzelne Minute unseres Alltags in Anspruch nehmen. Unsere Kinder könnten problemlos unseren ganzen Alltag bestimmen und dominieren. Und ja, es ist schon so, unsere Kinder nehmen viel Zeit von unserem Alltag in Anspruch. Doch sie sollen nicht unseren ganzen Alltag bestimmen.

Familien, in denen das Kind den ganzen Alltag vorgibt, nennt man „Kind-zentrierte Familien“. Lou Priolo nennt in seinem Buch „Rebellische Kinder“ als Merkmal einer „Kind-zentrierten Familie“ unter anderem, dass das Kind oder die Kinder: den ganzen Tagesablauf der Familie bestimmen oder übertrieben viel Zeit und Aufmerksamkeit der Eltern fordern, zum Nachteil von anderen biblischen Verantwortlichkeiten der Eltern. Im Gegensatz dazu steht eine „Gott-zentrierte Familie“. Lou Priolo schreibt: „Im Gegensatz zu einer kindzentrierten Familie, in der vorwiegend das Kind zufriedengestellt und ihm gedient wird, ist in einer gottzentrierten Familie jeder darauf ausgerichtet, Gott zu gefallen und ihm zu dienen.“ Als Merkmal einer Gott-zentrierten Familie nennt Priolo unter anderem folgende Punkte. Dass das Kind oder die Kinder: Ihren Tagesplan nach dem der Eltern richten und das Verständnis haben, dass Gott den Eltern auch noch andere Verantwortungen gegeben hat, ausser den Bedürfnis-Erfüllungen der Kinder.

Wie schreibe ich danke für meine Mama?
„Mama, danke, dass du immer an mich geglaubt hast, auch wenn ich selbst daran gezweifelt habe.“ „Deine Stärke hat mir gezeigt, wie man das Leben meistert – danke, Mama.“ „Es gibt nichts, was ich dir je zurückgeben könnte, was deine Liebe aufwiegt.“ „Danke, dass du deine Träume beiseitegelegt hast, um meinen zu folgen.“

Damit wir keine Kind-zentrierte Familie leben und es uns daher nicht gelingt, Zeit mit Gott zu verbringen und Stille Zeit zu halten, müssen wir im Alltag unserer Kinder gewisse Strukturen einbauen. Diese Strukturen variieren natürlich je nach Alter von den Kindern. Mittagsschlaf und eine geregelte Bettzeit sind die offensichtlichsten davon und auch die, die wir mit unserem Baby von Anfang an einüben können. Doch dann gibt es noch andere Strukturen oder Gewohnheiten, die wir mit unseren Kindern in ihrem Alltag einüben können. Ein paar davon möchte ich kurz etwas genauer beschreiben:

Regle die Aufstehzeit deiner Kinder

Kaum aufgewacht am Morgen, wollen unsere Kinder bereits unsere volle Aufmerksamkeit und geben uns Mütter kaum die Möglichkeit, sanft in den Tag zu starten. Damit ich als Mutter den Tag in Gottes Wort beginnen kann, haben wir schon seit ein paar Jahren für unsere Kinder eine „Tag-Wach-Zeit“ festgelegt. Seit unser ältester Sohn ca. 2,5 Jahre alt war (und mit jedem weiteren Kind auch), haben wir mit dieser geregelten Aufsteh-Zeit festgelegt, wann sie am Morgen aus dem Zimmer kommen dürfen. Wenn unsere Kinder am Morgen aufwachen, hilft ihnen ein kleiner Schafwecker (Sam Schlaftrainer von ZaZu), der ihnen mit seinen geschlossenen oder offenen Augen anzeigt, ob sie aus dem Zimmer kommen dürfen oder nicht. Das Pyjama gegen richtige Kleider ausgetauscht, einen Kaffee und meine Bibel, das nenne ich einen guten Start in meinen Tag.

Stille Zeit im Beisein deiner Kinder

Es gibt aber auch Phasen, in denen unsere Kinder in einem Alter sind, in dem sie in wachem Zustand nicht allein sein können. In diesen Phasen kannst du dein Baby oder Kleinkind auch bei dir haben, während du Stille Zeit machst. Unsere Jüngste ist gerade 9 Monate alt und als erste von unseren Kindern wach. Nachdem sie ihre Flasche hatte, spielt sie neben mir im Wohnzimmer auf dem Teppich, während ich meine Stille Zeit halte. Dies machen wir so, seit sie ganz klein ist. Wir beide geniessen diesen ruhigen Start und ich kann so ca. 20–30 Minuten meine morgendliche Andacht halten.

Es gab auch Zeiten, in denen ich es nicht schaffte, meine Stille Zeit frühmorgens zu halten, und habe sie darum im Verlauf des Morgens gemacht. Während mein, damals häufig sehr unzufriedenes, Baby schlief, hat mein knapp 2-Jähriger neben mir Bücher angeschaut oder gezeichnet. Ich habe ihm ganz klargemacht, dass Mami nun „Mami-Gott-Zeit“ hat und er darum ganz ruhig ebenfalls „lesen“ darf. Speziell für diese Zeit habe ich ihm einen kleinen Korb zusammengestellt mit kleinen Büchern und einem Malbuch. Die Frau von unserem Pastor erzählte mir kürzlich, dass sie dies auch so gemacht habe, als ihre Kinder klein waren. Sie habe dabei immer eine Kerze angezündet. Und solange die Kerze brannte, wussten die Kinder, dass sie am Bibellesen und Beten war und sie Mami nicht stören durften. Was für eine gute Idee! Sei also kreativ, deinen Kindern deine Mami-Gott-Zeit beizubringen, habe Geduld und erkläre deinen Kindern genau, was du von ihnen in dieser Zeit verlangst. Und gib nicht auf, denn anfangs war es auch bei uns ein Desaster, doch mit der Zeit klappte es immer besser. Unterbrüche wegen meiner Kinder gibt es bis heute häufig, doch lass dich davon nicht frustrieren. Das Schöne finde ich, dass unsere Kinder uns so beim Bibellesen und Beten sehen können und somit nicht nur das Kinderlied davon kennen.

Eigenständige Spielzeit

Eine ebenfalls gute Möglichkeit, um sich im Mami-Alltag etwas Zeit allein mit Gott herauszuholen, ist die „Eigenständige Spielzeit“. Bei der eigenständigen Spielzeit geht irgendwann im Verlauf des Tages dein Kind (oder Kinder) für ca. eine halbe Stunde allein in sein Zimmer, um zu spielen. In dieser Zeit, in der deine Kinder ruhig für sich spielen, kannst du deine Stille Zeit halten. Wir haben mit unseren Kindern ca. im Alter von 1,5 Jahren damit angefangen und als sie in den Kindergarten kamen wieder aufgehört. Diese Spielzeit hat mir den grössten Teil meines Mami-Seins geholfen, überhaupt Stille Zeit machen zu können. Lass deine Kinder ruhig wissen, was du in der Zeit machst, wenn sie spielen. Meine 2-jährige Tochter weiss genau, Mami hat dann „Mami-Gott-Zeit“, wie sie selbst sagt.

5. Nimm dir Hilfsmittel

Wir Mamis, die im Alltag an hundert kleine Dinge denken und die Zeit für Gott uns zum Teil hart erkämpfen müssen, können jede Hilfe für unsere Stille Zeit gebrauchen. Nur schon die fehlende Bibel, die vom Sonntag noch in der Wickeltasche steckt oder der stumpfe Stift, mit dem wir normalerweise unsere Lieblingsstellen markieren, können uns von unserer Stillen Zeit abhalten. Doch auch nicht zu wissen, WAS wir lesen wollen, kann uns von der Stillen Zeit abhalten. Wenn du planlos durch deine Bibel blätterst, in der Hoffnung, dass eine Stelle zu dir redet, wirst du deine Motivation für Stille Zeit bald verlieren. Darum ist es wichtig, dass wir für uns gut Verständliches lesen und uns auch Hilfsmittel herbeiziehen, die uns helfen, das Wort Gottes schneller und besser zu verstehen. Denn wie zuvor erwähnt, unsere Zeit ist manchmal knapp und unser Hirn etwas lädiert. Doch besonders dann müssen wir schauen, dass wir qualitativ gute Snacks zu uns nehmen. Also Auslegungen, die uns auch geistlich gut ernähren, sprich Gottes Wort darin enthalten und je nachdem auch Bücher, die etwas mit unserem Mami-Alltag zu tun haben.

Hier sind ein paar dieser Hilfsmittel, die ich selber als sinnvoll und hilfreich empfinde:

Andachtsbücher

Keine neue Erfindung, ich weiss, doch ein gutes Andachtsbuch kann dir einen kurzen, nach Gott ausgerichteten Start in deinen Alltag geben. Kurze Andachten mit ein paar Bibelstellen, gut ausgelegt und erklärt, können gute Nahrung für deinen Tag sein.

Bibellesepläne

Auch Bibellesepläne können sehr hilfreich sein, um dein Lesen in realistische und kleine Portionen einzuteilen. Chronologisch durch ein Bibelbuch zu lesen, kann hervorragend als Ergänzung zu einem Andachtsbuch gelesen werden. Du könntest dir zum Beispiel auch angewöhnen, vor dem Einschlafen im Bett 1–2 Kapitel aus der Bibel zu lesen. Eine super Methode, um vom Tag herunterzufahren. Viel besser als der Bildschirm von deinem Handy, der einem danach das Einschlafen erschwert.

Bibel-App

Doch, apropos Bildschirm. Unser Smartphone kann uns auch bei der Stillen Zeit hilfreich sein. So halte ich diese Bibel App als ein weiteres gutes Hilfsmittel. Hier findest du massenhaft Lesepläne. Lesepläne zu verschiedenen Themen, aufgebaut als eine Andacht oder auch Bibel-Lesepläne, mit denen man chronologisch durch die Bibel lesen kann. Diese App hat auch eine Lese-Erinnerungsfunktion, zeigt dir an, wie weit du mit Lesen bist (was für mich persönlich sehr motivierend ist) und man kann sogar mit Freunden zusammen lesen. Die andere Person sieht dann, ob du am heutigen Tag schon gelesen hast oder nicht und man kann über das Gelesene austauschen. Und da wären wir wieder beim Einbeziehen anderer Christen in deinem Glaubensleben. Wieso nicht einen Bibellese-Plan mit einer Freundin, deiner Schwester, deiner Mutter oder deinem Ehemann starten und so einander motivieren und in der gegenseitigen Verantwortung halten? Die Bibel-App kann auch Bibeltext vorlesen. Eine super Methode, Gottes Wort zu hören, wenn deine Hände besetzt sind, deine Gedanken aber frei. Schau dir die Bibel-App unbedingt an, wenn du sie noch nicht kennst, ich kann es dir wärmstens empfehlen.

Theologische Bücher

Ich weiss, das Wort Buch allein klingt schon für viele Mamis ziemlich abschreckend, ganz zu schweigen mit dem Wort „theologisch“ davor. Denn welches Mami mit kleinen oder auch grösseren Kindern hat schon gross Zeit, Bücher zu lesen? Doch am allermeisten habe ich in meiner Stillen Zeit von guten bibelfundierten Büchern profitiert. Ich habe mir Bücher ausgewählt, welche die Bibel zu einem spezifischen Thema auslegten. Auch schaute ich, dass sie ein Thema behandelten, welches mich in meinem Alltag gerade beschäftigte. Hatte ich eine Zeit, in der ich mit Sorgen und Ängsten zu kämpfen hatte, las ich ein Buch darüber. Hatte ich Mühe in der Erziehung, las ich ein bibelfundiertes Erziehungsbuch. Merkte ich, dass ich als Ehefrau Verbesserungsbedarf habe, las ich ein Ehebuch. Hatte ich Probleme mit Neid, Vergleichen, Unzufriedenheit usw., suchte ich mir ein gutes bibelfundiertes Buch darüber. Ich schlug die angegebenen Bibel-Stellen immer nach und so waren auch nur 4–5 Seiten pro Tag in einem bibelfundierten Buch, eine sehr nahrhafte Stille Zeit für mich. Dies half mir ganz spezifisch in den Bereichen in meinem Alltag, in denen ich gerade Mühe hatte und brachte mit der Zeit Veränderung in meinem Denken und Handeln. Häufig las ich auch nur ein Kapitel von einem Buch, weil es ein Thema behandelte, in dem ich gerade Schwierigkeiten hatte, in meinem Alltag und ich unbedingt eine bibelfundierte Sicht dazu benötigte. Zu wissen, dass ich so auch als Mami irgendwann ein Buch fertig gelesen habe, motivierte mich sehr. Und auch wenn es nur das halbe Buch war, war ich dankbar für dieses halbe Buch. Denn auch von einem halben Buch kann man viel lernen und es war ganz sicher nicht vergebens.

6. Baue das Wort Gottes in deinen Alltag ein

Auch wenn wir nach der Stillen Zeit unsere Bibel zuschlagen, sollen wir damit nicht aufhören, über Gottes Wort nachzudenken. Es gibt sehr viele hervorragende Ideen und Möglichkeiten, wie wir uns im Alltag an Gottes Wort erinnern können und auch um uns diese „geistlichen Snacks“ im Alltag einzubauen. Wir als Mamis sind so viel Zuhause und so oft sind unsere Hände mit etwas beschäftigt, während unser Kopf jedoch noch etwas Beanspruchung vertragen könnte. Dies ermöglicht uns, Gottes Wort in unseren Alltag einzubauen und uns so immer wieder kleine Snacks von Gottes Wort zu gönnen. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Hier sind ein paar meiner liebsten Möglichkeiten, Gottes Wort in meinen Alltag einzubauen und darüber nachzusinnen. Vielleicht gefallen dir ja auch ein paar Ideen davon oder regen dich für weitere Ideen an, angepasst auf deinen Alltag. Beides ist gut!

Predigt hören

So ca. einmal in der Woche höre ich auch nebst der Predigt am Sonntag gerne eine weitere Predigt. Vor allem, da ich sonntags häufig meinem eigenen Baby schauen muss oder ich in der Kinderhüte diene, kann es vorkommen, dass ich von der Predigt nicht viel mitbekomme. Doch auch wenn, eine Predigt ist „super Food“, um dies nochmals mit Essen zu vergleichen, und ist Nahrung Nr. 1 für unseren Glauben, wie Römer 10,17 deutlich sagt:

Also ist der Glaube aus der Verkündigung (Das griech. Wort bedeutet auch: Hören, Gehör, Gehörtes), die Verkündigung aber durch das Wort Gottes.

Ruhige Hausarbeiten, wie Wäsche zusammenlegen oder Bügeln, eignen sich perfekt, um eine Predigt zu hören. Doch auch hier kann es sein, dass du ein paar Mal wegen deiner Kinder unterbrechen oder irgendwann abstellen musst, weil deine Kinder dich wieder benötigen. Lass dich davon nicht aufregen, sondern sei dankbar über die kleinen Bissen, die du vom Gehörten mitnehmen konntest. Ich persönlich schaffe kaum eine ganze Predigt anzuhören, aber auch eine halbe Predigt ist besser als keine!

Lieder hören

Etwas, das ich auch sehr gerne tue, sind christliche Lieder zu hören. Lieder können trösten, aufmuntern, Mut machen und eine gute Hilfestellung sein, über Gott und seine Worte nachzusinnen. Christliche Musik hilft mir häufig, mich nach einem anstrengenden Morgen nochmals aufzuraffen und z. B. das Mittagessen zu kochen, bevor wir dann nach dem Mittagessen alle eine Mittagspause machen. Auch meine Kinder muntert es auf und es verbreitet eine gute Stimmung. Plus hilft es mir, neue Energie aus dem Wort Gottes zu schöpfen und in einer kritischen Alltagsphase biblische Wahrheiten zu hören, anstelle von meinen eigenen gefühlsgesteuerten und oft unwahren Gedanken. Ich denke, jeder von uns kennt Lieder, die ihn ansprechen und gefallen. Ich persönlich mag besonders gerne Lieder, die Bibelverse darin enthalten.

Bibel auf dem Tisch

Besonders in harten Zeiten habe ich meine Bibel an gewissen Tagen gar nie zugemacht. Bin ich bei meiner Stillen Zeit auf eine Bibelstelle gestossen, die mich an diesem Tag besonders angesprochen oder ermutigt hat, habe ich meine Bibel auf den Esstisch oder die Küchenablage gelegt und beim Vorbeigehen immer wieder diesen Vers gelesen. Und so kann ich immer wieder darüber nachdenken. Für unserer Kinder hinterlässt diese offene Bibel und zu sehen, dass Mami immer wieder in Gottes Wort liest, übrigens einen bleibenden Eindruck.

Bibelvers aufhängen

Wenn ich auf einen Vers gestossen bin, der mir gerade in einer Alltags-Situation sehr half, habe ich ihn mir aufgeschrieben und irgendwo hingehängt. Die Küchenschränke, die Haustür, über dem Nachttisch, neben der Kaffeemaschine, oder unübersehbar in der Mitte vom Spiegel sind besonders wirksame Orte. Mit der Zeit wirst du dich an den Anblick gewöhnen, dann platziere es einfach um oder schreib dir einen neuen Vers. Denn so kleine Erinnerungen in Form von Bibelversen sind Gold wert und halten Gottes Wort in unserem Alltag präsent.

Bibelvers-Sammlung

Vor ein paar Jahren habe ich mir ein Notizbuch angeschafft, in das ich zu verschiedenen Themen, die für mich eine Herausforderung waren, im Alltag Bibelstellen sammelte. Ich legte dort drin thematische Rubriken an wie z. B. die Rubrik Angst oder Wut, Ungeduld usw. in denen ich passende Verse schrieb. Wurde ich im Alltag mit meinen Kindern ungeduldig, lief ich schnell zu diesem Notizbuch und las die entsprechenden Verse dazu. Dies war enorm hilfreich mit einer spezifischen Sünde umzugehen und mit der Zeit darin auch Veränderung zu erfahren.

Gebet im turbulenten Alltag einer Mutter

Noch herausfordernder als Zeit für das Bibellesen zu finden, finde ich persönlich, in meinem Mami-Alltag Zeit für das Gebet zu finden. Darum habe ich angefangen, Momente zu finden, in denen ich gut beten kann. Ich bete etwa viel unter der Dusche. Dann bin ich ganz für mich, vollkommen ungestört und ohne irgendwelche Geräusche. Perfekt, um zu beten.

Aber auch beim Staubsaugen, Stillen, Abwaschen oder Autofahren lässt sich gut beten. Du musst etwas ausprobieren, was dir liegt. Auch Gebetslisten können sehr hilfreich sein. Diese könntest du auch strategisch gut positionieren und an einen Ort hinhängen, an dem du lange stillstehst und dann erinnert wirst, für diese Anliegen zu beten. Etwa an deinem Spiegelschrank während dem Zähneputzen, oder hinter dem Abwaschbecken während du die Küche aufräumst.

Oft gestellte Fragen

F: Ist es egoistisch, Zeit für die Stille Zeit zu finden, wenn meine Kinder mich brauchen?
A: Nein, ganz im Gegenteil. Zeit mit Gott zu verbringen, ist eine Investition in dein geistliches und emotionales Wohlbefinden. Eine geistlich gestärkte und innerlich gefestigte Mutter kann ihre Kinder mit mehr Geduld, Liebe und Weisheit führen. Du bist eine bessere Mutter, wenn du aus der Quelle Gottes schöpfen kannst, denn du wirst mit Seiner Kraft und Seiner Gnade erfüllt.
F: Was mache ich, wenn ich mich zu müde fühle, um die Bibel zu lesen?
A: Akzeptiere, dass es Phasen im Leben gibt, in denen deine Energie begrenzt ist. In solchen „Snack-Phasen“ ist die Kontinuität wichtiger als die Länge. Lies nur einen einzigen Vers, höre einen kurzen Predigt-Ausschnitt oder nutze die Audio-Funktion einer Bibel-App. Gott versteht deine Umstände und wird dich auch durch kleine Bissen Seines Wortes nähren.
F: Kann ich auch beten, wenn ich mich nicht konzentrieren kann?
A: Ja, Gebet ist Kommunikation mit Gott, nicht Perfektion oder eine formale Übung. Sprich deine Gedanken und Gefühle aus, auch wenn sie chaotisch oder unvollständig sind. Gott hört dein Herz. Nutze Gelegenheiten im Alltag, wo du ungestört bist, wie unter der Dusche, beim Spazierengehen oder während der Hausarbeit, um kurze, ehrliche Gebete zu sprechen. Es geht um die Verbindung, nicht um die Eloquenz.
F: Wie lange sollte eine Stille Zeit idealerweise dauern?
A: Es gibt keine ideale Dauer. Das „Ideal“ variiert je nach Lebensphase und individuellen Umständen. Wichtiger ist die Regelmässigkeit und die Qualität deiner Zeit mit Gott. Beginne mit 5-10 Minuten und steigere dich, wenn es dein Alltag zulässt. Auch kurze, bewusste Momente der Besinnung und des Gebets sind wertvoll und können einen grossen Unterschied machen.
F: Ist es in Ordnung, wenn meine Stille Zeit nicht jeden Tag gleich aussieht?
A: Absolut! Flexibilität ist der Schlüssel im Mami-Alltag. Akzeptiere, dass jeder Tag anders sein kann und dass deine „Stille Zeit“ mal aus intensivem Bibelstudium, mal aus einem kurzen Gebet beim Windelwechseln oder dem Hören einer Predigt beim Kochen bestehen kann. Wichtig ist die Absicht und die Bemühung, Gottes Wort und Gebet zu priorisieren, auch wenn die Form und der Zeitpunkt variieren.

Ich hoffe, dass dieser Artikel hilfreich war und du nun eine konkrete Vorstellung hast, wie du Gottes Wort in deinen Alltag einbauen kannst. Ich wünsche dir viel Disziplin mit deinen Kindern, um dir eine Mami-Gott-Zeit zu verschaffen und vor allem auch, dass deine Liebe zu Gott und seinem Wort wachsen darf, du Jesus immer ähnlicher wirst und daher in all dem Gott verherrlicht wird.

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